Minarett-Verbot? Die meisten Deutschen sagen Nein
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Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die Zeitung «Bild am Sonntag» waren nur 38 Prozent der befragten Menschen gegen Gebetstürme an Moscheen. 48 Prozent lehnten ein Bauverbot dagegen ab. Die übrigen Befragten antworteten mit «Weiss nicht» oder machten überhaupt keine Angaben zu dieser Frage.
Diese repräsentativen Daten widersprechen den Resultaten von Umfragen, die von Online-Nachrichtenportalen wie «Welt» oder eben auch «Bild» durchgeführt worden waren. Auf der Webseite von «Bild» hatten bis Freitagabend um 21:52 Uhr laut dem Umfrage-Tool 249'646 Personen abgestimmt – und 82 Prozent votierten angeblich für ein Verbot von Minaretten. Solche Online-Resultate wurden auch nach der Schweizer Abstimmung verwendet – zum Beispiel von «Weltwoche»-Verleger und -Chefredaktor Roger Köppel, der damit in einer ARD-Talkshow argumentiert hatte.
Mehrheit im Westen, Minderheit im Osten
Besonders in Westdeutschland sind die Befürworter von Minaretten deutlich in der Mehrheit. Hier sprachen sich 51 Prozent gegen und nur 37 Prozent für ein Verbot aus. Anders in den neuen Bundesländern, wo 44 Prozent der Befragten für ein Minarett-Verbot stimmten und 37 Prozent dagegen.
Mehrheitlich für ein Verbot der Gebetstürme sind auch die Befragten über 65 Jahre, die Befragten mit Volksschulabschluss und mit einem knappen Mehr auch die Anhänger der SPD. Die grösste Ablehnung eines Verbots gibt es bei den Wählern der Grünen und den Befragten mit Abitur. Emnid hatte insgesamt 1000 Personen befragt.
Umfragen mit grosser Vorsicht zu bewerten
In der Schweiz hatten am vergangenen Sonntag bei einer Volksabstimmung überraschend mehr als 57 Prozent die Minarett-Initiative angenommen. Ein überraschendes Votum: In der zweiten und letzten SRG-Umfrage vor der Abstimmung hatten unverändert 53 Prozent ein solches Bauverbot abgelehnt, während die Befürworter 37 Prozent erreichten. (raa/ap)
Erstellt: 05.12.2009, 09:21 Uhr











