Polanskis Anwalt hat keine Angst vor heissen Eisen

Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 29.09.2009

Privatbankier Oskar Holenweger, die Ex-Freundin von Kinderschänder René Osterwalder oder Swissair-Chef Philippe Bruggisser: Dem Schweizer Anwalt von Roman Polanski ist kein Fall zu schwierig.

Anwalt Lorenz Erni 2007 bei einem Auftritt vor den Medien.

Sabina Bobst

Dossier zur Verhaftung von Roman Polanski

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In der Schweiz kämpft der Zürcher Anwalt Lorenz Erni für die Freilassung von Star-Regisseur Roman Polanski. Derzeit blockt seine Assistentin Medienanfragen aus der ganzen Welt ab. Auf Anfrage lässt Erni ausrichten, dass er sich in Sachen Polanski nicht äussere.

Ein Blick auf Ernis Mandantenliste zeigt: Der Filmemacher hat einen der prominentesten Juristen des Landes engagiert. Der Anwalt aus dem Kreis 4 kämpfte für seine Auftraggeber in spektakulären Fällen vor Richtern und Geschworenen.

Swissair, Banker und Bilkei

Erni verteidigte nach dem Swissair-Grounding den gescheiterten Konzernchef Philippe Bruggisser und vertrat Finanzier Martin Ebner, als dieser dem Insider-Handel angeschuldigt war. Auch Privatbankier Oskar Holenweger engagierte Erni, als er in die Affäre um den Bundesanwalt Valentin Roschacher verwickelt war. Letzterer musste am Ende den Hut nehmen.

Zu Ernis Mandanten zählte auch Augusta. S., die Ex-Freundin von Kinderschänder René Osterwalder. Sie wurde für die Mittäterschaft im Babyquäler-Prozess verurteilt. Ebenso trat Erni für den Tierarzt Gabor Bilkei ein, der für die Tötung seiner Frau verurteilt worden war.

«Messerscharf und staubtrocken»

Auch Zürichs ehemalige Bauvorsteherin Dorothee Fierz nahm Ernis Dienste in Anspruch. Die Ex-Regierungsrätin wurde dank dem Anwalt freigesprochen. Sie war in Zusammenhang mit einem öffentlich ausgetragenen Streit mit Rita Fuhrer der Amtsgeheimnisverletzung beschuldigt worden.

Seine Sporen verdiente sich Erni als Verteidiger von Drögelern und Kleinkriminellen ab. Noch heute hat der Anwalt seine Kanzlei im wenig glamourösen Kreis 4 in Zürich. «Er redet extrem wenig und denkt schnell», sagte ein Berufskollege vor zwei Jahren gegenüber «Cashdaily». Ein anderer Anwalt sagte: «Seine Plädoyers sind schnörkellos, staubtrocken und messerscharf.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.09.2009, 15:44 Uhr

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