Schweiz

Axpo darf umstrittene Uran-Anlage nicht besuchen

Aktualisiert am 19.06.2011 12 Kommentare

Die Axpo muss einen bereits geplanten Besuch in eine umstrittene russische Uran-Aufbereitungsanlage absagen. Grund: Das Werk liegt auf militärischem Sperrgebiet.

Die Axpo überdenkt die ohnehin schon umstrittene Zusammenarbeit mit dem russischen Partner: Logo des Schweizer Energiekonzerns.

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Bild: Keystone

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Vertretern der AKW-Betreiberin Axpo (AXP10 105.3 -0.05%) bleibt es verwehrt, die Uran-Aufbereitungsanlage im russischen Mayak zu besuchen. Offizieller Grund: Die Anlage befindet sich in einem militärischen Sperrgebiet.

Mehrere Schweizer Atomkraftwerke arbeiten mit Brennstäben, deren Uran teilweise in den russischen Anlagen von Mayak und Sewersk aufbereitet wird. Dies wird von Umweltorganisationen seit Jahren kritisiert. Die Region um die Anlage in Mayak ist gemäss Greenpeace sehr stark radioaktiv verstrahlt.

Wie die Axpo Holding AG mitteilte, musste der geplante Besuch von Axpo-Vertretern in Mayak kurzfristig abgesagt werden. Der staatliche russische Energiekonzern Rosatom habe bekannt gegeben, dass ein Besuch der Anlage nicht möglich sei, weil sich diese in militärischem Sperrgebiet befinde.

«Sehr verärgert»

Mitglieder der Axpo-Konzernleitung sowie des Axpo- Verwaltungsrates, unter ihnen der Zürcher Regierungsrat Markus Kägi (SVP) und der Ausserrhoder Regierungsrat Jakob Brunnschweiler (FDP), wollten Ende Juni die Anlage besichtigen und mit den Vertretern des Betreibers und der Mutterfirma Rosatom Gespräche führen.

Noch bis vor wenigen Tagen seien die Vorbereitungen wie geplant verlaufen, dann aber sei die Absage gekommen, teilte die Axpo weiter mit. «Über diese kurzfristige Absage sind wir sehr verärgert», liess sich Robert Lombardini, Präsident des Verwaltungsrates der Axpo Holding, in der Mitteilung zitieren.

Entscheid bis Ende Jahr

Axpo-Sprecher Rainer Meier sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, dass der Verwaltungsrat der Axpo bis Ende Jahr entscheiden werde, ob der Konzern weiterhin Uran aus Mayak beziehen soll. Die Axpo werde sich bemühen, die Anlage doch noch besichtigen zu können. «Ein Besuch wäre sehr hilfreich.»

Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse sei noch nicht restlos geklärt, ob die heutigen Aufbereitungsprozesse in Mayak zu zusätzlichen Belastungen von Mensch und Umwelt mit Radioaktivität führten, hiess es weiter. Bis Ende Jahr sollten gemäss Meier aber genügend Fakten vorliegen, um einen Entscheid treffen zu können.

Der Zürcher Regierungsrat Kägi teilte seinerseits mit, dass auch die weiteren Verwalungsratsmitglieder der Delegation, welche die Anlage besuchen wollten, «sehr verärgert» seien über die Verweigerung des Zutritts. «Wenn wir keine Transparenz über die Aufbereitungsprozesse erhalten, muss das Konsequenzen haben.»

Vorerst ist nun ein Arbeitstreffen zwischen Vertretern der Axpo und der Rosatom geplant. Ein Termin steht noch nicht fest.

Auf Grund von Recherchen von Greenpeace hatte die Axpo erstmals im September 2010 bestätigt, dass ihre Brennstäbe zum Teil wiederaufbereitetes Uran aus Mayak enthalten. Der Axpo gehört das AKW Beznau. Zudem hält der Energiekonzern Anteile an den AKW in Leibstadt und Gösgen. (mrs/sda)

Erstellt: 19.06.2011, 22:32 Uhr

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12 Kommentare

Phillipe Müller

20.06.2011, 01:48 Uhr
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In 50 Jahren darf dann der Westen die dort durch Billigproduktion angerichteten Schäden flicken, da es sich zu einem globalen Problem ausweiten wird. Die Verschrottung (oder besser der Wahnsinn) der Atom-U-Boote der UdSSR Zeit bezahlen wir ja auch schon! Haben unsere Energiekonzerne dafür auch Rückstellungen angelegt? Natürlich nicht. Antworten


Michael Meienhofer

20.06.2011, 08:14 Uhr
Melden 14 Empfehlung

In militärischem Sperrgebiet lieg diese Anlage schon lange, nur die Radioaktivität ist dort so gross, dass der Betreiber der Anlage kein grosses Interesse zeigt, dass das Ausmass der Verstrahlung Publik wird... Antworten



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