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Wo gehts zu Gott? Die Angst vor dem kleinen Ferkel

Ein Zürcher Gemeinde verbannt ein Bilderbuch aus der Bibliothek, in dem ein Bischof ein Rabbi und ein Mufti um die Gunst eines Schweins buhlen.

In der Bibliothek von Hombrechtikon tabu: Das Buch vom kleinen Ferkel.

In der Bibliothek von Hombrechtikon tabu: Das Buch vom kleinen Ferkel.

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Es ist die Geschichte vom kleinen Ferkel und seinem Freund, dem Igel, die sich aufmachen, Gott zu suchen. Es ist auch die Geschichte der Hombrechtiker Behörden, die wissen, dass ihren Bürgerinnen und Bürger keine Schweinereien zugemutet werden können.

Die Fabel vom Gott suchenden Ferkel hat der deutsche Philosoph Michael Schmidt-Salomon im Bilderbuch «Wo bitte geht’s zu Gott?» aufgeschrieben. Die Geschichte gipfelt in einer Szene, in der sich ein Bischof, ein Mufti und ein Rabbi die Köpfe einschlagen. Solche Frivolitäten wollen die Hombrechtiker Behörden ihren Bürgern nicht zumuten.

30 Prozent sind religionskritisch

Wie kam es dazu? Andreas Koch, ein Bürger besagter Gemeinde, ist Mitglied der Giordano-Bruno-Stiftung, einer Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung. Dieser Stiftung gehören bekannte Philosophen, Künstler und Wissenschafter an. Sprecher und Aushängeschild ist Michael Schmidt-Salomon, der kürzlich in «Sternstunde Philosophie» einem breiten Schweizer Fernsehpublikum vorgestellt wurde. Womit wir wieder in Hombrechtikon gelandet wären.

Andreas Koch wollte der Bibliothek drei Bücher von Schmidt-Salomon schenken. Der Hombrechtiker war der Ansicht, dass aufklärerische Bücher durchaus ins Programm passen würden, zählen sich doch - wie er erklärt - 30 Prozent der Schweizer zu den agnostischen oder religionskritischen Menschen.

Die Mitarbeiterinnen der Bibliothek prüften die Werke mit wachsendem Unmut. Vor allem das Bilderbuch vom kleinen Ferkel lag ihnen auf dem Magen. Nein, solche geistige Kost verdauen die Hombrechtiker nicht, entschieden sie.

Protest per Leserbrief

Andreas Koch war erstaunt. Wenn Kinderbibeln im Angebot Platz haben, in denen ein drohender und zürnender Gott Menschen und Tiere in der Sintflut ersäufen lässt, sollten auch die Bücher von Schmidt-Salomon ins Programm passen. Also schrieb er einen Leserbrief an die Hombrechtiker Gemeindezeitung «Ährenpost».

Zu lang, entschied die Redaktion, und thematisch erst noch unpassend. Zur Überraschung von Andreas Koch wurde sein Schreiben zur Chefsache erklärt, formulierten doch Gemeindepräsident Max Baur und Gemeindeschreiber Jürgen Sulger die Absage persönlich: «Da in der Redaktion sowohl Gemeindepräsident Max Baur, Schulpräsident Walter Bruderer als auch Gemeinderat Peter Widmer tätig sind, können Sie davon ausgehen, dass die nachfolgende Stellungnahme präsidialen Charakter sowohl von der politischen Gemeinde als auch von der Schulgemeinde hat.»

Von Bild und Text schockiert

Ins Visier nahmen die hohen Herren von Hombrechtikon vor allem die Geschichte vom kleinen Ferkel und seinem Freund, dem Igel: «Ähnlich wie unsere Angestellten waren wir schockiert über den Text als auch über die Bilder.» Das Pamphlet sei «eine unglaubliche Beleidigung der darin aufgeführten Religionsgemeinschaften».

Bibliotheksleiterin Verena Korrodi ist mit dieser strengen präsidialen Note nicht ganz glücklich und begründet ihren ablehnenden Entscheid vorsichtiger. Die Comic-artigen Bilder seien nicht kindgerecht, sagt sie. Sie hatte auch Angst, Probleme mit Eltern zu bekommen. Ausserdem fehle der Platz, Bücher aufnehmen, die nicht gefragt seien. Nein, religiöse Zensur sei das nicht.

Ferkel und Igel besteigen Tempelberg

Wieso sorgt das kleine Ferkel für so grosse Aufregung in Hombrechtikon? Das pfiffige Schweinchen fühlt sich zusammen mit seinem Freund, dem kleinen Igel, sauwohl auf der Erde. Bis sie an einem Plakat vorbei kommen, auf dem geschrieben steht: «Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas.» Also machen sich die beiden Freunde auf, ihr Glück zu vervollkommnen und diesen Gott zu suchen. Der schlaue Fuchs weiss wo: Auf dem Tempelberg würden die Menschen darüber streiten, in welchem der prächtigen Gotteshäuser der richtige Gott wohne.

Das Ferkel und der Igel besteigen den heiligen Berg und bestaunen die prunkvollen Bauten. Neugierig besuchen sie Kirche, Synagoge und Moschee. Bischof, Rabbi und Mufti erklären ihnen ihren Glauben. Das kleine Ferkel und sein Freund fühlen sich von den Missionsbemühungen der Würdenträger bedrängt. Als der Mufti von ihnen verlangt, fünfmal am Tag zu beten, ansonsten sie im ewigen Höllenfeuer schmoren müssten, fliehen die beiden Freunde und geraten zwischen die religiösen Fronten. Der Rabbi stopft dem Bischof mit einer Schriftenrolle den Mund. Der Bischof seinerseits schlägt dem Mufti eine Bibel auf den Kopf.

In Wolfhausen zu haben

Eingeschüchtert, aber auch erleichtert, kommen Ferkel und Igel wieder zu Hause an, und sie streichen das «nicht» auf dem Plakat. Nun heisst es: «Wer Gott kennt, dem fehlt etwas!» Das kleine Ferkel tippt sich an die Stirn. Und es weiss plötzlich, was ihnen im bisherigen Leben ohne Gott gefehlt hat: die Angst.

Wer die Abenteuer des Ferkels und des Igels trotzdem lesen möchte, kann es sich in der Bibliothek von Wolfhausen ausleihen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.10.2009, 07:18 Uhr

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45 Kommentare

Filippo Nola

14.10.2009, 08:14 Uhr
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"Der Rabbi stopft dem Bischof mit einer Schriftenrolle den Mund. Der Bischof seinerseits schlägt dem Mufti eine Bibel auf den Kopf." - Wäre doch der Krieg auf dem Tempelberg so harmlos, wie er in diesem Buch dargestellt wird. Antworten


Sabine Müller

13.10.2009, 21:18 Uhr
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Als Bibliothekarin, die schon mehrmals "Buchgeschenke" abgelehnt hat (z.B. von Scientology), habe ich volles Verständnis für das Hombrechtiker Bibliotheksteam. Die Diskussion geht am bibliothekarischen Alltag vorbei: Es geht weder von den Stellenprozenten noch vom verfügbaren Platz her auf, dass alle ihre Lieblings-Bücher der Bibliothek schenken mit der Bedingung, diese in den Bestand aufzunehmen. Antworten


Werner Wittmann

13.10.2009, 10:45 Uhr
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Es ist duch tatsächlich so: Ja keine Kritik am Christentum (an Islam und Judentum schon), sonst könnte ein mächtiges Imperium ins Wanken geraten. Der Memplex der "guten Christen" muss den Kindern doch zwangsweise erhalten bleiben. Wo kämen wir denn hin - ohne religiösen Streitigkeiten ? Ich empfehle allen geneigten Lesern Schmidt-Salomons Buch "Jenseits von Gut und Bös", ein wahrlich gutes Buch. Antworten


Franziska Büchler

13.10.2009, 09:16 Uhr
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@Isabelle Rimbeaux: Es handelt sich nicht um die Schmidt-Salomon Stiftung, sondern um die Giordano Bruno Stiftung. Giordano Bruno war ein Priester, Dichter und Philosoph. Er wurde wegen Ketzerei und Magie durch die Inquisition zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Michael Schmidt-Salomon ist im Vorstand dieser Stiftung und Autor von weiteren, sehr empfehlenswerter Bücher! Antworten


Alfredo Garcia

13.10.2009, 09:13 Uhr
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...eine wunderbare Provinzposse, die nicht nur den lieben Gott zu einem Schmunzeln verleitet hat. Antworten


Werner Minz

12.10.2009, 20:22 Uhr
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Es ist wichtig den Kindern beizubringen kritisch zu sein. Seien wir mal ehrlich, die Bibel ist schlussendlich nur ein Geschichtenbuch – wer das glaubt was da geschrieben steht, der muss schon ziemlich einfältig und naiv sein, genausogut könnte man an Aladdin und den fliegenden Teppich glauben. Antworten


Peter Weierstrass

12.10.2009, 18:49 Uhr
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Den Kinder auch in einem jungen Alter verschiedene Weltanschauungen zu erklären ist die Pflicht aller verantwortungsbewussten Eltern. Man kann schliesslich auch kein Kind erziehen im Glauben, Sexualität würde nicht existieren und das Kind würde nie an einer Freundin interessiert sein, sondern ewigs ein Kind bleiben. Grüsse von einem Atheisten, der gerne mit Gläubigen spricht und die Bibel liest. Antworten


Stefan Mauerhofer

12.10.2009, 18:40 Uhr
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@Isabelle Rimbeaux: Perfide ist doch wohl, dass man die Kleinen mit verharmlosenden Kinderbibeln gefügig macht und dann mit zunehmenden Alter die Angstschraube andreht. Damit haben die Christen schon so manchen Menschen das (einzige) Leben zur Hölle gemacht. Antworten


Isabelle Rimbeaux

12.10.2009, 15:45 Uhr
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Wer sagt denn, dass das Negativ-Prägen von Andersdenkenden durch religiöse Leute nicht auch furchtbar ist?! Egal ob gläubig oder nicht: Kindern a) eine Sache altersgerecht nahebringen und b) positive Werte vermitteln (in geh mal davon aus, dass die Schmidt-Salomon-Stiftung auch Positives vermittelt, nicht nur negativ prägt) ist pädagogisch sinnvoll, Andersdenkende einfach zu diffamieren nicht. Antworten


Edith Habermann

12.10.2009, 15:28 Uhr
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Eine glückliche Gemeinde, wo der Gemeindepräsident, der Gemeindeschreiber, der Schulpräsident und ein Gemeinderat nichts anderes zu tun haben, als Kinderbücher zu lesen und zu zensurieren. Ich wünsche diesen Politikern und den Einwohnern von Hombrechtikon, dass sie nie mit realen Problemen konfrontiert werden. Exportiert solche Lokalpolitiker nach China, dort sind Zensoren nach wie vor gefragt... Antworten


Peter Meier

12.10.2009, 15:27 Uhr
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Ich bin streng katholisch aufgewachsen und war sogar Klosterschüler - unterdessen bin ich aus der Kirche ausgetreten. Die Angst vor "Gehirnwäsche" halte ich für unbegründet. Erstaunlich finde ich, auf welch kindischem Niveau sogenannte "Freidenker" agieren und missionieren. Mich erinnert das Hickhack (und auch das primitive Stamm'sche Gestichel) an die Prügeleien verfeindeter Hooligans. Antworten


Andreas Koch

12.10.2009, 15:26 Uhr
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Im Gegensatz zu Anti-Minarett- oder Agentur C-Plakaten kann man an diesem Buch jederzeit vorbeischauen. Niemand wird gezwungen, es auszuleihen. Es ist im Angebot. Dass ein Angebot - und nicht etwa ein Gebot - ein Verbot in erstinstanzlicher Konsequenz hat ist doch vor dem Hintergrund einer freien, direktdemokratischen Gesellschaft des Jahre 2009 unserer Zeitrechnung schon sehr befremdend. Antworten


Simon Keiser

12.10.2009, 14:21 Uhr
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@Isabelle Rimbeaux: Aha, Kinder sind noch nicht so weit!? Wie sieht es denn mit der religiösen Hirnwäsche aus, die schon mit z.B. der Taufe beginnt? Oder schaut mal nach den USA, wo Kinder in Jesuscamps in Bahnen gelenkt werden, denen die Taliban in nichts nachstehen!Ich begrüsse diese Buch,es hinterfragt Machtsysteme und unterstützt solche,die auch selbständig denken können. Antworten


Richard Meier

12.10.2009, 14:16 Uhr
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Trotz aller Aufklärung zeigt dieses Beispiel wieder einmal, wie heikel Reigionskritik ist. Selbst wenn sie lustig aufgemacht in Form eines Kinderbuches daherkommt. Eine Mehrheit der Leute hierzulande und anderswo haben, obwohl sie schon lange nicht mehr in die Kirche gehen, einen Rest ihrer religösen Erziehung (Indoktrination) in sich verinnerlicht; fest verdrahtet bis ans Lebensende Antworten


Marco Geissbühler

12.10.2009, 14:12 Uhr
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Das EINZIGE Exemplar dieses Buches im Kanton Zürich findet man in der Gemeindebibliothek Wolfhausen, einer Nachbargemeinde von Hombi (zumindest gemäss dem kantonalen Verbundskatalog der Bibliotheken). Im kantonalen Vergleich ist die Gemeinde damit sozusagen schon fast überversorgt mit diesem "Standardwerk des Humanismus". Aber man kann ja auch aus einer Mücke einen Elephanten machen... Antworten


Reto Nause

12.10.2009, 14:05 Uhr
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@Hans Müller: Doch, genau dafür wurde er gewählt. Wenn die Bürger selbst wüssten was gut für sie ist, brauchten sie auch keine Obrigkeit die es ihnen vorschreibt, nicht wahr? Antworten


Michael Michael Spring

12.10.2009, 13:59 Uhr
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@M. Kuederli: Frei von Dogmen zu denken ist doch auch nur ein Dogma :P Antworten


David Kern

12.10.2009, 13:55 Uhr
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@Isabelle Rimbeaux: Perfid ist es, wenn man Kinder mit einem Angstsystem unter Kontrolle bringen will, sprich: sie in eine Religion einbringt, bevor sie das selber entscheiden können. Die Nicht-Existenz eines sowieso nicht existierenden Gottes wird kaum jemanden in Angst und Schrecken versetzen, denn das Selbe gilt für Baal, Thor, Zeus, Apollo, Amon-Ra, Mithras und andere. Antworten


Simone Kanderer

12.10.2009, 13:10 Uhr
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@Isabelle Rimbeaux: Was ist daran perfide? Das Buch regt zum Denken und Schmunzeln an. Bei kleineren Kindern können die Eltern das unterstützen. Ausserdem gibt es wohl in jeder Bibliothek Dutzende Bilderbibeln und andere missionarische Schriften. Ich habe noch keinen Freidenker, keine Freidenkerin erlebt, der/die ein Verbot gefordert hätte. Antworten


Isabelle Rimbeaux

12.10.2009, 12:39 Uhr
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Die Meinung von Thomas Neubauer teile ich zu 100%. Zudem scheint mir das Vorgehen der Schmidt-Salomon-Stiftung perfide. Kognitiv und entwicklungspsychologisch sind Kinder noch nicht so weit, komplexe Themen analytisch-kritisch zu durchdenken. Die Zielgruppe des Buches müsste wenn schon (junge) Erwachsene sein, aber die Bilder sind klar auf junge Kinder ausgerichtet Antworten


Kurt Bossart

12.10.2009, 12:33 Uhr
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Religion ist eine Weltanschauung und als solches reine Privatsache. Ob und was jemand glaubt, geht keinen etwas an, solange damit die Allgemeinheit nicht belästigt wird. Eine Diskussion über jegliche Art von Glauben (auch Nichts glauben) muss jederzeit möglich sein ohne einen Andersdenkenden zu diffamieren. Unsere Gesellschaft kann nur so langfristig überleben. Antworten


Friedrich Lautenberger

12.10.2009, 12:10 Uhr
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Warum weist Hugo Stamm nicht darauf hin, dass dieses Buch zwar in Wolfhausen erhältlich ist, jedoch nur für Erwachsene („Sachbuch Erwachsene“)? Zudem gibt es gemäss kurzer Recherche dieses Buch ausschliesslich in Wolfhausens Bibliothek, also weder in Zürich, Winterthur, Uster noch in allen weiteren Zürcher-Gemeinden. Antworten


Angelika Meister

12.10.2009, 12:02 Uhr
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@Strasser: "da kann ja jeder, mit jeder "geistigen Verstauchung" kommen". Buchzitat: Das Ferkel hat Hunger, isst von den Plätzchen in der goldenen Schale. Da rief der Bischof erbost: "Aber das sind doch keine Plätzchen, das ist das Fleisch Jesu, der sich für uns aufgeopfert hat!" Ferkel toterschrocken zu Igel: "sofort weg hier!" Ich frage mich/meine Kinder: wer ist hier geistig verstaucht? Antworten


Beat Züger

12.10.2009, 11:38 Uhr
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Stellen wir die Frage doch mal umgekehrt: Würde die Gemeindebibliothek Kinderbücher aufnehmen, in denen eine Glaubensgemeinschaft in "aufklärerischer" Absicht sich selber als geläutert darstellen und alle anderen durch den Schmutz ziehen und der Lächerlichkeit preisgeben würde? Wohl kaum. Mir scheint, da nehmen sich die Antireligiösen etwa heraus, was sie andern nicht zugestehen würden. Antworten


Manuel Kuederli

12.10.2009, 11:38 Uhr
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Das System lässt sich offenbar nicht kritisieren und es wird zensiert wie zu den Zeiten der Inquisition. Dabei ist es extrem wichtig, sich selbst ein Bild zu machen - frei von Dogmen. Dazu gehört es auch, sich kritischen Stimmen zu stellen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Gott und die Liebe kann nur erfahren werden, nicht erwählt. Wann wird das wohl verstanden und öffentlich unterstützt? Antworten


Hansjörg Wirz

12.10.2009, 11:13 Uhr
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Ich frage mich, woher diese Angst kommt. Wer die Geschichte der Religionen kennt, müsste dieses Buch eher als sinnvolle Prävention verstehen. Glaubenskriege und menschenverachtendes intolerantes Missionieren sind auch heute noch aktuell, leider. Ich versuche meinen Sohn davor zu schützen. Ein Glauben an das Göttliche ist dann umso tiefer und macht frei und tolerant, die Basis für echten Frieden. Antworten


Werner Meier

12.10.2009, 10:55 Uhr
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Ach herrje, sind die Leute verletzlich. Nehmt's doch etwas gelassener. NB: Die Religiösen selber zählen ja zu den gewalttätigsten Leute mit ihrer dogmatischen, absolutistischen Weltsicht. Wer austeilt, sollte auch einstecken können. Antworten


Peter Hagedorn

12.10.2009, 10:32 Uhr
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Es gibt Leute die immer fest mit ihrem Fähnchen wedeln müssen: "Seht her, bin ich nicht schaurig ein Netter. Ich sorge dafür, dass bei uns niemand beleidigt wird." Und geben auch gleich das Mass vor, wo sich Recht und Schlecht befinden. Es ist aber nur die Unfähigkeit zur Auseinandersetzung. Wenn man sie verbietet & sich auf political correctness beruft, wird es auch nicht gleich so offenbar. Antworten


Patricia Suter

12.10.2009, 10:19 Uhr
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Es gibt überhaupt keinen Grund dieses Buch zu "verbieten". Religion wird einem überall aufgedrängt. Das fängt spätestens in der Schule an, wo der Religionsunterricht Pflicht ist. Es gibt Leute die wollen ihren Kindern nicht aus der Bibel (oder Ähnlichem) vorlesen, ist das so schwer zu akzeptieren? Man könnte meinen manche Leute leben in einer anderen (früheren) Zeit. Antworten


Peter Ammann

12.10.2009, 10:08 Uhr
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Angst und religiöser Glaube sind eins. Angst ist irrationales Denken. Das Gegenteil von Angst und religiösem Glauben ist Aufklärung. Das ist die Botschaft des Buches. Die Werte der Aufklärung, des Humanismus, der Menschenrechte müssen noch immer hart erkämpft werden, gegen religiöse Machthaber bis heute, vom Iran über den Vatikan, bis zu selbstherrlichen Hombrechtikoner Politikern... Antworten


Roland Strasser

12.10.2009, 10:07 Uhr
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Muss eine Bibliothek so ein Buch annehmen? Nein. Hat sie eventuell ein Konzept, welche Bücher für Kinder geeignet sind und dürfen Eltern ein wenig Vertrauen haben, dass die Bibliotheksleitung ihre Aufgabe Ernst nimmt und mit Sachverstand waltet? Hoffentlich. Sonst kann ja jeder mit Geistesverstauchung kommen und seiner Bibliothek indoktrinäres Schrifgut "schenken". Antworten


René Halbheer

12.10.2009, 10:00 Uhr
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@Andreas Hämmerle: Nun vielleicht ist das ganze in diesem Buch etwas überspitzt dargestellt, andererseits entspricht es doch viel eher der Realität als alles, was in den schönen Bibelgeschichten steht. Und übrigens, was macht denn die Religion ihrerseits? Nicht- oder andersgläubige werden ja genauso verunglimpft, bemitleidet und sogar verachtet. also seien sie nicht so scheinheilig! Antworten


Rolf Schumacher

12.10.2009, 09:57 Uhr
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Wer sich kennt, kennt jeden Gott. In einem selbst ist alles enthalten. Wer den Gott anderer kennt, kennt aber sich selbst noch lange nicht. Wer blind den Gott anderer huldigt, verkennt sich selbst. Er gibt seine persönliche Verantwortung für sein persönliches Leban an eine religiöse Institution ab. Dieser Seelenverkauf schürt Aengste und öffnet das Tor für Manipulation. Der Mensch wird zur Puppe. Antworten


marco beyer

12.10.2009, 09:55 Uhr
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© Roland Burkhard: warum möchten sie ihren knirps das antun und die verseuchte meinung (und total verlogene und nicht wahrheitsgetreue (angst-thema) ) von michael schmidt-salomon vorlegen? denken sie ein wenig über ihre verantwortung nach die sie als vater haben und das ihr kind mal ein ganzes leben vor sich haben wird. wenn sie pers. ein problem mit gott haben ist das ihre sache.. Antworten


Grazia Annen

12.10.2009, 09:35 Uhr
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Das Buch ist halt ein klassischer Augenöffner. Für Kinder gib's nix Befreienderes als die Erkenntnis, dass der Kaiser nackt ist (die Eltern, der Lehrer, und später der Boss, der Präsident etc.). Ganz in E. Kästners Sinne, der sein Gedicht "Die Entwicklung der Menschheit" mit den Worten beendet: "...bei Lichte betrachtet sind sie im Grund noch immer die alten Affen." Antworten


Andreas Kyriacou

12.10.2009, 09:34 Uhr
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Das Buch ist witzig geschrieben und hervorragend illustriert. Es regt Kinder zum Nachdenken an und lädt dazu ein, über ethische Werte zu diskutieren. Es ist also ein geradezu vorbildliches Kinderbuch. Wieso ist es eigentlich nach dem St. Galler Fredy Brunner eigentlich schon wieder ein Freisinniger, der meint, seine Bevölkerung vor der Gretchenfrage schützen zu müssen? Antworten


Thomas Neubauer

12.10.2009, 09:08 Uhr
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Dieses Buch gehört nicht in Kinderhände, genausowenig wie evangelikale Werke. Man sollte Kinder zur Offenheit erziehen. Damit sie selber einmal entscheiden können, welchen Lebensweg sie einschlagen möchten. Am besten ihren eigenen persönlichen Weg, unbelastet von Schmidt-Salomons Thesen. Antworten


Marcel Jakober

12.10.2009, 09:05 Uhr
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Zugegeben, mit freiem Geist hat das wenig zu tun. Doch warum schenkt Herr Koch diese Bücher gerade jetzt? Mir sind die Hombrechtiker Verhältnisse unbekannt, aber wenn man Politiker kennt, lassen sich gewisse Reaktionen vorausahnen. Sollte dies hier vielleicht der Fall sein? Hat sich der Gemeindepräsident etwa zu einer Reaktion provozieren lassen, die nun einfach geschickt ausgeschlachtet wird? Antworten


Werner Attinger

12.10.2009, 08:45 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Das Recht sich verletzt zu fühlen, haben Religiöse für sich gepachtet. Andere Sichtweisen müssen verboten/zensuriert werden = geistige Bücherverbrennungen. Und die Erde ist doch rund und keine Scheibe. Früher Scheiterhaufen, heute Plakatverbote, Bücherverbote. Hinter der Maske religiösen Glaubens: abgrundtiefe Angst und Misstrauen. Es gibt keinen Gott, geniess das Leben, (angst-)frei, freu dich! Antworten


remo brunner

12.10.2009, 08:32 Uhr
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Ich wohne nur ein paar Kilometer von Hombrechtikon weg. Ist schon erstaunlich in welch geistigem Mittelalter gewisse hohe Damen und Herren dort noch zu leben scheinen. Wo bleibt der Mut sich auch mit kontroversen Dingen auseinander zu setzen? Religion scheint immer mehr zu etwas unantastbarem zu werden, was nicht sein darf, in unserer Zeit ganz sicher nicht mehr! Ein glücklicher Agnostiker :-) Antworten


Peter Witschi

12.10.2009, 08:31 Uhr
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Als Bibliotheksleiter einer grossen Schulmediathek kann ich den Entscheid überhaupt nicht verstehen. Gerade solche Bücher beleben die Vielfalt des Buchbestandes. PS: Bei uns ist dieses Buch ebenfalls erhältlich und ich würde mich weigern, es zu entfernen, wenn dies von irgendeiner Stelle gefordert würde. Antworten


Roland Burkhard

12.10.2009, 08:09 Uhr
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Besten Dank an Hugo Stamm für den heissen Tipp. Werde das Buch für meinen Knirps besorgen. Und an alle Hombrechtiker: Eine Abwahl der Gemeindeväter ist wohl angesagt damit ihr euch noch ein paar Peinlichkeiten mehr ersparen könnt. In der Schweiz herrscht halt Meinungsfreiheit. Solange es den "Lenkern und Denkern" gefällt. Antworten


Hans Müller

12.10.2009, 08:03 Uhr
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Ich nehme zur Kenntnis, dass in Hombrechtikon der Gemeindepräsident persönlich den Bürgern vorschreibt, was gut für sie ist. Dafür wurde er aber kaum gewählt. Antworten


Andreas Hämmerle

12.10.2009, 07:59 Uhr
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Ich bin mit der Hombrechtikoner Gemeindeleitung absolut einverstanden. In diesem Buch wird absolut perfid generell alle religionsbezogene moralische Einstellung verunglimpft als gäbe es unter den Geistlichen, Pfärrern und Gläubigen nur stur verbissene Dogmenstreiter. Dies ist heute nur in wenigen Fällen wie zB. bei den Taliban vorzufinden. Liebe und Vergebung kommt doch aus Gottesglauben. Antworten


Stefan Studer

12.10.2009, 07:46 Uhr
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Diese Anekdote passt doch sehr gut in die Diskussion über die anstehende Abstimmung. Wenn man im gesellschaftlichen und politischen Diskurs Aussagen ächtet, die Stellung gegen bestimmte Ideologien beziehen, ist es nur verständlich, dass dieses Buch nicht erwünscht ist. Vermutlich wird in Zukunft auch an Schulen Literatur nur noch zensuriert gelesen werden können, um politisch korrekt zu sein. Antworten



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