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Asyl: Am meisten Gesuche von Menschen aus Nigeria

In der Schweiz sind in der ersten Hälfte dieses Jahres gut 40 Prozent mehr Asylgesuche eingereicht worden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 8392 Asylgesuche eingereicht. Das sind 41,2 Prozent oder 2447 Gesuche mehr als im ersten Halbjahr 2008. Im zweiten Quartal 2009 ging die Zahl der Gesuche jedoch stark zurück; sie sank im Vergleich zu den ersten drei Monaten um fast einen Drittel auf noch 3454 Gesuche.

Die Anerkennungsquote lag im zweiten Quartal 2009 mit 15,8 Prozent leicht über dem Niveau des Vorquartals von 14,5 Prozent, aber noch immer klar unter dem Wert des Gesamtjahres 2008 von 23,0 Prozent. Dies ist unter anderem auf den Umstand zurückzuführen, dass die Gesuche von Staatsangehörigen aus Ländern mit einer geringen Anerkennungsquote seit Herbst 2008 schwerpunktmässig behandelt werden, wie das BFM schreibt.

Am meisten Gesuche von Menschen aus Nigeria

Der deutliche Rückgang der Gesuchszahlen im zweiten Quartal 2009 ist primär eine Folge des jahreszeitlich bedingten Rückgangs der Asylgesuche von Menschen aus Eritrea und Somalia. Aus dem Kreis dieser beiden Bevölkerungsgruppen gingen im zweiten Quartal zwei Drittel beziehungsweise knapp drei Viertel weniger Gesuche ein als in den ersten drei Monaten 2009. Dementsprechend rutschten Eritrea und Somalia auch auf der Liste der Herkunftsländer nach hinten.

Am meisten Gesuche wurden im zweiten Quartal 2009 von Menschen aus Nigeria eingereicht (409 Gesuche), gefolgt von Sri Lanka (406 Gesuche). Besonders Menschen aus Nigeria haben in der Schweiz allerdings kaum Aussicht auf einen positiven Asylentscheid; nur gerade vier Personen aus diesem westafrikanischen Land wurden im laufenden Jahr bisher vorläufig aufgenommen.

Positive Erfahrungen mit Dublin

Serbien und Kosovo gelten seit dem 1. April 2009 als verfolgungssichere Staaten, was sich in den kommenden Monaten auch in der Statistik niederschlagen dürfte. Im zweiten Quartal 2009 hatte die Zahl der Gesuchsteller aus Serbien noch leicht zugenommen. Insgesamt waren am Ende des zweiten Quartals 13'689 Gesuche hängig. Das sind 502 Gesuche weniger als am Ende des ersten Quartals 2009.

Als positiv bewertet das BFM die bisherigen Erfahrungen mit dem Abkommen von Dublin. Seit dem Beginn der Anwendung des Abkommens am 12. Dezember 2008 bis Ende Juni dieses Jahres hat die Schweiz bei 2497 Personen um die Übernahme in einen anderen «Dublin-Staat» ersucht, weil dieser gemäss dem Abkommen als Erstgesuchsstaat für die Durchführung des jeweiligen Asylverfahrens zuständig war. Die Schweiz hat bisher im Gegenzug 169 Ersuchen um Übernahme erhalten. (sam/ap/)

Erstellt: 13.07.2009, 17:02 Uhr

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