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«Alternativmedizin ist kein Riesengeschäft»

Von Fabian Renz. Aktualisiert am 13.01.2011 25 Kommentare

Santésuisse-Direktor Stefan Kaufmann begrüsst den Entscheid von Didier Burkhalter.

Stefan Kaufmann (44) ist Direktor von Santésuisse, dem Dachverband der Krankenkassen.

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Herr Kaufmann, die Krankenkassen müssen vorerst wieder komplementärmedizinische Behandlungen finanzieren. Sie als Chef des Kassendachverbands Santésuisse sind sicher enttäuscht . . .
Nein, wir sind im Gegenteil froh, dass der Bundesrat die Kriterien für die Leistungen der Grundversicherung nicht aufgeweicht hat: Sie müssen weiterhin wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein. Ich hoffe, dass es innert der nächsten sechs Jahre endlich gelingt, zu zeigen, ob die Komplementärmedizin diesen Ansprüchen genügt.

Trotzdem: Die Expertenkommission des Bundes wollte keine der fünf alternativen Heilmethoden in die Grundversicherung aufnehmen. Haben Sie nicht erwartet, dass Bundesrat Didier Burkhalter das ebenso sieht?
Man muss berücksichtigen, dass die Ausgangslage für Bundesrat Burkhalter schwierig war. Immerhin gab es eine Volksabstimmung, in der sich eine klare Mehrheit für die Stärkung der Komplementärmedizin ausgesprochen hat.

Dafür entgeht Ihnen nun das Geschäft mit den Zusatzversicherungen, welche die Komplementärmedizin finanzierten.
Wir wissen nicht, wie viele Leute wegen der Komplementärmedizin eine Zusatzversicherung wählten. Bundesrat Burkhalter hat die Kosten für die alternativen Methoden mit 50 Millionen Franken beziffert. Daran ersehen Sie, dass wir hier nicht über ein Riesengeschäft sprechen.

Hoffen Sie, dass die zugelassenen Methoden in sechs Jahren wieder aus dem Katalog gekippt werden?
Ich hoffe, dass man dannzumal aufgrund sauberer und seriöser Abklärungen entscheiden wird und nicht aufgrund des politischen Drucks. Es ist sehr erfreulich, dass der Bund hierzu von einer internationalen, unabhängigen Institution ein Gutachten einholen will.

Wie halten es denn Sie persönlich mit der Komplementärmedizin?
Ich nutze sie manchmal. Bei gewissen Leiden ziehe ich die «sanfte» Methode dem harten Kaliber vor. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.01.2011, 06:47 Uhr

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25 Kommentare

Walter Sahli

13.01.2011, 11:38 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Und wo bleibt das Aufbegehren der Gegner von alternativen Heilmethoden gegen die Scharlatanerie, die aus den Marketingabteilungen der medizinischen Industrie kommt? Woher beziehen unsere Ärzte ihre Informationen über Medis, Implantate und Geräte wenn nicht von den achso seriösen Ärzteberatern aus der heiligen Industrie? Zum Lesen von unabhängigen Zeitschriften haben die Ärzte ja keine Zeit! Antworten


Ralf Schrader

13.01.2011, 08:02 Uhr
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Vor der Frage, wie kommt die Frage was man behandelt . Gelder der Krankenkassen sollten auch entsprechend KVG nur für die Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Im aktuellen ICD 10 findet man aber mehr Nicht- Krankheiten von Befindlichkeitsstörungen bis normale Alterserscheinungen. Wünschenswert wäre, das praktische Gesundheitspolitik sich nicht ständig mit Randproblemen beschäftig. Antworten



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