Schweiz

1000 Franken für eine Berufssoldatin

Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 24.08.2009

Wie in der Privatwirtschaft: In der Schweizer Armee herrscht akuter Frauenmangel. Darum erhält, wer eine Frau als Berufsoffizierin gewinnen kann, eine «Rekrutierungsprämie».

Seltenes Bild: Frauen sind in der Armee, hier im Swissint-Ausbildungszentrum Wil bei Stans, kaum anzutreffen.

Seltenes Bild: Frauen sind in der Armee, hier im Swissint-Ausbildungszentrum Wil bei Stans, kaum anzutreffen. (Bild: Keystone)

Frauen in der Armee

Bitte zu einer neueren Flash-Version upgraden.

Frauen sind im Schweizer Heer selten anzutreffen. Gerade mal 1050 Frauen tragen die Armee-Uniform. Schon lange überlegt darum die Armee-Spitze, wie Frauen für den Militärdienst gewonnen werden können. Was aber wohl viele nicht wissen: Das VBS zahlt teure Prämien, um das Empfehlen von Frauen für das Militär schmackhaft zu machen.

In einer Interpellation an den Bundesrat fragte die Genfer SP-Nationalrätin Maria Roth-Bernasconi im Juni, wie Frauen in der Armee gefördert werden. Worauf der Bundesrat die Massnahmen, um den Frauenanteil von gegenwärtig 0,5 Prozent (2 Prozent beim Berufsmilitär) anzuheben, erläuterte: Schnuppertage für Frauen in Rekrutenschulen, Informationsstände auf Berufs- und Ausbildungsmessen, eine Internetseite mit Informationen zum Thema Frauen in der Armee. Und: die «Ausrichtung von Rekrutierungsprämien an Werber von weiblichen Kandidatinnen für Berufsmilitärs». Das bedeutet: Wer eine Frau für das Berufsmilitär gewinnen kann, bekommt eine «Rekrutierungsprämie» von 1000 Franken.

Wie in der Privatwirschaft

Damit wirbt das VBS für weibliche Armeemitglieder, wie etwa die Cablecom für Abonnenten. Dem steht Kurt Fluri, FDP-Nationlarat und Oberst, skeptisch gegenüber: «Die Hebung der Frauenquote in der Armee ist für mich kein erstrebenswertes Ziel an sich.» Es gehe vielmehr darum, geeignete Frauen für den Militärdienst zu gewinnen. «Eine Werbeprämie fördert aber höchstens das rein quantitative Denken und nicht die Suche nach Qualität.»

Anders sieht das sein Kollege Pius Segmüller (CVP): «Es ist legitim, mit solchen Anreizen Frauen für das Militär zu gewinnen», findet der Nationalrat und Armee-Experte. «Das wird in der Privatwirtschaft auch so gemacht».

Zumal Frauen, so Segmüller, vom Militär eher abgeschreckt würden: Sie kennen den Militärbetrieb kaum. Die kleine Zahl an Frauen in der Armee schrecke ab. Zudem gelten Soldatinnen und weibliche Offiziere als Mannsweiber.

Die Rekrutierungsprämie komme auch beim Anwerben von männlichen Berufsoffizieren zum Zuge, betont Armee-Sprecher Christoph Brunner. Unterzeichnet eine Frau aufgrund einer Empfehlung ein Anstellungsvertrag, wird die Prämie ausgezahlt. Da Berufsoffiziere in der Regel von anderen Angehörigen der Armee vorgeschlagen werden, bleibt die Prämie quasi «in der Familie».

Frauen-Anteil tief, aber konstant

Der ehemalige Armee-Chef Roland Nef hatte 2008 die «Weiterführung der Personalgewinnungsprämien für 2009 und die folgenden Jahre» erwirkt, nachdem sowohl 2003, 2005, als auch von 2006 bis 2008 Prämien eingesetzt wurden.

Geholfen hat die Massnahme bisher nicht sehr viel. Der Frauenanteil ist nach wie vor klein. Immerhin: Die Quote blieb gemäss Armee-Sprecher Brunner in den letzten Jahren relativ stabil. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.08.2009, 16:48 Uhr

Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.