Schweiz

Widmer-Schlumpf: Polanski war nie ein Thema

Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf hat erneut detailliert Stellung bezogen zur Verhaftung des polnisch-französischen Starregisseurs Roman Polanski.

Ausnahmsweise informiert: Justizministerin Widmer-Schlumpf.

Ausnahmsweise informiert: Justizministerin Widmer-Schlumpf. (Bild: Keystone)

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Dies sei grundsätzlich so, wenn das polizeiliche und juristische Verfahren einmal laufe, sagte sie in einem Interview der «Neuen Zürcher Zeitung». Sie selber sei am vergangenen Freitag gegen Abend vom zuständigen Bundesamt darüber informiert worden, dass es am Wochenende zur Festnahme Polanskis kommen könnte, sagte die Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) weiter.

Bei ihren Kontakten mit den USA in den vergangenen Monaten sei der Fall Polanski nie ein Thema gewesen. Dass sie über eine Verhaftung überhaupt im Voraus informiert worden sei, sei eine Ausnahme. Das Bundesamt für Justiz habe diese Ausnahme gemacht, weil es erkannt habe, dass es sich hier im einen besonderen Fall handle, der Reaktionen auf der politischen Ebene auslösen werde. Unbeeinflusst davon sei das polizeilich-juristische Verfahren aber weitergelaufen.

Dasselbe Vorgehen erwarten

Die EJPD-Chefin bekräftigte ausserdem, es habe keinen Grund gegeben, den Haftbefehl der USA nicht zu vollziehen. Bei einem gültigen Schweizer Haftbefehl würde die Schweiz bei einer solchen Ausgangslage von jedem anderen Land dasselbe Vorgehen erwarten.

Zur Frage, wieso Polanski trotz häufigen Aufenthalten in der Schweiz nicht schon früher verhaftet worden sei, sagte Widmer-Schlumpf, es sei nicht vorstellbar dass die Polizei den zahllosen offenen Haftbefehlen aus anderen Ländern aktiv nachgehe. Wenn aber die Polizei des Staates, der jemanden zur Verhaftung ausgeschrieben habe, zusätzlich zum Haftbefehl konkrete Informationen übermittle, die eine Festnahme der gesuchten Person erlaubten, habe die Polizei des Ziellands zu handeln. (sam/ap)

Erstellt: 30.09.2009, 08:45 Uhr

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10 Kommentare

Alex Noser

01.10.2009, 21:07 Uhr
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Ich verstehe die Aufregung über die Verhaftung von Polanski nicht. Wurde nicht vor nicht allzulanger Zeit gewünscht, dass sexuelle Vergehen an Minderjährigen nicht verjähren dürfen? Diejenigen, die jetzt gegen diese Verhaftung Sturm laufen, haben sich damals wohl für diese Unverjährbarkeit ausgesprochen. Passt ganz gut zu unserer verlogenen Gesellschaft. Antworten


Heinz Binggeli

30.09.2009, 18:48 Uhr
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Herr R.Polanski hat doch selber eine Tochter? Bei solchen Typen hätte ich als Mutter echt Angst! Antworten


Carlo Hirt

30.09.2009, 17:14 Uhr
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Hier in diesem Land gab es, es ist noch nicht lange her, eine Abstimmung die eine solche Tat (Verbrechen, nicht Kavaliersdelikt) als nicht mehr verjährbar einstuft, ergo bei uns Gesetz ist. Damals waren gerade die Schichten am lautesten für das Gesetzt die heute diesem Parvenue seine eingestandene Tat vergeben wollen. Erstaunlich, sind es dabei vor allem Frauen. Haben die alle keine Töchter? Antworten


Ruedi Mangold

30.09.2009, 16:47 Uhr
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Es ist einfach komisch, dass die USA 35 Jahre lang nicht gewusst haben wollen, wo sich Polanski aufhält. Nachdem das Opfer die Klage längst zurückgezogen hat sollte man die Sache endlich beerdigen. Der Mann hat schon genug gebüsst. Und 50 Jahre Haft, die ihm u.U. drohen sind absolut daneben und steht in keinem Verhältnis zur Ta. Vor allem nicht nach so langer Zeit. Antworten


Altorfer Kurt

30.09.2009, 14:25 Uhr
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Hausarrest in Gstaad! Wenn das bewillgt würde verstehe ich die Welt nicht mehr. Antworten


Richard Stengel

30.09.2009, 12:46 Uhr
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Frau BR Widmer Schlumpf hat Recht. Es wurden nie Grossbetruegern, wie Marc Rich, der von den USA international gesucht wurde nachgegangen. Auch der Nazi Arzt Mengele wohnte in der Schweiz und wurde weltweit gesucht. Ich frage mich nun, wieviele intern. Grossverbrecher nun in der Schweiz mit ihren Millionen und Villen, leben? Antworten


Martin Heimgartner

30.09.2009, 11:21 Uhr
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Das EJPD erkennt die Problematik einer plötzlichen Verhaftung, nachdem man ihn jahrelang als Gast und touristischen Geldbringer unter Berichterstattung in der Klatschpresse als Freund des Landes empfangen hat, obwohl seine Geschichte hinlänglich bekannt ist. Nur die ach so weltgewandten Schweizer Politiker verstehen die Botschaft nicht und warnen ihn vor erneuter Einreise. Dilettanten... Antworten


Hans Abächerli

30.09.2009, 10:25 Uhr
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Staunend verfolge ich die Voten derjenigen Leute, die sich über die Verhaftung des Flüchtlings R.P. negativ äussern! Die finden, nach 33 Jahren Flucht sollte wegen 'dieser Bagatelle (!!!)' die Schweiz nun nicht 'päpstlicher als der Papst' reagieren! Dieses 'Unrechtsverständnis' ist schon fast schockierend! Und dass sich R.P. selber in Interviews über sein Verbrechen lustig macht, ist schlimm! Antworten


rene klingler

30.09.2009, 10:22 Uhr
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Obwohl ich Frau Schlumpf überhaupt nicht ausstehen kann, aber da muss ich ihr wegen ihrer Gradlinigkeit ein Kränzchen winden.BRAVO! Antworten


Walter Zimmermann

30.09.2009, 09:29 Uhr
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Polanski / Unverjährbarkeit bei Vergewaltigung. Ausgerechnet die Schweiz hat im 2008 das Prinzip der Unverjährbarkeit eines solchen Delikts sanktioniert. Frau Bundesrätin Widmer-Schlumpf war dagegen. Die Schweizer Justizbehörden haben also ganz einfach den für mich unverständlichen Volkswillen vollzogen. Jede Kritik ist unberechtigt. Dagengen: Unrechtsstaat Frankreich??? Antworten



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