Schweiz

Affäre Hannibal Qadhafi: Genfer Justiz besitzt laut Bericht Videobeweise

Aktualisiert am 13.10.2009

Die Genfer Behörden verfügen laut «Le Matin» über Videoaufnahmen, die im Verfahren gegen die Verhaftung von Hannibal Qadhafi als Beweise gelten könnten.

Beweise aufgetaucht: Eine Überwachungskamera hielt die Misshandlungen zweier Angestellter durch Hannibal Qadhafi im Genfer Hotel Wilson fest.

Beweise aufgetaucht: Eine Überwachungskamera hielt die Misshandlungen zweier Angestellter durch Hannibal Qadhafi im Genfer Hotel Wilson fest.
Bild: Keystone

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Text auf Website korrigiert

Die Westschweizer Zeitung schrieb heute Vormittag, das Video aus dem Hotel zeige, wie die Angestellten der Qadhafis misshandelt werden. Diese Textpassage wurde später jedoch entfernt. Und es hiess, das Video zeige Aufnahmen der Sicherheitskameras aus dem Korridor des Hotels.

Der Genfer Staatsrat Laurent Moutinot hat der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats heute Morgen von Filmaufnahmen erzählt. Dies berichtet die Westschweizer Zeitung «Le Matin». Die Bilder würden von Überwachungskameras im Gang des Hotels Wilson in Genf stammen, wo Hannibal Qadhafi und seine schwangere Frau im letzten Sommer wegen der Misshandlung von zwei Bediensteten verhaftet wurden. Was die Aufnahmen genau zeigen, ist unklar.

Kommission: Keine Videoaufnahmen gesehen

Geri Müller (Grüne/AG), der Präsident der nationalrätlichen APK, dementierte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA Medienberichte, wonach den Kommissionsmitgliedern entsprechende Videoaufnahmen gezeigt worden seien. Laut Müller habe die Kommission keine Videoaufnahmen oder Fotos gesehen, auf denen zu sehen ist, wie die Gaddafis ihre Angestellten misshandelten.

Ein Mediensprecher des Genfer Justizdepartements sagte, dass Staatsrat Moutinot anlässlich der Anhörung nach den Videoaufnahmen im Zusammenhang mit der Qadhafi-Affäre gefragt worden sei. Diese Videoaufnahmen enthielten jedoch keine belastende Beweise, hiess es seitens des Justizdepartements weiter. Dabei könnte es sich um Aufnahmen der Überwachungskameras aus dem Genfer Luxushotel President Wilson handeln, wo die Familie Qadhafi damals logierte.

Im Laufe des Morgens traf auch Bundespräsident Hans-Rudolf Merz in Genf ein, um sich den Fragen der Nationalräte zur Libyenkrise zu stellen. Bevor er im Kommissionszimmer verschwand, wechselte der Bundesrat mit Moutinot einige Worte. Auch seine Amtskollegin, Aussenministerin Micheline Calmy-Rey, ist von der Kommission zur Libyen-Affäre befragt worden.

Schweizer Geiseln immer noch in Libyen

Die Verhaftung von Hannibal Qadhafi und seiner Frau lösten zwischen der Schweiz und Libyen eine diplomatische Krise aus, die bis heute nicht gelöst ist. Nach der Festnahme setzte Libyen wohl aus Rache die Schweizer Geschäftsleute Max Göldi und Rachid Hamdani fest. Zuletzt wurden sie am 18. September von den libyschen Behörden zu einer «medizinischen Untersuchung» aufgeboten und anschliessend in Gewahrsam genommen. (cha/sda)

Erstellt: 13.10.2009, 18:23 Uhr

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