Schweiz

Ach, wie schön es wäre, Schweizer zu sein

Aktualisiert am 14.07.2010 72 Kommentare

Eine Mehrheit der Stimmberechtigten in den grenznahen Regionen Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Österreichs möchte der Schweiz beitreten. Das zeigt eine repräsentative Umfrage.

1/10 Zwei Männer aus dem Gruyerzer Gebiet rauchen Pfeife auf dem Dorfplatz in Schwyz beim Eidgenössischen Trachtenfest am Samstag 5. Juni 2010.
Bild: Keystone

   

Artikel zum Thema

Stichworte

Relative Mehrheiten der Wahlberechtigten in den an die Schweiz grenzenden Regionen möchten zur Schweiz wechseln. Dies stellt die «Weltwoche» nach einer Befragung von insgesamt 1791 Personen fest.

Die Ergebnisse der Umfrage seien überraschend, teilt die «Weltwoche» mit. Publiziert werden die Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe. Durchgeführt wurde die Befragung in Baden-Württemberg (D), Vorarlberg (A) Savoyen/ Hochsavoyen (F) und Como/Varese (I).

Österreicher und Italiener eher für Wechsel

Mehr als die Hälfte (je 52 Prozent) der österreichischen und italienischen Nachbarn sähen es gerne, wenn ihre Region der Schweiz beitreten würde. Unter den deutschen und französischen Nachbarn sind etwas weniger als die Hälfte (48 Prozent) gleicher Ansicht.

Gegen den Wechsel zur Schweiz sprachen sich im Vorarlberg 35 Prozent aus, wie es im vorab zugestellten Artikel der «Weltwoche» heisst. In Como/Varese waren es 44 Prozent, in Baden-Würtemmberg 40 und in Savoyen/Hochsavoyen 39.

Als Exportschlager erwies sich die direkte Demokratie: Zwischen 72 Prozent (Savoyen/Hochsavoyen) und 82 Prozent (Como/Varese) der Wahlberechtigten in den vier Regionen sind der Meinung, dass in ihren Ländern nach dem Vorbild der Schweiz ein solches stärkeres Mitspracherecht eingeführt werden sollte.

Vom steuerlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkt aus beurteilten die Befragten die Sache ähnlich: Zwischen 68 (Vorarlberg und Savoyen/Hochsavoyen) und 78 Prozent (Como/Varese) finden die Schweiz attraktiver als ihr Heimatland. In Deutschland, Österreich und Frankreich machten aber je über 10 Prozent keine Aussage dazu.

Heimatländer sollen in EU bleiben

Etwas anders war die Haltung zur EU - die Schweiz ist im Gegensatz zu den Nachbarländern nicht Mitglied. Zwischen 77 (Como/ Varese) und 52 Prozent (Vorarlberg) sagten Nein zur Frage, ob ihr Land die EU verlassen sollte. Mehrheiten wollten - ausser in Deutschland - auch die Gemeinschaftswährung Euro behalten.

Geht es um die «allgemeine Attraktivität» der Schweiz, ist das Bild differenziert: 69 Prozent der deutschen Nachbarn finden die Schweiz attraktiver als ihr Land. Bei den anderen Nachbarn findet diese Frage nur knappe relative Mehrheiten, nämlich 46 Prozent in Italien, 44 in Frankreich und 42 in Österreich.

Das Institut Swiss Opinion befragte im Auftrag der «Weltwoche» insgesamt 1791 Wahlberechtigte in den vier Nachbarregionen. Die Interviews wurde zwischen vergangenem Donnerstag und vergangenem Montag per Telefon durchgeführt. Die Befragten hörten dabei eine Sprecherstimme ab Band und antworteten via Tastatur.

SVP-Idee war Auslöser

Mit einer Motion hat der jurassische SVP-Nationalrat Dominique Bättig vor ein paar Wochen für Aufsehen gesorgt. In seinem Vorstoss, der immerhin von 26 Nationalräten unterschrieben worden ist, fordert Bättig den Bundesrat auf, Vorkehrungen zu treffen, um eine «erleichterte Integration grenznaher Regionen als Schweizer Kantone» zu erwirken. Im Klartext: Die Schweiz soll um zehn Grenzregionen mit 17 Millionen Einwohnern erweitert werden.

Die Idee von SVP-Nationalrat Bättig ist zwar in der politischen Diskussion rasch als politischer Jux und Unsinn abgetan worden. Die «Weltwoche» hat nun das Thema wieder aufgegriffen. Die zehn Nachbarregionen, die die SVP-Motion der Schweiz einverleiben will, sind: Elsass, Baden-Württemberg, Vorarlberg, Region um Bozen, Varese, Aosta, Savoyen, Hochsavoyen, Ain und Französischer Jura. «Das Schweizer Demokratiemodell liegt vielen Nachbarvölkern sehr nahe», heisst es in der Begründung der Motion von Dominique Bättig. (bru/sda)

Erstellt: 14.07.2010, 19:24 Uhr

72

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

72 Kommentare

willi aerne

14.07.2010, 19:41 Uhr
Melden

Würde man die Völker in einem weiteren Umkreis befragen, ist damit zu rechnen, dass auch diese lieber der Schweiz beitreten möchten. Da müssen sich die Euroturbos doch langsam fragen, warum wir der EU beitreten sollen, einer Art Pseudo-Demokratie. Antworten


Markus Schneider

14.07.2010, 19:39 Uhr
Melden

Erst die Häme über Dominique Bättigs Vorstoss im Parlament. Natürlich wurde der sofort niedergemacht, weil er bei der SVP ist. Und jetzt diese Jubelnachrichten samt Umfrage - wie passt das zusammen? Möchte sich der Tagesanzeiger bei den SVP-Anhängern nun doch Liebkind machen? Oder hat er einfach überhaupt keine Linie mehr? Antworten



Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.