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Amoklauf-Risiko – Armee will Rekruten testen

Per Fragebogen sollen Rekruten künftig auf ein allfälliges Risiko zum Waffengebrauch im zivilen Leben abgecheckt werden. Der Chefpsychiater der Armee rechnet mit bis zu 300 Verdachtsfällen jährlich.

Mit der Waffe nach Hause: 28'000 Männer und einige Frauen erhalten jedes Jahr ein Sturmgewehr oder eine Pistole.

Mit der Waffe nach Hause: 28'000 Männer und einige Frauen erhalten jedes Jahr ein Sturmgewehr oder eine Pistole.
Bild: Keystone

Die Schweizer Armee rüstet jedes Jahr 28'000 Männer und einige Frauen mit einer Waffe aus. Ob sie aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur einen Amoklauf starten oder eine Gewalttat begehen könnten, wird dabei nicht abgeklärt. Diese Lücke soll ein neues Verfahren schliessen. Es wurde auf Anregung des scheidenden Oberfeldarztes Gianpiero Lupi vorbereitet.

Reaktion auf Fälle in Baden und Höngg

Die Pläne sind eine Reaktion auf den Amoklauf eines 26-Jährigen in Baden mit einem Toten und vier Schwerverletzten im April 2007, aber auch auf das Tötungsdelikt von Höngg. Hier hatte im November 2007 ein gerade entlassener Rekrut aus dem Hinterhalt eine 16-Jährige erschossen, die auf den Bus wartete. In beiden Fällen töteten die Armeeangehörigen mit ihrer Dienstwaffe.

«Mit einem speziellen Fragebogen liessen sich Stellungspflichtige mit Risikoprofilen schon an der Aushebung aufspüren», erklärt Stefan Vetter, Chefpsychiater der Schweizer Armee. Der Test, dessen Machbarkeit er abgeklärt hat, basiert auf einer kanadischen Methode. Ergäbe ein solcher Test ein Risikoprofil, würde ein vierstündiges Gespräch mit einem forensischen Psychiater folgen. Vetter rechnet mit 200 bis 300 Abklärungen jährlich. (cpm)

Erstellt: 28.12.2008, 06:38 Uhr

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