Kalte Nächte sind gut für Trauben

Von Raphael Briner. Aktualisiert am 07.09.2009

Zürichsee-Winzer haben ihre Weine gezeigt. Der Jahrgang 2009 scheint gut zu werden, ganz sicher ist das aber noch nicht.

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Meilen. - Es sieht momentan gut aus für den neuen Jahrgang des Zürichsee-Weines. Vor zwei Wochen haben die Winzer wegen des warmen und feuchten Sommers noch einen sehr frühen Wümmet und damit alkoholreiche, aber säure- und aromaarme Weine erwartet, wie sie das heisse Jahr 2003 tendenziell hervorgebracht hatte (TA vom 24. 8.).

Unterdessen hat es merklich abgekühlt. «Wir sind zwar mit der Reife immer noch rund 10 Tage voraus», sagte der Männedörfler Eric «Rico» Lüthi am Samstag im Meilemer Löwen. Er zeigte anlässlich des Weinpavillons zusammen mit 13 anderen Betrieben 150 Weine vom Zürichsee.

Die Tage seien nach wie vor warm, erklärte Lüthi. Nun habe es aber Bise und kalte Nächte, was wichtig sei für die Aromatik. Gehe es wettermässig so weiter, sehe es gut aus für den 2009er. Es sei allerdings immer noch «alles möglich». Die Winzer haben gemäss dem Männedörfler die Lehren aus dem sehr heissen Sommer 2003 gezogen, als einige zu spät mit Wümmen begonnen hatten.

Weinpavillon an neuem Ort

Noch 10 bis 14 Tage werde es bis zur Ernte dauern, prophezeit der Uetiker Martin Schnorf. Damit sind die Zürichsee-Winzer bereits später dran als 2003. «Echli warte» trotz fortgeschrittener Beeren-Reife will auch Samuel Wetli aus Männedorf, der Präsident des Weinbauvereins am Zürichsee. Erfreulicherweise seien die Trauben trotz der Pilzkrankheit Mehltau, die viele Rebstöcke befallen habe, grösstenteils gesund.

Lobende Worte fanden alle befragten Rebbauern für den neuen Ort des Weinpavillons, den Jürg-Wille-Saal im Löwen mit seinen Deckenverzierungen. Garagist Wilfried Graf, in dessen Ausstellungspavillon der Anlass vorher stattgefunden hatte, nannte die Vorzüge des neuen Ortes: die stimmungsvolle Einrichtung, die Nähe zum Bahnhof Meilen sowie die Tatsache, dass die Weine bei einem Rundgang durch den Saal verkostet werden können und sich die Weinfreunde nicht mehr auf verschiedenen Ebenen bewegen müssen.

Bester Deutschschweizer Wein

Die Gäste des Weinpavillons verkosteten auch den Räuschling Seehalden 2008 von Schwarzenbach Weinbau Meilen. Dieser hatte am Weinconcours 2009 des Branchenverbandes Deutschschweizer Wein mit 93,4 Punkten auf der 100er-Skala den 1. Rang und Gold erreicht. Eine goldene Auszeichnung erhielten auch die Sternenhalder Scheurebe 2008 von Lüthi und der Räuschling R3 2008 von Schwarzenbach, Lüthi und dem Ueriker Rütihof. Silber holte der Dornfelder 2008 der Küsnachter Gottlieb-Welti-Weinkellerei. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.09.2009, 02:03 Uhr

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