Schweiz

«Die Schweizer müssen ganze Welt aufrütteln»

Aktualisiert am 25.10.2009 2 Kommentare

Emmanuel Altit war Anwalt der bulgarischen Ex-Geiseln in Libyen. Er sagt, was die Schweiz tun muss, um ihre beiden Geiseln freizubekommen.

«Die Libyer werden einlenken, wenn sie merken, dass sie mehr zu verlieren als zu gewinnen haben»: Der französische Anwalt Emmanuel Altit.

«Die Libyer werden einlenken, wenn sie merken, dass sie mehr zu verlieren als zu gewinnen haben»: Der französische Anwalt Emmanuel Altit.
Bild: Keystone

Für den Anwalt der bulgarischen Ex-Geiseln in Libyen muss die offizielle Schweiz in der Libyen-Affäre in den Hintergrund treten. Stattdessen müssten die Angehörigen der beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer und die Öffentlichkeit in die Bresche springen.

Das bisherige Vorgehen des Bundesrates in der Libyen-Affäre wird vom französischen Anwalt Emmanuel Altit als das falsche Vorgehen bewertet. Je mehr der Bundesrat in diesem «Kräftemessen» nachgegeben habe, desto mehr habe der Qadhafi-Clan aufgetrumpft, erklärte er gegenüber der Zeitung «Sonntag».

Politik unter Druck setzen

«Wenn die Schweizer kämpfen wollen, können sie nur eines tun: mobilisieren», sagte der Anwalt der fünf bulgarischen Krankenschwestern, die in Libyen zusammen mit einem palästinenischen Arzt zum Tode verurteilt waren. Er meine damit nicht die Behörden, sondern die Öffentlichkeit und die Familien der beiden Festgehaltenen.

Altit schlägt eine umfassende Strategie vor. Der Elan müsse von den Familien, Angehörigen und einem Komitee ausgehen, dass die Menschen sensibilisiere, die ganze Welt aufrüttle und die Politik unter Druck setze, mutmasst der Anwalt. «Die Libyer werden langsam einlenken, wenn sie merken, dass sie mehr zu verlieren als zu gewinnen haben.»

Verständlich aber falsch

Dass die Angehörigen von der Schweizer Regierung angehalten würden, sich ruhig zu verhalten, sei zwar verständlich aber falsch. Das habe auch der Fall der bulgarischen Krankenschwestern gezeigt.

Anfangs sei Sofia gegenüber der Öffentlichkeitsstrategie auch skeptische gewesen. Zum Schluss habe die bulgarische Regierung die Bemühungen unterstützt.

Seit nunmehr 15 Monaten werden die beiden Schweiz in Libyen festgehalten, seit fünf Wochen fehlt von ihnen jede Spur. Eine der beiden Personen arbeitete für den Technologiekonzern ABB in Libyen. (bru/sda)

Erstellt: 25.10.2009, 17:15 Uhr

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2 Kommentare

Max Meili

26.10.2009, 09:11 Uhr
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Endlich mal jemand, der weiss, wovon er spricht. Es reicht nicht, Bundespräsident zu sein, man muss Erfahrungen auf einem Gebiet haben oder die Grösse, auf Leute zu hören, die über die nötigen Erfahrungen verfügen. Antworten


Thomas Vieli

27.10.2009, 12:01 Uhr
Melden

Wen will die Schweiz denn aufrütteln? Die EU oder OECD Nachbarstaaten, denen Sie versucht hat, auf der Nase runzutrampeln mit Ihrer Unabhängigkeit und deren Steuerkriminellen sie mit Verwies auf das eigene Gemeinwohl unablässlich Hand bietet? Der Intendant hatte nicht unrecht, als er die Schweiz "verlogen" nannte! Antworten



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