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Auf den ersten Blick gibt es nackte Haut

Zum 50. Geburtstag gibt es einen neuen «Blick». Auffälligste Änderungen: Die Zeitung wechselt zum Grossformat, der Sport kriegt einen eigenen Bund. Und das Seite-3-Girl prangert neu auf der Frontseite.

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Wie früher: Der «Blick» kehrt nach einigen Jahren im Tabloidformat zurück zum Grossformat. Neu erscheint die Boulevardzeitung in zwei Bünden.
PD

   

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Der «Blick» will mit einem harten Boulevard-Kurs und neuem Kleid Leser dazu gewinnen. Wird der Zeitung dies gelingen?

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Stammleser der Boulevardzeitung werden sich freuen. Der «Blick» erscheint ab heute wieder im normalen Zeitungsformat mit zwei Bünden und besserer Druckqualität. Ein Bund ist für den Sport reserviert, der andere für den Rest. Damit ist der Verlag Ringier dem Wunsch vieler Leser nachgekommen, dem Sportteil mehr Gewicht zu geben. Vorbei sind die Zeiten, als «Blick»-Sportleser die Zeitung auf den Kopf drehen mussten, um sich vom Ende des Blatts rückwärts durch seine Fussball- oder Eishockeymachrichten zu kämpfen.

Auch inhaltlich gibt es Neuerungen: Auf Auffälligsten ist sicher, dass das ehemalige Seite-3-Girl wieder eingeführt wird – neu allerdings auf der Frontseite. Bei diesen erotischen Porträts handelt es sich dabei um «Blick»-Leserinnen, die sich um ein Shooting bewerben. Eine Leserinnen-Bindungsaktion der speziellen Art. Auch dem Internet wird grössere Aufmerksamkeit geschenkt: Konsequent setzt die Redaktion Verweise auf «Blick Online».

Sex, Crime und Promis

Vom neuen harten Boulevard-Kurs, auf den der Blick schon seit einiger Zeit setzt, ist gerade heute allerdings weniger zu spüren: Auf den ersten Seiten feiert sich die Zeitung anlässlich des 50-Jahre-Jubiläum selber (UBS-Konzernchef Oswald Grübel: «Der ‹Blick› ist systemrelevant für die Schweiz»). Auf Seite 8 wird jedoch deutlich, was die Leser künftig vermehrt erwarten dürfen: Nachfolgegeschichten mit viel Sex, Crime und Promis. So druckt die Zeitung einen Brief von Daniel H. ab, dem Mörder von Lucie. «Jammer-Briefe aus dem Knast», lautet der Titel.

Nach der «Neuen Zürcher Zeitung» und dem «Tages-Anzeiger» ist der «Blick» bereits die dritte grosse Schweizer Zeitung, die sich liften lässt. Ob damit der Leserschwund aufgehalten werden kann – 1986 hatte der «Blick» eine Auflage von 380'000, zurzeit sind es noch 215'000 – wird sich zeigen müssen. Nach der ersten neuen Ausgabe kann man jedoch sagen: Nun kommt der «Blick» wieder als vollwertige Boulevardzeitung daher. (cha)

Erstellt: 14.10.2009, 09:16 Uhr

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