Schweiz
«Als ob 40 Jahre Diktatur nicht genug wären»
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Dies haben Vertreter der kommunalen Führungsgruppen in der Hauptstadt Tripolis vorgeschlagen. Laut Medienberichten vom Montag würde der 37-jährige Qadhafi, wenn seine Ernennung beim nächsten «Allgemeinen Volkskongress» bestätigt werden sollte, künftig die Arbeit der Regierung und der Sicherheitskräfte überwachen.
Der nächste Kongress ist für kommenden März geplant. Es ist jedoch nach Ansicht libyscher Beobachter möglich, dass für seine Ernennung ein ausserordentlicher Kongress einberufen wird.
Oberst Muammar al-Qadhafi hatte in der vergangenen Woche während eines Geheimtreffens in der Stadt Sebha an Regierungsbeamte und Angehörige des Allgemeinen Volkskongresses (Parlament) appelliert, ein öffentliches Amt für seinen Sohn zu finden, «damit er seine Pflicht gegenüber dem libyschen Volk erfüllen kann». Diese haben seinen Wunsch nun prompt erfüllt.
Leiter einer Stiftung
Seif al-Islam, der bislang kein öffentliches Amt bekleidet, sondern nur eine Wohltätigkeitsstiftung leitet, hat sich zu dieser neuen Entwicklung bislang öffentlich nicht geäussert. Im vergangenen Jahr hatte der Sohn, der sich den Anstrich eines Reformers gibt, noch erklärt, er wolle sich aus dem politischen Leben ganz zurückziehen.
Die Nationale Front für die Rettung Libyens hatte am vergangenen Samstag erklärt, die Suche nach einem Posten für den Qadhafi-Sohn sei die Vorbereitung dafür, dass dieser nach dem Tod seines Vaters dessen Amt erben solle. «Als ob 40 Jahre Diktatur nicht genug wären», kommentierte die Exil-Oppositionsgruppe. (sam/sda)
Erstellt: 12.10.2009, 13:44 Uhr





