«Auch in den nächsten Jahren gibt es starke Erhöhungen»
Couchepin ist schuld: Heinz Locher, Gesundheitsökonom, sieht das Problem der hohen Prämien beim abtretenden Bundesrat. (Bild: Keystone)
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Herr Locher, die Prämien steigen 10 Prozent – wieso?
Weil Bundesrat Couchepin sie die vergangenen beiden Jahre gedrückt hat und wir Nachholbedarf haben.
Im Frühling befürchtete das BAG noch eine Steigerung von 15 Prozent.
Das war ein Hilferuf. Man wusste nicht, wie hoch die Gesundheitskosten steigen.
Warum müssen nun vor allem die Jungen bluten?
Weil die Krankenkassen ihnen zuvor unrealistisch hohe Rabatte gewährt haben.
Sollen Kostenverursacher wie Raucher mehr zahlen?
Das tun sie über die Tabaksteuer schon. Es sollte aber ein grösserer Teil ans Gesundheitswesen, statt an die AHV gehen.
Sollen Besserverdienende mehr zahlen?
Nein, dafür gibts progressive Steuern. Die Kassen geht das Einkommen nichts an.
Müssen Billigkassen verschwinden?
Nein, skeptisch bin ich aber bei Kassen, zu denen ich allein via Internet beitreten kann. Die wollen so die alten Leute ausschliessen.
Machts Sinn, jedes Jahr die Kasse wechseln zu können?
Ja, das verbilligt die Prämien. Ihre Höhe darf aber nicht alleiniges Kriterium sein. Wichtig wären Kundenratings, die zeigen, ob eine Kasse meckert, wenn man etwas einreicht.
Steigen die Prämien 2011 und 2012 ähnlich stark?
Ja, wo die Prämien in den vergangenen Jahren zu niedrig waren, gibts erneut starke Erhöhungen . (NEWS)
Erstellt: 02.10.2009, 08:22 Uhr
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