Ab heute kennt die Schweiz digitale Identitäten
«Heute ist für die Sicherheit im elektronischen Geschäftsverkehr ein wegweisender Tag», sagt Jean-Daniel Gerber, der Direktor des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco).
Die in Form eines USB-Stick oder einer Chipkarte erhältliche Suisse ID kann bei der Post/Swiss Sign oder bei Quo Vadis Trustlink beantragt werden. Sie kostet 99 Franken für drei Jahre, wobei der Bund bis Ende Jahr 65 Franken beisteuert.
Laut dem Seco kann die Suisse ID in der ersten Phase für über 50 Online-Services verwendet werden. Mehr als 150 Unternehmen hätten sich bis Ende April für eine Teilnahme beworben, sagte Gerber. Dieses grosse Interesse habe die Erwartungen deutlich übertroffen.
Einfacherer und sicherer Geschäftsverkehr
«Wir sind überzeugt, dass die Einsatzmöglichkeiten für Suisse-ID-Inhaber bis Ende dieses Jahres stark anwachsen werden», sagte der Seco-Direktor. Die Suisse ID vereinfache den Geschäftsverkehr und mache ihn sicherer. Die vielen Benutzernamen und Passwörter gehörten der Vergangenheit an.
Unter den bisherigen Nutzungsanbietern sind Verwaltungsstellen und Unternehmen wie zum Beispiel Buch.ch. Die Einsatzmöglichkeiten sind auf www.suisseid.ch aufgeführt. Weitere Möglichkeiten sollen hinzukommen: Auch Banken seien interessiert, sagte Projektleiter Christian Weber. Namen könne er jedoch noch nicht nennen.
Volkswirtschaftlicher Nutzen
Bis Ende Jahr sollen 200'000 bis 300'000 elektronische Identitätskarten in Betrieb sein. Das Seco hofft auf eine flächendeckende Verbreitung. «Je mehr bei der Suisse ID mitmachen, desto grösser ist der Nutzen für uns alle», sagte Jean-Daniel Gerber.
Der volkswirtschaftliche Nutzen sei gross. Wenn 10'000 Unternehmen und Institutionen mitmachten, seien Einsparungen von mehreren 100 Millionen Franken möglich. Würden sämtliche Unternehmen und Bürger mitmachen, wären es laut Gerber mehrere Milliarden Franken.
Der Bund unterstützt die Verbreitung der Suisse ID im Rahmen der Stabilisierungsmassnahmen. Für den Aufbau der Infrastruktur wurden vier Millionen Franken gesprochen, für die vergünstigte Erstabgabe an natürliche Personen stehen 17 Millionen zur Verfügung. (bru/sda/)
Erstellt: 03.05.2010, 11:43 Uhr


