Noch ein Prozess gegen die Schweizer Geiseln
Artikel zum Thema
- Anwalt: Ghadhafi bringt die Geiseln gar nicht aus der Botschaft
- «Damit opfern wir die beiden Geiseln»
- Wie es in der Libyen-Affäre weitergehen soll
- Schweizer Geiseln verurteilt: «Datum bewusst gewählt»
- «Religiös-rassistisch»: Der Kommentar Libyens zum Minarett-Verbot
- Die Chronologie der Libyen-Krise
Die zwei Geschäftsleute müssen sich wegen illegalen wirtschaftlichen Aktivitäten verantworten, wie ein libyscher Beamter am Mittwoch bekannt gab. Gestern war bekannt geworden, dass der 54-jährige Max Göldi, Länderchef Libyen des Technologiekonzerns ABB, und der 69-jährige Rachid Hamdani, der in Libyen für eine Schweizer Baufirma tätig war, Anfangs Woche wegen Verletzung von Aufenthaltsbestimmungen und Arbeitsgesetzen zu je 16 Monaten Gefängnis verurteilt worden waren. Die beiden könnten die Urteile anfechten.
Zur Verhandlung waren laut dem libyschen Beamten, der nicht genannt werden wollte, keine Diplomaten oder Medienleute zugelassen gewesen. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten hatte am Dienstagabend lediglich die Verurteilung «wegen angeblicher Visavergehen in absentia» bestätigt. Die beiden hielten sich nach wie vor in der schweizerischen Botschaft in Tripolis auf. Das EDA bleibe mit den Angehörigen in engem Kontakt und koordiniere das weitere Vorgehen.
Die beiden Schweizer Geschäftsleute waren am 19. Juli 2008 in Tripolis in Polizeigewahrsam genommen worden. Der Schritt folgte vier Tage nach der vorübergehenden Verhaftung von Hannibal Gaddafi und dessen Frau in einem Genfer Hotel. Libyen warf den beiden Schweizern vor, gegen Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen verstossen zu haben. Nach zehntägiger Haft kamen die Geschäftsleute gegen Bezahlung einer Kaution in der Höhe von je 9000 Franken wieder frei. Sie konnten aber das Land seither nicht verlassen und hielten sich meist in der Schweizer Botschaft auf. (raa/ap)
Erstellt: 02.12.2009, 13:23 Uhr
Schweiz
Schweiz
Meistgelesen in der Rubrik Schweiz
- 1Roger de Weck in der Kritik
- 2Rohe Gewalt als Markenzeichen
- 3300 Einsprachen gegen Bauprojekte – Initianten gehen auf die Barrikaden
- 4Die seltsame Vergabepraxis des Bundesamts für Migration
- 5Möglicher Euro-Austritt: Bund arbeitet an Notfallplan
- 6«Die Schweiz muss intensiver nach Steuerbetrügern fahnden»
































