Neue Pass-Variante statt zweite Röhre am Gotthard

Ein erfahrener Bauingenieur hat sich Gedanken über eine Passstrasse gemacht. Sein Vorschlag überrascht.

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In der Schweiz wird für jedes Schulhaus, jedes Gemeindehaus, ja für jeden öffentlichen Bauauftrag ein Wettbewerb durchgeführt. Nicht aber, wenn fast drei Milliarden Franken für eine zweite Tunnelröhre durch den Gotthard aufgeworfen werden sollen. Das ärgert den 88-jährigen Christian Menn. So sehr, dass der bekannte Bauingenieur kurzerhand eine Alternative zum zweiten Gotthard-Tunnel skizziert hat.

Rudimentäres Konzept

Und Menn weiss, wovon er spricht: Er war in den 1950er und 60er Jahren an der Planung der San-Bernardino-Route zwischen den Kantonen Graubünden und Tessin beteiligt und hat bekannte Brücken wie die Sunnibergbrücke bei der Umfahrung Klosters entworfen.

Eine ähnliche Variante wie am San Bernardino schwebt ihm auch für die Gotthardroute vor, wie die deutsche Zeitung «Zeit» schreibt. Auf der Nordseite eine neue Passstrasse ab Göschenen, auf 1650 Metern Höhe ein 6,7 Kilometer langer Scheiteltunnel wie auf dem San Bernardino und die alte Passstrasse auf der Südseite ausbauen, so liest sich das noch rudimentäre Konzept unter dem Titel «Variante zur Zweiten Röhre», das der «Zeit» vorliegt.

Nur 17 Minuten längere Fahrtzeit

Dieses Projekt würde laut Menn zwischen 700 und 800 Millionen Franken weniger kosten, als einen zweiten Tunnel zu bohren. Zudem sei der Bau viel einfacher und unproblematischer, weil die Strasse gebaut werden könnte, ohne die bestehende Route durch den Gotthard zu beeinträchtigen. Die Fahrt über diese neue Passstrasse würde nur 17 Minuten länger dauern als diejenige durch den Berg. Sie würde damit «eine einwandfreie Alternative bieten», wenn der alte Tunnel für die Sanierung zwei Jahre lang gesperrt wird.

Wie die «Zeit» weiter schreibt, will Christian Menn sein Projekt nicht selbst im Detail entwerfen und realisieren. Er habe dafür aber einen prominenten Mann, einen «international hoch angesehenen Tessiner Architekten», im Kopf. Mario Botta soll die Umsetzung übernehmen. Die Pläne habe der Stararchitekt bereits gesehen und soll, so die «Zeit», sehr davon angetan gewesen sein, obwohl das Projekt erst aus sechs lose beschriebenen Word-Seiten und selbstgezeichneten Kärtchen von Menn bestehe – und viele relevante Fragen ungeklärt lässt. (ofi)

(Erstellt: 10.01.2016, 19:03 Uhr)

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