«Ach, Frau Fiala…»
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Zwar sind Online-Umfragen keineswegs repräsentativ, doch die Leserkommentare auf Tagesanzeiger.ch/Newsnet zur Forderung der FDP-Spitze, Deutschland beim Internationalen Gerichtshof anzuklagen, zeigen ein selten klares Meinungsbild: Von 52 Kommentaren sind nur zwei verhalten positiv – und alle weiteren Verfasser von Beiträgen halten überhaupt nichts von der Kampagne, die Nationalrätin Doris Fiala gemeinsam mit Nationalrat Filippo Leutenegger und anderen Liberalen lanciert hat.
Vor allem Fiala wird in den Stellungnahmen scharf kritisiert: «Das ist einfach nur noch peinlich, Frau Fiala!», schrieb Jacqueline Wullschleger. «Ach, Frau Fiala... Muss jetzt wirklich auch die FDP auf Populismus machen?», fragt Nicolas Meier rhetorisch. Und auch die weiteren Kommentare klingen erzürnt: «Nun ist die FDP definitiv abgehoben und auch noch durchgeknallt», heisst es da. Und: «Im Sich-Lächerlich-Machen ist die FDP einsame Spitze, allen voran Doris Fiala. Da werden die Deutschen ja mächtig Bange kriegen». Und ein Bruno Bänninger findet das «Weltbild dieses FDP-Grüppchens beängstigend».
Entrüstung auch bei Liberalen
Nicht zuletzt äussern sich auch FDP-Anhänger negativ über die Aktion. «Die Selbstzerfleischung schmerzt jeden ehemaligen Sympathisanten dieser Partei», klagt ein Leser namens Lorenzo de Fries. Ein langjähriger Liberaler bekundet seine Mühe mit der Partei: «Langsam wird es auch für mich mit gegen 50 Jahren Mitgliedschaft bei der FDP immer schwieriger.» Und ein Kurt Schmid bedauert bereits seinen Einsatz für die Liberalen: «Wenn diese Troika für die FDP steht, schäme ich mich, einmal Mitglied dieser Partei gewesen zu sein.»
Zudem prophezeien zahlreiche Verfasser dem Freisinn ein Fiasko bei den kommenden Eidgenössischen Parlamentswahlen 2011. «Mit dieser Führung wird die gute alte Schweizer FDP ihr Waterloo erleben!», heisst es da, und «längst hat sich die FDP in einen Trauerzug eingeordnet, der wohl über kurz oder lang zur eigenen Beerdigung führt». Ein Oliver Breitenmoser belächelt die FDP schiesslich als «ultimative No-Future-Partei! Freue mich schon auf die nächsten Wahlen.»
Unterschriftensammlung im Web
Bei anderen Schweizerinnen und Schweizern stösst die Forderung nach der Klage gegen Deutschland auf Zustimmung. Seit Dienstag um 13.30 Uhr, als die Webseite www.staatsklage.ch der Liberalen online geschaltet wurde, bis Mittwoch um 10.20 Uhr hatten 511 Personen eine Online-«Petition» unterzeichnet.
(raa)
Erstellt: 03.03.2010, 16:18 Uhr
Schweiz
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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