Schweiz

Merz: Die Schweiz ist mit ihrer Krisenpolitik vielen Ländern voraus

Aktualisiert am 31.01.2009 18 Kommentare

Nach Gesprächen mit Regierungschefs und Wirtschaftsexperten am WEF ist Bundespräsident Hans-Rudolf Merz überzeugt, dass die Schweiz frühzeitig die richtigen Massnahmen gegen die Krise getroffen habe.

Im angeregten Gespräch: Tschechiens Präsident Vaclav Klaus und Bundespräsident Hans-Rudolf Merz.

Im angeregten Gespräch: Tschechiens Präsident Vaclav Klaus und Bundespräsident Hans-Rudolf Merz.
Bild: Keystone

Für Bundespräsident Hans-Rudolf Merz war das WEF 2009 ein Erfolg. In Gesprächen mit verschiedenen Regierungschefs habe er insbesondere erkannt, dass die Schweiz mit ihren bereits getroffenen Massnahmen gegen die Finanzkrise vielen Ländern voraus sei. Dieses Jahr habe es in Davos nicht nur auf den Trottoirs mehr Glatteis gehabt als im vergangenen Jahr, sagte der Finanzminister am Freitag im Davoser Posthotel vor den Medien. «Die symbolische Gefahr auszurutschen war gross.» Vor einem Jahr habe man noch vor der Krise gestanden. «Und alle waren ein wenig ratlos.»

Heute seien bereits verschiedene Massnahmen gegen die Finanzkrise ergriffen worden und man habe über erste Erfahrungen sprechen können. Trotz reichem Austausch bleibe aber noch viel Arbeit, denn eine «Unité de doctrine» zwischen den multilateralen Organisationen habe nicht gefunden werden können. Die Gespräche, die er in den vergangenen zwei Tagen geführt habe, hätten ihm auch gezeigt, dass die Schweiz im Umgang mit der Krise vielen Ländern voraus sei, sagte Merz. Vielerorts müssten Massnahmen erst noch umgesetzt werden.

Schweizer Massnahmen kommen an

Dass die Schweizer Massnahmen zur Stabilisierung des Finanzplatzes und der UBS sowie das Konjunkturprogramm in anderen Ländern ausserdem gut ankämen, sei eine Bestätigung, dass die Schweiz richtig gehandelt habe. Nun gehe es darum, weitere Schritte einzuleiten. «Vehement gefordert» worden sei, dass die Banken ihrem Kreditgeschäft wieder in normalem Masse nachgingen, sagte Merz. Ausserdem seien Exit-Strategien dringend nötig. Die Mittel, die zur Rettung von Banken eingesetzt worden seien, müssten schliesslich auch wieder rückgeführt werden.

Damit die Finanzkrise nicht noch weitere Kreise ziehen könne, müssten schnell bezahlbare Richtlinien für die multilateralen Organisationen wie den Internationalen Währungsfonds (IWF) oder die G20 gefunden werden. Das sei allerdings «sehr schwierig» und der Finanzminister fürchtet, «dass uns die Zeit davonläuft».

Bei den Gesprächen habe sich weiter herausgestellt, dass eine Rückkehr zum Protektionsmus nicht bevorstehe, sagte Merz. Mit Stolz könne er ausserdem ankündigen, dass China oder Mexiko sich wünschten, dass die Schweiz sich an den G20 beteiligt. Diese Gruppe, welche die wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt vereinigt, versammelt sich das nächste Mal am 2. April in London. (vin/sda)

Erstellt: 31.01.2009, 06:44 Uhr

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18 Kommentare

Armin B Schweizer

30.01.2009, 21:32 Uhr
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Dolle "Bewaeltigung": Dank Geschenken aus dem Volksvermoegen behalten die Aktionaere der UBS "selbstverstaendlich" ihr Kapital und die Angestellten ihre Boni (was nicht mal dem weisungs- statt gesetz- und vernunftgebundenen Frontbaenker gegoennt wird). Derweil werden die vom Teilumlage- auf das Kapitalabschmelzverfahren umgezwungenen eigenen Rentner schon seit Jahren um den Teuerungsausgleich gepr Antworten


Jean-Pierre Feron

30.01.2009, 23:19 Uhr
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Bei diesen Bundesräten ist die "PolitikKrise" wirklich voraus... "Heute seien bereits verschiedene Massnahmen gegen die Finanzkrise ergriffen worden...." Da kann man nur lachen, wenn nicht einmal mit der UBS klare Verträge abgeschlossen werden konnten. Wir stehen vor dem Abgrung und machen grosse Schritte nach vorne... Sei es die 7 treten ab! Antworten




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