Schweiz

Angst vor Impfstoff-Knappheit

Aktualisiert am 08.11.2009

Der Thurgauer Kantonsarzt warnt davor, dass in seinem Kanton für Kinder und Schwangere möglicherweise zu wenig Impfdosen vorhanden sind.

Die Nervosität ob der H1N1-Impfung in der Schweiz steigt: Ab nächster Woche beginnen in den Kantonen die Kampagnen - Tage früher als ursprünglich geplant.

Die Nervosität ob der H1N1-Impfung in der Schweiz steigt: Ab nächster Woche beginnen in den Kantonen die Kampagnen - Tage früher als ursprünglich geplant.
Bild: Keystone

Für diese Risikogruppen ist mit Focetria bisher nur ein Impfstoff zugelassen. «Davon stehen uns nur 7500 Dosen zur Verfügung», sagte der Thurgauer Kantonsarzt Max Dössegger zur Nachrichtenagentur SDA. Knapp könnte es werden, weil Kinder unter neun Jahren zwei Mal geimpft werden müssen. Es sei nicht möglich, Impfstoff nachzubestellen. Geimpft werden können Kinder, Schwangere und der Rest der Bevölkerung im Thurgau schon ab (morgen) Montag. Der Impfstoff ist bereits an den Kanton ausgeliefert worden, weshalb die Spritzen eine Woche früher als geplant angesetzt werden können. Die Impfung wird von Hausärzten sowie den Kantonsspitälern Frauenfeld und Münsterlingen angeboten.

Im Kanton Solothurn sind bereits am Samstag die ersten Kinder geimpft worden, vor allem solche mit schweren Krankheiten wie Herzfehlern, Lungenproblemen oder Immunschwächen. Dies berichtete die «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens. Auch im Kanton St. Gallen kann ab Wochenbeginn geimpft werden. Ab Dienstag werden die Spritzen am Kinderspital bei Kindern angesetzt. Das Kantonsspital öffne seine Impfstelle Mitte Woche, teilte die Staatskanzlei am Sonntag mit.

Kantone entscheiden selbst

Ob auch andere Kantone schon mit Impfen begonnen haben, konnte Jean-Louis Zurcher, Sprecher des Bundesamtes für Gesundheit, auf Anfrage der SDA nicht sagen. Die Impfstoffe Focetria und Pandemrix werden seit dem 30. Oktober an die Kantone verteilt. Wann diese mit den Impfungen starten, liegt in ihrer Kompetenz.

Focetria wurde bis am Samstag in 14 Kantonen sowie im Fürstentum Liechtenstein ausgeliefert. Die übrigen Kantone sollen es Anfang der nächsten Woche erhalten. Voraussichtlich ab Mittwoch könne der Impfstoff landesweit gespritzt werden, sagte Marco Pirovano, Leiter Logistik des für die Lieferung zuständigen Unternehmens Voigt.

Immer mehr Ansteckungen

Inzwischen breitete sich die Schweinegrippe weiter aus. Im Kanton Waadt sei die Epidemie ausgebrochen, sagte Kantonsarzt Eric Masserey gegenüber dem Westschweizer Radio RSR. Auch in der Armee kam es zu neuen Ansteckungen: In der Kaserne von Bure im Jura erkrankten fünf Rekruten, wie die Zeitung «Le Quotidien Jurassien» am Samstag berichtete. In den vergangenen Tagen waren bereits Fälle in militärischen Einrichtungen in Thun BE, Chur und Dübendorf ZH bekannt geworden. (cpm/sda)

Erstellt: 08.11.2009, 16:50 Uhr

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