Didier Burkhalter: Konsensfähiger Sachpolitiker
(Bild: BZ Grafik: Signer)
Der Neuenburger FDP-Ständerat Didier Burkhalter scheint nebst den Konkurrenten für die Bundesratswahl keine politischen Gegner zu haben. Das mag daran liegen, dass der 49-jährige Vater dreier Kinder zurückhaltend politisiert. In seiner Arbeit in den Kommissionen für Finanzen, Sicherheit und Wissenschaft gilt der Ökonom als guter Zuhörer und angenehmer Gesprächspartner, der in Dossiers sattelfest ist.
Dass er auch bereit ist, über Parteigrenzen hinweg politische Lösungen zu erarbeiten und das anerkannt wird, signalisierte die SP schon im Vorfeld der Bundesratsersatzwahl: Die Parteispitze betonte verschiedentlich, dass sie mehrere FDP-Kandidaturen für nicht wählbar hält – jene von Burkhalter wurde aber nicht genannt.
Rechts der Mitte gilt er zwar nicht als Wunschkandidat, dennoch scheint Burkhalter auch hier zumindest nicht auf Widerstand zu stossen: Entsprechend äusserten sich die SVP-Chefstrategen Christoph Blocher und Christoph Mörgeli.
Hartnäckiger Kämpfer hinter den Kulissen
Das politische Profil Burkhalters (siehe Grafik) liefert eine Erklärung dafür, dass seine Kandidatur weder links noch rechts abgelehnt wird. Burkhalters klare Unterstützung einer aussenpolitischen Öffnung dürfte zwar bei der SVP für Naserümpfen sorgen – dafür sieht sie in der wirtschaftlichen Liberalisierung, beim Umweltschutz sowie bei Law & Order ihren politischen Kurs bestätigt. Was der SVP lieb ist, meidet die SP und beurteilt den Kandidaten eher unter umgekehrten Vorzeichen. Positiv ins Gewicht fallen dürfte hier, dass Burkhalter einem gut ausgebauten Sozialstaat nicht völlig abgeneigt ist. Dieses Profil, das sich nicht klar zuordnen lässt, macht ihn zu einem aussichtsreichen Kandidaten.
Didier Burkhalter ist weder ein charismatischer Politiker noch ein Mann mit Ecken und Kanten, der seine Anliegen publikumswirksam durchsetzt. Es wird ihm aber durchaus zugetraut, hinter den Kulissen ein Anliegen hartnäckig zu verfolgen. Eine solche Forderung, die Burkhalter bisher mit Nachdruck vertreten hat, ist die Regierungsreform, die eine neue Aufgabenverteilung vorsieht. In mehreren Anläufen scheiterte das Parlament bisher am Widerstand des Bundesrats. Wenn das Parlament Didier Burkhalter am 16. September wählt, wird er beweisen können, ob er hier seiner Linie treu bleibt.
In Armeefragen setzt sich der Neuenburger Ständerat konsequent für Reformvorhaben ein und spricht sich für internationale Zusammenarbeit aus. Bei der Europapolitik beschränkt sich sein Wunsch nach Öffnung aber auf den bilateralen Weg – einen EU-Beitritt lehnt er ab. (Ki/BZ)
Erstellt: 16.09.2009, 10:13 Uhr
Schweiz
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.







