Unterländer Pilzsammler warten auf den nächsten grossen Regen
Von Sarah Sidler. Aktualisiert am 26.09.2009
Regensdorf. - Seit Anfang September überprüft die Regensdorfer Pilzkontrolleurin Ursula Huber jeden Mittwoch und Sonntagabend die Funde der Pilzsammler im Gemeindehaus. Doch viel zu tun hatte sie bisher nicht: «Der Herbst war bis anhin zu trocken», sagt sie. Pilze mögen feuchte Böden. Weil es lange nicht genug geregnet hat, sind sie nicht gewachsen. Zudem hat der Wind die Wälder ausgetrocknet. Erst 15 Kontrollblätter hat die Pilzexpertin bis jetzt ausgefüllt, dabei wäre Hochsaison.
Das momentane Klima bringt dafür Überraschungen mit sich: «Am Sonntag hat mir jemand einen ganz seltenen Pilz zur Bestimmung gebracht. Einen Ziegenfussbohrröhrling», sagt sie. Wenn es lange nicht regnet, wachsen wenige, dafür rare Pilze. Generell herrschen im Zürcher Unterland eigentlich ideale Bedingungen für Pilze, denn sie gedeihen in Mischwäldern, die hier überwiegen. Besonders das Bachsertal und der Stadlerberg seien beliebte Sammelstellen, weiss Huber.
Nicht nur die Menge der Pilze, auch die Arten unterscheiden sich von Jahr zu Jahr: «Es ist schon vorgekommen, dass in Watt jede Menge Steinpilze gefunden wurden, in anderen Jahren wiederum überhaupt keine.» Trotzdem kann man sagen, dass Boviste, Schopftintlinge, Röhrlinge, Wiesenchampignons und Totentrompeten im Unterland häufig vorkommen. Selten findet Huber Giftpilze im Sammelgut. Doch im vergangenen Jahr hat sie einem Sammler 250 Gramm des tödlichen Knollenblätterpilzes wegnehmen müssen. Bereits 20 bis 30 Gramm dieses Pilzes können zum Tode führen. «Glücklicherweise habe ich noch nie einen Giftpilz übersehen», sagt Huber. Wenn sie bei der Bestimmung eines Pilzes unsicher sei, dann werfe sie ihn lieber weg, als dass sie ein Risiko eingehe. Um eine sichere Bestimmung eines Pilzes zu gewährleisten, rät Huber den Sammlern, die Pilze nicht abzuschneiden, sondern samt Stamm aus dem Boden auszudrehen: «Am Stamm befinden sich wichtige Merkmale.»
Eingebildete Vergiftungserscheinung
Nur wenige Menschen erleiden eine Pilzvergiftung: «Vielfach zeigen Leute Vergiftungssymptome, ohne dass sie wirklich vergiftet sind, sie bilden sich das ein», weiss Huber. Dazu komme, dass Sammler eher eine Lebensmittel- als eine Pilzvergiftungen erleiden, weil sie alte oder verdorbene Pilze gegessen haben. Möglich sei auch, dass der Körper einzelne Sorten oder Pilze generell nicht verträgt.
Huber weist darauf hin, dass die meisten Pilze gut gekocht werden müssen. Am besten isst man die Pilze am selben Tag, an dem man sie gepflückt hat. Komme man nicht dazu, rät sie, die Pilze zu kochen und gut abzukühlen. So bleiben sie im Kühlschrank bis zu drei Tage lang haltbar.
«In die Pilze zu gehen, liegt momentan im Trend», sagt die Oberweningerin. Ich kontrolliere vermehrt Funde von jungen Menschen und Familien mit Kindern.» Sie selbst geht regelmässig in den Wald, um Pilze zu sammeln. Ihr Wissen eignete sich die Primarlehrerin während fünf Semestern an der Volkshochschule und an wöchentlichen Treffs mit Mykologen in einem Pilzverein an. Sie bildet sich laufend weiter. Um als Kontrolleurin arbeiten zu können, hat sie vor 25 Jahren eine Prüfung absolviert. Pilzkontrollstellen im Unterland findet man unter www.vapko.ch.
Die Regensdorfer Pilzkontrolleurin Ursula Huber begutachtet einen Butterpilz. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 26.09.2009, 02:02 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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