Peter Spuhler warnt vor islamischem Boykott
Dossier
Der Unternehmer und SVP-Nationalrat Peter Spuhler kritisiert die Anti-Minarett-Initiative: «Sie ist eine Gefahr für die Schweizer Wirtschaft.» Sie löse kein einziges Problem. Werde sie angenommen, führe das zu einer Radikalisierung: «Aussenpolitisch müssen wir mit Sanktionen rechnen. Die Reaktionen können sehr emotional und heftig ausfallen, das haben wir mit den Karikaturen in Dänemark gesehen. Das kann bis zum Boykott führen.»
Nahostexperte Erich Gysling teilt Spuhlers Befürchtung. Die Schweiz exportierte 2008 Waren im Wert von rund 14 Milliarden Franken in Länder mit muslimischer Mehrheit. Das sind knapp 7 Prozent des gesamten Exports.
Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer sieht nicht nur den Export, sondern auch die Einnahmen aus dem Banking und Tourismus gefährdet. Zudem drohe politischer Schaden für die Schweiz als internationale Vermittlerin.
Volks-Nein als Signal für mehr Minarette?
Die Anti-Minarett-Initiative könnte nicht nur der Wirtschaft schaden sondern auch zum Bumerang für die SVP werden. Der Wirbel um die Initiative «provoziert Gegenreaktionen der Muslime», sagt die Islamwissenschafterin Rifa’at Lenzin im Streitgespräch mit SVP-Nationalrat Lukas Reimann in der Zeitung «Sonntag». Wenn die Verbots-Initiative abgelehnt werde, könne das als Votum für mehr Minarette aufgefasst werden: «Bisher wollten wir gar keine Minarette, aber wenn wir dauernd ausgegrenzt werden, wollen wir unsere Rechte auch wahrnehmen», so Lenzin. Sollte das Volksbegehren angenommen werden, sei mit einem juristischen Nachspiel zu rechnen: «Ich gehe davon aus, dass Muslime in Strassburg klagen.»
Fünf Wochen vor dem Abstimmungstermin ist der Ausgang noch offen. Gemäss SRG-Umfrage sagt jeder Dritte Ja zum Bauverbot für Minarette, 53 Prozent lehnen die Initiative ab.
(bru)
Erstellt: 25.10.2009, 08:08 Uhr





