Widmer-Schlumpf: Polanski war nie ein Thema

Aktualisiert am 30.09.2009 10 Kommentare

Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf hat erneut detailliert Stellung bezogen zur Verhaftung des polnisch-französischen Starregisseurs Roman Polanski.

Ausnahmsweise informiert: Justizministerin Widmer-Schlumpf.

Ausnahmsweise informiert: Justizministerin Widmer-Schlumpf. (Bild: Keystone)

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Dies sei grundsätzlich so, wenn das polizeiliche und juristische Verfahren einmal laufe, sagte sie in einem Interview der «Neuen Zürcher Zeitung». Sie selber sei am vergangenen Freitag gegen Abend vom zuständigen Bundesamt darüber informiert worden, dass es am Wochenende zur Festnahme Polanskis kommen könnte, sagte die Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) weiter.

Bei ihren Kontakten mit den USA in den vergangenen Monaten sei der Fall Polanski nie ein Thema gewesen. Dass sie über eine Verhaftung überhaupt im Voraus informiert worden sei, sei eine Ausnahme. Das Bundesamt für Justiz habe diese Ausnahme gemacht, weil es erkannt habe, dass es sich hier im einen besonderen Fall handle, der Reaktionen auf der politischen Ebene auslösen werde. Unbeeinflusst davon sei das polizeilich-juristische Verfahren aber weitergelaufen.

Dasselbe Vorgehen erwarten

Die EJPD-Chefin bekräftigte ausserdem, es habe keinen Grund gegeben, den Haftbefehl der USA nicht zu vollziehen. Bei einem gültigen Schweizer Haftbefehl würde die Schweiz bei einer solchen Ausgangslage von jedem anderen Land dasselbe Vorgehen erwarten.

Zur Frage, wieso Polanski trotz häufigen Aufenthalten in der Schweiz nicht schon früher verhaftet worden sei, sagte Widmer-Schlumpf, es sei nicht vorstellbar dass die Polizei den zahllosen offenen Haftbefehlen aus anderen Ländern aktiv nachgehe. Wenn aber die Polizei des Staates, der jemanden zur Verhaftung ausgeschrieben habe, zusätzlich zum Haftbefehl konkrete Informationen übermittle, die eine Festnahme der gesuchten Person erlaubten, habe die Polizei des Ziellands zu handeln. (sam/ap)

Erstellt: 30.09.2009, 08:45 Uhr

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10 Kommentare

Walter Zimmermann

30.09.2009, 09:29 Uhr
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Polanski / Unverjährbarkeit bei Vergewaltigung. Ausgerechnet die Schweiz hat im 2008 das Prinzip der Unverjährbarkeit eines solchen Delikts sanktioniert. Frau Bundesrätin Widmer-Schlumpf war dagegen. Die Schweizer Justizbehörden haben also ganz einfach den für mich unverständlichen Volkswillen vollzogen. Jede Kritik ist unberechtigt. Dagengen: Unrechtsstaat Frankreich??? Antworten


rene klingler

30.09.2009, 10:22 Uhr
Melden

Obwohl ich Frau Schlumpf überhaupt nicht ausstehen kann, aber da muss ich ihr wegen ihrer Gradlinigkeit ein Kränzchen winden.BRAVO! Antworten



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