50 Liegestützen, 60 Rumpfbeugen und 10 Klimmzüge ohne Unterbruch
Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 14.01.2009 47 Kommentare
Spezialausrüstung: So sieht die Arbeitskleidung im Aufklärungsdetachement 10 aus. (Bild: Keystone)
Gedeckt, getarnt: So verschwindet ein Grenadier im Wald. (Bild: Keystone)
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Das Aufklärungsdetachement 10 kommt bald zu seinem ersten offiziellen Auftrag, wenn die Landesregierung in den nächsten Tagen beschliesst, Schweizer Soldaten zum Schutz von Frachtschiffen einzusetzen. Die Elitetruppe der Schweizer Armee ist für komplizierte und gefährliche Missionen im Ausland ausgebildet. Zum Aufgabenbereich der Grenadiere gehört der Schutz von Personen und Einrichtungen bei erhöhter Bedrohung sowie das Retten und Eskortieren von Schweizer Bürgern in Krisengebieten. Derzeit besteht das Aufklärungsdetachement 10 oder kurz AAD 10 aus rund 50 Soldaten. Der Bestand soll jedoch auf 91 Soldaten ausgebaut werden.
Nachtsichtgerät und Splitterschutz
Für die heiklen Einsätze sind die Elite-Grenadiere speziell ausgerüstet. Sie schiessen mit der kürzesten Version des Sturmgewehrs 90, der Waffe für Spezial- und Polizeieinheiten. Es ist leichter als das übliche Sturmgewehr, gibt 700 Schuss (5,56 mm) pro Minute ab und trifft sowohl auf kurze als auch auf lange Distanzen äusserst zielgenau. Auf das Gewehr können ausserdem Zielhilfe, Nachtsichtgerät oder taktische Lichter aufgesetzt werden. Auch ein Rotpunktzielgerät, das mit einem Laser den Einschusspunkt markiert, ist montierbar. Mit einem 30 Schuss-Magazin (anstelle des 20ers) können die Grenadiere zudem mehr Schüsse abgeben und müssen weniger nachladen.
Zur Ausrüstung des AAD 10 gehört auch ein ultraleichter Helm aus der höchst belastbaren Kunstfaser Kevlar. Durch einen aufklappbaren Restlichtverstärker können sich die Soldaten auch im Dunkeln orientieren. Neben einer Splitterschutzweste tragen sie auch feuerfeste Spezialhandschuhe und Knieschoner.
Körperliche Fitness ist Bedingung
Die Aufnahmebedingungen für die Elitetruppe sind hart. Angefangen bei den körperlichen Minimalanforderungen: Die Interessenten müssen 50 Liegestützen, 60 Rumpfbeugen sowie 10 Klimmzüge ohne Unterbruch machen können. Einen 5-Kilometer-Geländelauf haben sie in maximal 24 Minuten, einen 8-Kilometer-Eilmarsch im Tarnanzug mit Feldschuhen und 15 Kilogramm Gepäck in höchstens 58 Minuten zu bewältigen. Auch einen 25-Kilometer-Eilmarsch im Tarnanzug, mit Feldschuhen und 25 Kilogramm Gepäck gilt es durchzustehen. Und schliesslich müssen sie 300 Meter in 10 Minuten schwimmen können.
Als Grundvoraussetzungen gelten ausserdem eine abgeschlossene 3-jährige Berufslehre, Matura oder gleichwertige Ausbildung sowie ein Führerausweis der Kategorie B. Bei den Aspiranten soll es sich um «reife Persönlichkeiten» handeln, die in «sehr guter körperlicher Verfassung» sind und eine «hohe psychische Belastbarkeit» sowie Flexibilität aufweisen.
Nur wenige schaffen es
Nach dem physischen und psychologischen Eignungstest werden die Kandidaten Monate später in einem dreiwöchigen Auswahlkurs auf Motivation und Verhalten unter Stress geprüft. Resultat: Von jährlich rund 300 Interessenten schaffen es nur rund 10 in die Elitetruppe. Für die Härtesten kann dann die rund 18 Monate dauernde Ausbildung beginnen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.01.2009, 12:36 Uhr
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47 Kommentare
Es gibt immer noch Leute die denken Grenadiere wären nicht intelligent genug um einen Einsatz dieser Art zu leisten.Als Gren-ter mussten wir alle 3 Wochen Prüfungen absolvieren."Rambos"fielen schon nach 3 Wochen raus.Die Ausbildung war annähernd so hart wie im AAD10.Wo ich bedenken habe ist,das die Politik,wenn etwas passiert,den Soldaten keine Rückendeckung gibt!!Semper Fidelis. Antworten
An alle Schwarzmaler: Das AAD 10 wird von ausländischen Militärs, die mit dem AAD 10 gemeinsam Übungen durchgeführt haben, in höchsten Tönen gelobt. Im Übrigen haben ausländische Militärprofis auch keine gar so schlechte Meinung von unserer Armee, wie das viele Schweizer vielleicht (gerne) erwarten würden. Aber eben, was nicht sein soll, darf nicht sein, sonst würden Weltbilder zusammenkrachen... Antworten
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