Schweiz

Arbeitete die Libyen-Geisel schwarz?

Aktualisiert am 06.09.2009 1 Kommentar

Dass die festgehaltenen Geschäftsleute in Tripolis gegen Visagesetze verstossen haben sollen, galt bisher als ein Vorwand Qadhafis. Ein englischer Journalist sagt jetzt etwas ganz anderes.

Hat der Geschäftsmann «wie so viele den kürzeren Weg genommen»?: Schweizer Botschaft in Libyen im Jahr 2005.

Hat der Geschäftsmann «wie so viele den kürzeren Weg genommen»?: Schweizer Botschaft in Libyen im Jahr 2005.
Bild: Keystone

Seit 413 Tagen schon sitzt Max Göldi in der Schweizer Botschaft von Tripolis fest. Die libysche Justiz wirft dem Chef von ABB Libyen und seiner Mitgeisel Verstösse gegen die «Einwanderungs- und Auftenhaltsbestimmungen» vor. In der Schweiz hielt man diese Anschuldigungen bislang für einen Vorwand der Libyer.

Am Samstag verdichteten sich jedoch Hinweise, dass Göldi zeitweise ohne gültige Arbeitsbewilligung in Libyen tätig war – und nur ein Touristenvisum besass. Martin Fletcher (53) bestätigt diese Version gegenüber dem «SonntagsBlick». Der Journalist der Londoner Zeitung «Times» hat in den letzten zwei Wochen als Sonderkorrespondent in Tripolis gearbeitet. «Meines Wissens ist Max Göldi mit einem Touristenvisum nach Libyen eingereist», sagt Fletcher zu «SonntagsBlick». «Davor soll er in der Schweiz erfolglos versucht haben, eine Erneuerung des Geschäftsvisums zu bekommen.»

Fletcher beruft sich auf eine «sehr zuverlässige Quelle in Tripolis». Eine offizielle Bestätigung habe er nicht. Die Einreise per Touristen-Visum sei für westliche Geschäftsleute Routine. «Die Visum-Erneuerung ist ein konstantes Problem für Leute, die häufig ein- und ausreisen», so Fletcher. «Anstatt das langwierige Prozedere abzuwarten, hat Göldi vermutlich die Abkürzung gewählt – wie viele andere vor ihm auch.» Das Schweizer Aussendepartement (EDA) wollte diese Informationen am Samstag weder bestätigen noch dementieren. Sprecher Georg Farago berief sich dabei auf den «Persönlichkeitsschutz», zudem sei das EDA nicht im Besitz der Anklageschrift. Auch bei der ABB hiess es gestern «no comment».

Erstellt: 06.09.2009, 11:54 Uhr

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1 Kommentar

Jürg Baeder

14.09.2009, 20:33 Uhr
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Wieso lässst man die ganze Angelgenheit nicht einfach links liegen. Denn erreichen wird man eh nichts - und da macht es sinn, einfach einmal alles auszuschalten. Ich mache das bei Virusgefahr bei meinem PC genau so, und ich habe damit Erfolg. Das kann auch in der Diplomatie funktionieren. Hände weg, und später wieder aufstarten und "Neu-Anfang" Antworten



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