Warum das Home Office immer wichtiger wird

Wir wollen wissen, was die Schweiz im nächsten Jahrzehnt bewegt – und haben Menschen aus unterschiedlichsten Gebieten dazu befragt. Heute: Peter Waser, Chef Microsoft Schweiz.

«Einfach zuschauen und abwarten ist vorbei», sagt Peter Waser.

«Einfach zuschauen und abwarten ist vorbei», sagt Peter Waser.

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Peter Waser, was wird uns in den nächsten zwei, drei Jahren wichtig sein?
Produktiveres Arbeiten unabhängig von Zeit und Ort. Wir wollen unsere Freiräume ausbauen und gleichzeitig höchste Leistung und Qualität im Job erbringen. Diese auf den ersten Blick widersprüchlichen Zielsetzungen lassen sich nur dann vereinbaren, wenn wir das Potenzial modernster Werkzeuge maximal ausschöpfen. Dabei gewinnt das Thema Mobilität extrem an Bedeutung. Mobilität im Sinne von «Überall arbeiten und jederzeit auf wichtige Daten zugreifen können».

Auch wenn in der Schweizer Firmen- und Führungskultur das Thema Home Office noch sehr zurückhaltend eingesetzt und propagiert wird, bin ich überzeugt davon, dass immer mehr Firmen erkennen werden, dass sich mit der Arbeit von zu Hause aus ein enormer Gewinn an Lebensqualität, Produktivitätssteigerungen und erst noch sinkende CO2-Emissionen erzielen lassen.

Was ist vorbei?
Die Ignoranz und die «Ein-anderer-machts-Einstellung» im Zusammenhang mit globalen Herausforderungen wie der Klimaerwärmung. Zentral ist vielmehr die Diskussion «Wer kann und soll was konkret tun». Die Konferenz in Kopenhagen hat klar aufgezeigt, dass darüber noch kein globaler Konsens herrscht.

Einfach zuschauen und abwarten ist ebenfalls vorbei. Jeder kann in seinem eigenen Einflussbereich tätig werden. Hier kann auch die IT-Industrie einen wesentlichen Beitrag leisten. Zwei Prozent des weltweiten Energieverbrauchs gehen in die IT-Infrastruktur. Das ist etwa gleich viel wie der gesamte Flugverkehr. Wir müssen alles daran setzen, die IT-Infrastruktur zu verringern und schlanker zu managen.

Noch mehr Einsparungspotenzial sehe ich aber in den anderen 98 Prozent - mittels modernster IT-basierter Systeme können wir helfen, den Energieverbrauch kontinuierlich zu reduzieren. Hier denke ich an Web-Video-Konferenzen, welche unproduktive Reisezeiten verringern, an optimierte Logistik- und Produktionsprozesse und generell an Systeme, die Transparenz über die Energiekonsumation schaffen und damit helfen, das eigene Verhalten zu verändern.

Talente, von denen man hören wird?
Der Begriff Talent wird meiner Meinung nach oft überbewertet. Für mich ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine hohe Lebensqualität und beruflichen Erfolg der clevere Umgang mit der knappen Ressource Zeit. Sich Freiräume schaffen, beziehungsweise sich abzugrenzen und dennoch jederzeit für die wichtigen beruflichen und privaten Dinge Zeit zu haben, ist eine der wichtigsten Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.

Was sollte man sich nun vornehmen?
Wir sollten mehr Zeit aufwenden um nachzudenken, zu reflektieren, vorauszuschauen und Entscheide zu treffen. Ebenso finde ich es wichtig, noch mehr Zeit für den intensiven Austausch mit wichtigen Personen im beruflichen und privaten Umfeld einzuplanen.

Ihr persönliches Thema für die nächsten Jahre?
Die zunehmende persönliche Vernetzung der Individuen mit anderen Individuen, aber auch mit Organisationen wie wirtschaftlichen Unternehmen oder Behörden. Letzteres gehört für mich zu den zentralen Herausforderung – mit der Annahme der Swiss-ID in der letzten Herbstsession hat das Parlament den Weg bereitet für einen Meilenstein im modernen Datenverkehr. Ab April 2010 wird sich jeder Bewohner eine digitale Identität beschaffen können. Diese wird den Austausch und Geschäftsverkehr in der digitalen Welt massiv vereinfachen.

Diese Entwicklung führt zu unzähligen neuen Möglichkeiten. Ich sehe ein riesiges Potenzial beim Ein- und Verkauf von Gütern und Dienstleistungen, aber auch in bestimmten Branchen wie beispielsweise dem Gesundheitswesen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 27.12.2009, 15:38 Uhr)

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