Agglo-Parlament wählt Agglo-Bundesrat
Von René Staubli. Aktualisiert am 12.12.2011 81 Kommentare
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Welche Partei wird bei den Bundesratswahlen am Mittwoch einen Sitz verlieren?
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Seinen Studenten sage er immer, die Schweiz sei «der Prototyp einer Konsensdemokratie – alle werden in die Entscheidungen mit einbezogen». Wenn Daniel Kübler, Politologieprofessor an der Uni Zürich und am Zentrum für Demokratie Aarau, die Landkarte der Schweiz mit den Wohnorten der 246 Parlamentarier betrachtet, sieht er sich bestätigt: «Wo die Bevölkerung wohnt, ist sie im National- und Ständerat entsprechend vertreten. Umgekehrt sorgt die Aufteilung in kantonale Wahlkreise dafür, dass kein Landesteil vergessen geht.»
So heil, wie sie sich auf den ersten Blick präsentiert, ist die Schweizer Politlandschaft freilich nicht. Laut Kübler weist eine Studie aus einem seiner Forschungsseminare unserem Politsystem drei gravierende Schwächen nach, die sich nach den jüngsten Parlamentswahlen noch akzentuiert haben:
- Die landwirtschaftlichen Lebenswelten sind im Parlament deutlich übervertreten.
- Der Anteil der Parlamentarier, die in Kernstädten leben, nimmt kontinuierlich ab.
- Dafür leben immer mehr und überproportional viele Parlamentarier in Agglomerationsgürteln.
Daraus folgert Kübler: «Was den Einfluss auf politische Entscheidungen angeht, sind die Kernstädte gegenüber den Agglomerations- und Landgemeinden in den Räten klar benachteiligt.»
Ein Bundesrat vom Land
Die anstehenden Bundesratswahlen machen deutlich, dass die Präsenz der Agglo-Politiker auch in der Landesregierung übermächtig ist. Ein Jahr nach dem Rücktritt des Städters Moritz Leuenberger (SP, Zürich) scheidet mit Micheline Calmy-Rey (SP, Genf) die letzte urbane Repräsentantin aus. Simonetta Sommaruga (SP) hat nur bedingt grossstädtisches Flair; sie wohnt in der Berner Vorortgemeinde Köniz im Ortsteil Spiegel mit 4500 Einwohnern. Ähnliches gilt für Didier Burkhalter (FDP) aus Neuenburg, das auf der Liste der grössten Schweizer Städte erst an 17. Stelle erscheint.
Alle andern Bundesräte – die amtierenden wie die offiziell portierten – wohnen in kleineren Agglomerationen oder im Falle von Doris Leuthard (CVP, Merenschwand AG) oder Hansjörg Walter (SVP, Wängi TG) gar auf dem Land. Weil in der Vereinigten Bundesversammlung nur rund 22 Prozent der Parlamentarier aus den fünf grössten Städten Zürich, Genf, Basel, Bern und Lausanne kommen, liegt der Schluss nahe: Übermorgen Mittwoch wählt ein Agglo-Parlament einen Agglo-Bundesrat.
«In dieser Umgebung gedeiht der Geist der Abschottung besser»
Laut dem Politikwissenschafter Kübler dürfte sich diese Konstellation auf die konkrete Alltagspolitik auswirken. Er erwähnt das Thema Raumentwicklung, wo das langjährig praktizierte Giesskannenprinzip die Zersiedelung des Landes begünstigt habe. Das neu gewählte Parlament werde sich «kaum dafür erwärmen können, die knapper werdenden Mittel auf Gross-Agglomerationen wie Zürich, Basel und Genf zu konzentrieren». Schliesslich lebe die Mehrheit der Politiker in Klein-Agglomerationen und müsse Rücksicht auf ihre Wähler nehmen.
Ähnliches gelte für die Öffnung gegenüber Europa. In grossen Städten wohnhafte National- oder Ständeräte seien tendenziell eher links und damit kosmopolitischer eingestellt. Die Mehrheit der bürgerlichen Parlamentarier lebe dagegen in einem Umfeld mit tiefer Bevölkerungsdichte, lockerer Bebauung und hohem Wohneigentumsanteil: «In dieser Umgebung gedeiht der Geist der Abschottung besser.»
Moderne Probleme sind den Ratsmitgliedern fremd
Kübler will den Parlamentariern die Kompetenz in urbanen Fragen keinesfalls pauschal absprechen: «Man kann auch auf dem Land wohnen und über entsprechendes Wissen verfügen.» Komme dazu, dass «der Wunsch der Bevölkerung nach einer lösungsorientierten Politik angesichts grosser Probleme wie der Eurokrise oder dem starken Franken zugenommen hat». Das müssten die Parlamentarier ernst nehmen, wenn sie wiedergewählt werden wollten, «egal wo sie wohnen». Die Stärkung der politischen Mitte bei den jüngsten Wahlen habe das deutlich gezeigt.
Wie gross die Diskrepanzen zwischen dem Volk und seinen politischen Vertretern nach wie vor sind, hatte sich schon vor Jahresfrist in einer Wohnortsanalyse des «Tages-Anzeiger» gezeigt. Danach lebt der durchschnittliche National- und Ständerat in einem Einfamilienhaus ausserhalb der Kernstädte. Er repräsentiert weniger das Volk der Mieter als die Minderheit der Eigenheimbesitzer. In seiner engeren Umgebung trifft er weniger Ausländer als in durchschnittlichen Gemeinden. Vor allem die bürgerliche Ratsmehrheit lebt weitab der grossen Schweizer Städte in einer tendenziell heileren Welt.
Was der TA damals folgerte, gilt auch für das neue Parlament und den neuen Bundesrat: «Die modernen Probleme des Landes wie kulturelle Spannungen, Lärm, Verkehr, Umweltverschmutzung oder steigende Mieten sind der Mehrheit der Ratsmitglieder aufgrund ihres Wohnorts eher fremd.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.12.2011, 17:16 Uhr
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81 Kommentare
Der Witz des Tages: Prof. Kübler bedauert, dass im Bundesrat keine Urbaniten mehr da sein werden, sondern nur noch Agglotrottel und Landtölpel. Dabei haben die urbanen Bundesräte, z. B. Moritz und Michèle wohl nie in der Stadt gewohnt - Moritz im Doldertal in der Villa. Dies sind die wichtigsten Nichtorte der Schweiz: Gähnende Leere und Arroganz, große Reden keine Substanz. Antworten
Agglo stellt eigentlich ein räumlich-organisatorisches Phänomen dar, welches eins zu eins die Kultur der heutigen gesellschaft wiederspiegelt. Seit der Moderne hat man mit mehr Luft, Licht und Auto versucht sein Leben in den Griff zu bekommen - Die Agglo ist nun das Resultat! Weder richtig Stadt noch richtig Land....eben nur Agglo, die uneffizienteste räumliche organisation die es gibt. Antworten
Was mir nicht einleuchtet: Herr Maillard soll ein Verrreter der Städte sein, weil sein Arbeitsort Lausanne ist? Dann wäre ja jeder Zürcher, Berner oder Luzerner Regierungsrat aus dem Hinterland auch ein Städter... Und Bundesräte sowieso, ihr Arbeitsort ist ja Bern. Zudem ist wohl Simonetta Sommaruga aus Köniz noch etwas näher an der Stadt als Herr Maillard aus Remaufens.... Antworten
@René Staubli: Ich finde Ihren Artikel ausgesprochen interessant, meiner Meinung nach hat er viel Wahres. Am Besten zu sehen an folgendem Beispiel: Die letzten und zum Teil hochemotionalen Volksabstimmungen wie zum Beispiel die Ausschaffungsinitiative oder aber auch die leidige Geschichte um die Minarette wurden nicht in den betroffenen Städten verloren, nein, abgelenht wurde sie auf dem Land. Antworten
"Die LANDWIRTSCHAFTLICHEN Lebenswelten sind im Parlament deutlich übervertreten." Unklar ist, was die in den Vorstädten oder Dörfern wohnenden Parlamentarier mit der Landwirtschaft zu tun haben. Was den Einfluss der Bauernschaft angeht, die noch etwa 2 - 3% der Gesamtbevölkerung ausmacht, stimmt die Aussage aber schon. Dank einflussreicher Lobby und konsequenter Interessenvertretung. Antworten
Lustiger Artikel, Herr Staubli. Den Fokus auf die Städte zu legen ist in der Schweiz genau so sinnvoll, wie die Wirtschaftspolitik der Schweiz nur auf die grössten Unternehmen auszurichten, obwohl über 90% der Wirtschaftsleistung durch KMU's erbracht wird. Zudem ist das Wahlsystem des Nationslrates genau so ausgelegt, dass bevölkerungsreiche Kreise mehr Vertreter senden können, was auch getan wird Antworten
Die meisten SP-Politiker machen keine Arbeitsplätze. Diese Kreise wollen doch immer mehr Studenten aus DE und der EU in die Schweiz holen. P. Hartmeier ex-TA-Chefredaktor hat ein mal das Arzt-Moratorium sowie die Zulassung der vielen deutschen Aerzte in der Schweiz kritisiert. Wieso sind die KK-Prämien in den urbanen Gebieten am höchsten? C.Mauch kommt aus der Agglo u. dem ,in ZH ,"geliebten" AG. Antworten
René Staublis Kommentar zur Zusammensetzung unseres Parlamentes überzeugt wenig. Auch wenn er auf den Erkenntnissen eines Politologie-Professors (Kübler) basiert. Mit Äusserungen, wie "Geist der Abschottung" oder "Moderne Probleme sind den Ratsmitgliedern fremd", werden Probleme insinuiert, welche in der Bevölkerung wohl kaum so empfunden werden. Eine sehr spezifische wie überflüssige Studie, Antworten
@Stratz, Wer von bildungsfernen (cooles Wort) Menschen in der Agglo spricht, sollte eventuell A die eigene Bild und und B die eigene Kinderstube nochmals überdenken. Beides scheint mir bei ihnen angebracht.
Lieber Herr Stratz, es gibt wohl kaum ein Thema in der CH, ohne dass sofort CB als Strippenzieher dahinter vermutet wird. Viel mehr als CB, stört mich die "linksintellektuelle" Überheblichkeit mit ihren standardisierten Begriffen, wie eben wieder die "bildungsferne Anhängerschaft" u.s.w.. Kritik kann angebracht werden, ohne den Gegner durch die vermeintliche, eigene Überlegenheit herabzusetzen.
Lieber Herr Ganz, die SVP unter dem Diktat von C. Blocher u. seinem
"Klüngel", betreibt, weitgehend aus Eigennutz, eine Abschottungspolitik,
wie man dies in keinem demokratischen Staat auf dieser Welt sonst
noch findet. So lange der Neo-Nationalrat, Milliardär, "Medienmogul", usw.,
das Sagen hat, wird dies auch so bleiben. Die z.T. "bildungsferne"
Anhängerschaft, in der Agglo, ist zufrieden!
Nein, zumindest einer nicht unerheblichen Anzahl Parlamentarier scheinen diese Probleme wirklich fremd, bzw. sehen Probleme wo keine sind. Wie erklären Sie sich ansonsten, dass Städte immer viel ausländerfreundlicher stimmen als Agglo/ Landgemeinden, in denen es definitiv im Schnitt einen viel tieferen Anteil ausländischer Wohnbevölkerung als in den Kernstädten hat? Warum stimmen Städte eher links
Ich möchte fast wetten, dass, wer solchen Blödsinn in einem Artikel zusammen docktert, bestimmt auch an einer bekannten Hochschule in St. Gallen studiert hat. Geht doch vernünftig arbeiten, dann könnt ihr euch auch ein Häuschen auf dem Land kaufen. Immer dieser grenzenlose Neid auf Wohlhabendere kotzt mich langsam an. Und klar, nur die Städter verstehen was von der Welt. Lachhaft. Antworten
"Urbane" Bildungsbürger sind nicht notwendigerweise gescheit, d.h. fähig zu eigenständigem Denken. Viele Bildungsbürger glauben was ihnen mal eingetrichtert wurde und was in den Mainstream- und Monopolmedien verkündet wird. "Bin ich gegen die SVP, so bin ich bei den Intelligenten dabei”.... Antworten
Ich habe ein paar Jahre, als "petit Suisse", in der Grossstadt (Paris) gewohnt.
Dort haben die "urbanen Pariser" ein viel entspannteres Verhaeltnis (trotz groesserem Pendler-Problem) zur Agglo- oder Landbevoelkerung.
Sie wissen, aus Erfahrung, dass ohne diese Leute in Paris nichts, aber auch gar nichts, geht ...
Antworten
Die oberste Priorität für die $VP ist, die 'Gerechtigkeit' wieder herzustellen; Alle Erb-Skandale, jedes Hin-und-her, jede Unwissenheit ist Täuschung und hat nur eines zum Ziel: Die Abwahl von EWS. Die Konkordanz ist ein schöner Vorwand. Antworten
@Jörg Oberli: Ich fürchte Sie haben die Pointe des $ im Kommentar von Herrn Wyss nicht erkannt. Vermutlich wollten Sie Herrn Andy Brand deswegen tadeln.
Herr Oberli. Aha, das $ ist abgedroschen? Das sieht man wieder bei der Blocher-Mauschelei mit der Basler Zeitung. Wer mit Geld versucht und Schweizer zu kaufen darf sich nicht ärgern, wenn das $ in der Partei seine Berechtigung findet. Ich finde, die $VP gehört in die Opposition, damit sie sich endlich vom Blocher-Klünger befreien kann und wieder demokratisch wird. Kein Streit mit der Mehrheit.
Herr Thomas Wyss: Wissen Sie eigentlich, dass das "$" mittlerweilen abgedroschen und ziemlich dämlich wirkt?
Ich habe Ihren Beitrag mehrmal$ gele$en und komme zum immer gleichen $chlu$$; Ihr Kommentar hat nichts mit dem Artikel zu tun. Können $ie mir erklären, wie$o $ie Ihren Kommentar verfa$$t haben? Abge$ehen davon, da$$ Ihr Ha$$ auf die $VP grenzenlo$ zu $ein $cheint.
Genau Herr Erb, die ach so theoretischen Akademiker im Elfenbein-Turm. Sie täuschen sich, wenn Sie das Gefühl haben diese Leute arebiten nicht "richtig" oder leben von "unseren" Steuern. Ist Ihnen schon mal eingefallen, ass genau diese Leute vielviel mehr Steuern bezahlen als all die ach so hochgelobten Büezer, die eben verstanden haben, wie's läuft?
Habe selten einen dümmeren Artikel gelesen. Dieses ewige Stadt gegen Land des Tagi ist ja so was von daneben. Man könnte meinen, die Intelligenz wohne nur in den Städten. Was fordert ihr nun? Quoten für die Städte? Wenn ihr euch untervertreten fühlt, dann geht doch einfach wählen oder stellt intelligente Kandidaten auf! Antworten
In unserem Bauern und Suventionsstaat, haben wwir doch ein weitergehendes Problem. Das Schoggitalerimages zeichnet sich noch immer ab, denn die grossen Städte haben die grossen Probleme, die sowieso niemend so richtig angehen will, und aus parteistrategischen Gründen, auch keinerlei Innovationen, somit einfliessen können. Der Zahn der Zeit wird in der CH folglich eher ausser Kraft gesetzt. Antworten
Lieber Stadtzürcher. Wir in der "Agglo" haben kein Problem mit unserem Wohnort. Ungleich den Städtern definieren wir unser Selbstvertrauen sowie unsere 'Coolness' nicht über unser Domizil. Auf die völlig überrissenen Mieten, die schikanöse Behandlung der Autofahrer inkl. künstlich erzeugtem Parkplatzmangel verzichten wir gerne - genauso auf die rot-grüne Stadtregierung. Beste Grüsse aus Schlieren. Antworten
Lieber Agglo. Es sei denn, das Wohnortoberhaupt sage in einer Fernsehsendung, dass es kein Problem mit dem Wohnort gäbe. Dann wird er kurzerhand weggemobbt. Es lebe die Selbstwahrnehmung.
Egomanie und Agglomanie in Perfektion! Ein Plädoyer für die Errichtung von Stadtmauern... ...Grüsse aus (rot-grün) Basel!
@Kuenzler:
Und was essen Sie ?
Produkte, die Migros oder Coop macht ...
Dem urban geprägten Journi, dessen geistiger Horizont zwischen Opern- bzw. Ernst-Nobs-Platz beschränkt ist, dürfte diese feststellung doch etwas überraschen.
Langsam waechst mein Verstaendnis fuer Leute, die sich Volkszaehlungen/Befragungen verweigern.
(Ich habe bis jetzt diese Formulare immer schoen brav ausgefuellt).
Man gebe mir eine Datenbasis - und ich mache euch eine Statistik -
wie es euch gefaellt ...
Antworten
Geist der Abschottung? Toll, der Tagi weill offenbar auf Teufel komm raus, immer mehr internationale Verträge, die letztlich unabsehbar kosten, ohne erkennbare Vorteile. Das zeigt sich beim Abkommen, das das Studium in der Schweiz z.B. für Polen ohne weiteres ermöglicht. Wer möchte denn von hier in Polen studieren? Das sind einseitige Abkommen, die uns nur Kosten bringen, aber keine Vorteile. Antworten
@arjuna:
Dann liegt das vor allem am Wahlverhalten dieser urbanen Bevoelkerung.
darum geht es ja nicht, herr burky, es geht darum, dass die grossstädte offensichtlich nicht adäquat in der bundesversammlung vertreten sind und bestimmte parlamentsentscheide aus der optik der vororte und ländlichen "idylle" der eigenheimbesitzer getroffen werden. damit erscheinen mir als grosstadtbewohner gewisse antiurbane parlamentsentscheide in völlig neuem licht.
In den wirtschaftlich bedeutenden Kernstädten und nächsten Regionen (z.B: Goldküste) leben halt auch vor allem ausländische und CH Mutlimillionäre, die sich kaum um die Wahlen kümmern. Die ziehen sich lieber in private Kreise wie Lions, Rotary usw. zurück und motzen bestenfalls über die Aktionen der Politiker. Diesen "Sachverhalt" müsste man halt auch mal - auf Kosten der Millionäre - untesuchen. Antworten
Noch interessanter wäre ein Untersuch, wie viele Parlamentarier der Sache wegen und um dem Land zu dienen,
in Bern weilen. Leider scheint es so, dass es Vielen von ihnen nur um das willkommene Zusatzeinkommen geht.
Was es, jetzt mehr denn je, brauchen würde, wäre die besten Köpfe in der Schweiz für den Bundesrat, den National- und den Ständerat zu finden. Davon sind wir weit entfernt.
Antworten
Hallo? Seit wann soll ein Artikel einen Informationsgehalt haben? Emotionen schüren und Unterhalten, Inhalt ist ja so von Vorgestern. Die Journis haben ja auch nur 10 Minuten Zeit etwas zusammenzuflicken um den Platz zwischen den Werbungen auszufüllen, und schon gehts weiter zum nächsten Klick.
Das mag gemäss Schweizer Gärtchendenken zutreffen.In Tat und Wahrheit ist der Einfluss einer Stadt aber weit grösser.Der erste Ring um eine Stadt, z. Bsp. Limmattal, Glatttal, Wehntal in ZH steht ganz klar unter dem Einfluss der Stadt.Man muss endlich wegkommen von diesem Grenzdenken und die Sache ein wenig im grösseren Rahmen sehen.Nur schon der Verwaltungsaufwand in jedem Kaff ist Geldverlochung
Das ist korrekt und ein grosser Mangel des Artikels, eigentlich eine völlige Fehlinformation!!! Wobei, wenn ich die obige Karte anschaue, stammen ja 59 von 246 Parlamentariern aus den 5 Städten, das sind sogar 24%.
Die genannten Städte mit zusammen ca. 1 Mio. Einwohnern sind mit 22% Parlamentsvertretung genau gesagt überrepräsentiert. Und auch der konkordanteste Bundesrat hat Zeiten erlebt, wo Untervertretung vorgekommen ist (aktuell SVP). Ein klassisches Scheinproblem à la Suisse. Antworten
Herr Jens Fischer: Und zum Hundertsten Mal: Gähn!!!! Eine neue Platte bitte..., so einfältig kann doch niemand sein...?
Herr Fischer, Sie haben ja so recht. Es ist doch immer wieder faszinierend aber auch ernüchternd wie schlecht das Gedächntnis der SVP-Anhänger ist. Dass diese , wie auch Herr Wöllner, die Wahrheit nicht wahrhaben wollen sit schon sehr bedenklich.
Jens Fischer: Ihren mittlerweile einfältig gewordenes Argument können Sie nun endgültig im Kehricht deponieren. Ihr SVP-Hass in Ehren, aber deswegen BDP-blind zu werden, ist völlig deplatziert. Diese kleine Partei der beleidigten Leberwürste beweist allein schon durch ihre Taktiererei mit der stets röter werdenden CVP, dass sie kein Format hat. Just hier ist EWS zu Hause - nicht in der SVP !
Und zum Hundertsten Mal: Die SVP hatte ihr Parteimitglied (EWS), das von der vereinigten Bundesversammlung als SVP Vertreterin gewählt worden ist, aus der SVP ausgeschlossen. Auf Eigenen Wunsch, ohne Not. Das ist ein Parteiinternes Problem. Die SVP hat ihre beiden Bundesräte, die Ihnen zusteht. Auch durch mehrfaches Erwähnen wird es nicht wahrer, dass die SVP unter vertreten ist.
Es gibt jede Menge andere Ungleich-Vertretungen: Die Gutverdienenden sind z.B. massiv übervertreten, oder die Juristen gegenüber anderen Berufsgruppen, oder Hausbesitzer gegenüber Mietern, usw. usw.. (Um einmal nicht das Thema Männer/Frauen zu erwähnen - was hier sowieso "automatisch" dazu gehört...). Und es soll keiner sagen dass das keine Konsequenzen hat! Antworten
@C.Bockemühl,haben sie Hausbesitzer mit Hausbesetzer verwechselt.
die sind in den Städten sicher übervertreten.Das ständige Ausspielen Stadt gegen Land schadet dem inneren Zusammenhalt der Schweiz.Wer noch nicht gemerkt hat dass Jeder auf Jeden angewiesen ist hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.
der wortlaut und die schlussfolgerungen der studie würden im detail interessieren. ich ziehe aus dem artikel, dass der wohnort auf die politische ausrichtung und die interessen wirkt. wieso sollte alleine der wohnort dies beeinflussen? die studie wäre dann nicht stringent. ist nicht genauso, wenn nicht noch stärker, der arbeitsort verantwortlich für die politische persönlichkeit? Antworten
@Steiner, na ja die Schweiz hat aus meiner Sicht wirtschaftliche Probleme z.B. starker Franken etc. Bitte googeln sind den Unterschied zwischen EWR und EU. Fakt ist mit dem EWR würde es uns besser gehen.
@Stefan Meili
Es ist Ihnen aber schon klar, dass die Schweiz überhaupt keine wirtschaftlichen Probleme hat, eben gerade weil wir nicht in der EU sind. Es gibt kaum ein Land auf der Welt, dass es so schön hat wie die Schweiz. Und mit der EWR Abstimmung haben wir den EU Beitritt verhindert. Danke an unsere Wähler in der Agglomeration und Danke an Herrn Dr. Blocher. EU - NIE !
@Graf; Tatsächlich Depp, denn die Schweiz hat nie über den EU-Beitritt abgestummen sondern nur über den EWR Beitritt. Diesen hat das Land verhindert, deshalb die momentanen wirtschaftlichen Problemen.
...und wo ist das Problem? Wenn der Stimmbürger Parlamentarier wählt, die nicht sein genaues Spiegelbild sind, ist er selber schuld, wenn gewisse Personengruppen unterverteten sind. Im übrigen ist es schlicht unmöglich, Parlamentarier nach der eigenen Massgabe zu wählen, weil dazu einerseits zuwenig Informationen verfügbar sind und andererseits die Auswahl fehlt. Antworten
Ein Landwirt ist ein naturverbundener Praktiker.Es gibt viele Gesetze die in der Betriebsführung zwingend eingehalten werden müssen.Somit ist dieser einem studierten Theoretiker mit Sicherheit weit überlegen.Ich verstehe nicht,wieso ein gelernter Landwirt nicht fähig sein soll Bundesrat zu werden.Es stehen allen BR. Spezialisten zur Verfügung.Ein Musikstudium im Klavierspielen genügte ja auch. Antworten
Herr Rohner, Sie meinen alt Bundesrat Ritschard, Stich ist Doktor der Staatswissenschaften. Ritschard wie auch andere Nichtakademiker waren gute Bundesräte, aber Ihre Aussage, wonach ein Landwirt einem studierten Theoretiker weit überlegen ist, mag auf dem Gebiet der Landwirtschaft stimmen, sonst aber nicht.
Heinz Gfeller,das müssen Sie nicht mich fragen.Diese Posten sind nicht zu vergleichen mit dem eines Bundesrat.Selbstverständlich braucht es auch studierte Theoretiker in der Privatindustrie wie in den öffentlichen Diensten.Alt Bundesrat Stich war ein Handwerker,nicht von der SP gewählt,die sich für die Arbeiterklasse einzusetzen vorgibt.Dieser war wirklich ein Bundesrat für alle, oder etwa nicht.
Nichts gegen Landwirte, aber weshalb werden denn in Stellenausschreibungen für anspruchsvolle Tätigkeiten Leute mit Weiterbildung oder akademischer Ausbildung und nicht gleich Landwirte gesucht?
Agglo, Agglo - ein Problem mit Agglo? Sehr viel gesunde Schweiz mit gesundem Menschenverstand stammt von ländlicheren Gegenden, nicht von "Down Town Zurich". Stimmt schon, ein Landwirt hat vielleicht wenig Ahnung vom Investmentbanking - aber hat das der durchschnittliche Stadt-Zürcher? Antworten
Urbane Probleme sind in den ländlichen Gebieten nicht unbekannt, oder woher kommen all die Pendler die in der Stadt arbeiten? Es gedeiht auch kein Geist der Abschottung. Viel mehr beschäftigt sich der CH mit Verkehr, Bautätigkeit und dem ökonomisch + okölogischen Wahnsinn. Ist es nicht das was den Herren Angst macht? Das wir uns kritisch verhalten + erkennen das die Probleme hausgemacht sind? Antworten
@Winterberg - wie tief muss das Niveau noch fallen? So nebenbei haben wir in der Agglo den höchsten Ausländeranteil, darum sind wir in Euren Augen ja weniger wert. Wann hört ihr Möchtegernstädter, die meist nicht mal dort geboren, sind endlich auf, auch grosskotzig und herablassend zu äussern?
ich meine sie irren sich wohl nicht james lehmann. und das tut mir leid für sie und auch für viele andere.
es wird sie nicht trösten, aber die menschen in diesem land schauen einem wegen allem möglichen seltsam an.
die kommen aber meist aus der agglo...und das ist mein ernst.
Dann sagen mir mal bitte, warum seit der Hetzkampagnen einer Partei Leute mich auf der Strasse komischer anschauen? Ich bin hier geboren, habe eine sehr gute Ausbildung. Meinen sie etwa, ich irre mich, wenn ich denke, dass die Passanten mich anschauen und dabei denken: ach so ein Ausländer. Von wegen keine Gedanken an Abschottung. Ich spühr das jeden Tag.
Das Problem ist fuer mich eher konstruiert.
Sogar der Praesident des zentr. Frankreich stammt aus der "Agglo" (Neuilly bei Paris).
Einige Mitbewerber sogar vom Land.
Koennte doch auch sein, dass Bewohner in ueberschaubaren Wohnregionen
politisch aktiver sind ?
Antworten
willi mosimann: Was verstehen sie unter "Aggropolitik"?? Haben sie wirklich Probleme mit unseren Landwirten als Berufsleute? Warum soll ein ausgebildeter Landwirt keine wirtschaftlich und finanziell richtige Lösungen bieten können? Glauben sie wirklich, dass all die Juristen, welche unsere Parlamente und den BR bevölkern, bessere Lösungen bieten? Aufgrund der aktuellen Polit-Situation eher nicht!
Und ich denke, dass all die Juristen und Unternehmer in der Politik die Probleme überhaupt erst verursacht haben. Darum lieber Politiker die nicht der Wirtschafts-Finanz-Banken-Elite verpflichtet sind.
Herr Mosimann - ein Landwirt, der in seinem Werdegang versch. Lebensabschnitte durchlaufen hat, kann sich mit den heutigen Problemen ebnsogut auseinendersetzen und Lösungen erarbeiten, wie eine Juristin, die nur ihrer Macht hinterher läuft und oft mit ihrer Sturheit daneben liegt - bereits im RR Graubünden hat sie ihre Kollegen abgeschossen - und war nicht teamfähig - reicht das zur Wahl !?!?
herr mosimann, ich lade sie gerne ein, sich bei uns oben vom gegenteil zu überzeugen.
Es geht nicht um Agrarpolitik sondern darum, dass Politiker aus der Agglomeration und nicht aus den Grosstädten das Sagen haben. Wobei mich dies gar nicht stört oder wollen wir gar dasselbe rot/grüne Chaos wie in Basel, Zürich und Bern auf Bundesebene?



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