Anwalt: Ghadhafi bringt die Geiseln gar nicht aus der Botschaft
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Die Geiseln in Libyen sind zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Wie soll die Schweiz reagieren?
Mit Ghadhafi verhandeln.
Sanktionen ergreifen.
Die Uno einschalten.
Sie soll gar nichts tun.
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Die Schweiz müsse gegen das Gerichtsurteil rekurrieren und Anwälte einschalten, sagt Emmanuel Altit, ehemals Anwalt der bulgarischen Krankenschwestern. Die in Libyen verurteilten zwei Schweizer würden erst freigelassen, wenn die Schweiz das Kräfteverhältnis umkehre.
«Im Moment ist meines Wissens nach kein internationaler Jurist engagiert. Das ist nicht seriös», führte Emmanuel Altit am Mittwoch in einem Interview in der Westschweizer Zeitung «Le Matin» aus. Für den französischen Anwalt muss die Schweiz «die Regeln des libyschen Spiels lernen».
Wie es eben gerade nicht geht
Die zwei Schweizer würden erst an dem Tag freigelassen, «an dem die Libyer mehr Nachteile als Vorteile haben, sie zu behalten», fügte er an. In dieser Schachpartie genüge es nicht, Visabestimmungen zu verschärfen oder libysche Staatsangehörige nicht am Weltwirtschaftsforum WEF 2010 in Davos teilnehmen zu lassen.
Laut dem Franzosen ist die Verurteilung der beiden Schweizer aber «bloss ein Spiel, eine Drohung.» Tripolis habe gar nicht die Mittel, um die beiden Geschäftsmänner aus der Schweizer Botschaft ins Gefängnis zu bringen. Sie mit Gewalt wegzubringen, sei keine Option, sagte Altit.
Symbolischer Tag für Freilassung
Die Verurteilung der beiden Schweizer zu 16 Monaten Gefängnis sei kein Zufall, würden diese doch seit 16 Monaten zurückgehalten, fügte er an. Das sei typisch für Libyen.
Das Gericht hätte beispielsweise die bulgarischen Krankenschwestern ausgerechnet am 25. Dezember, an Weihnachten, zum Tode verurteilt, erinnerte Altit. Sie wurden acht Jahre in Tripolis festgehalten, bevor sie frei kamen.
Festgehaltene Schweizer sind wertvoll
Selbst wenn die beiden Schweizer in ein Gefängnis gebracht würden, «gibt es keinen Grund, sie schlecht zu behandeln. Es sind Geiseln, sie haben also einen gewissen Wert», fügte Emmanuel Altit an. Die Schweizer waren am Montag zu 16 Monaten Gefängnis und einer Strafe von 2000 Dinar (umgerechnet 1600 Franken) verurteilt worden. (cpm/sda)
Erstellt: 02.12.2009, 11:02 Uhr
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