Schweiz

Uni-Besetzer lassen Treffen mit Rektor platzen

Aktualisiert am 19.11.2009

«Das Plenum hat heute entschieden, ihrem Angebot nicht nachzukommen», teilen die Besetzer dem Uni-Rektor mit – mitten in der Nacht per E-Mail.

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Die Studentenproteste haben Zürich erreicht: Am Dienstagabend, 17. November haben mehrere hundert Studierende an einer Protestveranstaltung an der Universität teilgenommen – und danach den grossen Hörsaal besetzt. Am Morgen danach: Die Studenten, die die Nacht an der Uni Zürich verbracht haben, werden langsam wach.
Bild: Leserreporter

   

Die Besetzung des Hörsaals KOH-B10

Die protestierenden Studenten halten seit vergangenem Dienstagabend den Hörsaal KOL-B10 der Universität Zürich besetzt. Die Besetzer wollen sich laut eigenen Angaben kritisch mit dem gegenwärtigen Bildungssystem auseinandersetzen. Sie wehren sich gegen die vor zehn Jahren angestossene Bologna-Reform - der einheitlichen Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master.

Damit hat eine Protestbewegung Zürich erreicht, die offenbar vor vier Wochen an der Akademie der bildenden Künste in Wien begonnen hatte und seither zahlreiche Nachahmer an mehreren europäischen Universitäten gefunden hat. Neben Zürich gab es in der Schweiz auch an den Universitäten von Basel und Bern Proteste. Während in Bern und Zürich die Besetzung von Räumen zunächst anhielt, gaben die Studenten in Basel die Besetzung der Aula laut ihren Angaben am Mittwoch auf.

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Die E-Mail erreichte den Uni-Rektor Fischer morgens um 2.39 Uhr. Man danke ihm für seine Anfrage. Fischer hatte am Mittwoch die Besetzer des Hörsaals KOH-B10 um ein Gespräch ersucht. «Das Plenum hat heute aber entschieden, ihrem Angebot nicht nachzukommen. Für ein Gespräch stehen wir diesen Freitag im Plenum zur Verfügen. Die Sitzung findet im B-10 um 18 Uhr statt», heisst es in der E-Mail weiter.

Die Forderungen der Studenten bleiben laut Fischer «unklar»

Fischer wollte sich über Mittag entscheiden, wie er auf dieses Angebot reagieren will. Zur Frage, ob der Hörsaal geräumt werden wird, mochte er sich nicht äussern. Fischer hielt aber fest, dass mit dem besetzten Hörsaal und der zuvor vorsorglich geschlossenen Aula der Studienbetrieb gestört werde.

Vom Treffen, das er den Studenten angeboten hatte und das am Donnerstag um 10.00 Uhr hätte stattfinden sollen, hatte sich Fischer Antworten der Besetzer zum Grund ihrer Aktion erhofft. Nach wie vor will er von ihnen wissen, was sie eigentlich wollen, sagte er in verschiedenen Interviews. Die Forderungen auf kursierenden Flugblättern seien unklar. (fsc/ap)

Erstellt: 19.11.2009, 12:13 Uhr

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