BAG-Chef: 100 Spitäler schliessen

Thomas Zeltner, Chef des Bundesamts für Gesundheit, schlägt vor, 100 der 350 Spitäler in der Schweiz abzuschaffen.

Klare Worte zum Abschied: Thomas Zeltner.

Klare Worte zum Abschied: Thomas Zeltner. (Bild: Keystone)

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Die übrigen Spitäler müssten sich spezialisieren, sagte Zeltner am Dienstagabend in der Sendung «Infrarouge» des Westschweizer Fernsehens TSR.

Zeltner, der nach 18 Jahren an der Spitze des Bundesamts vor seinem Rücktritt steht, zeigte sich auch besorgt über die angekündigte Erhöhung der Krankenkassenprämien im Verlauf des nächsten Jahres.

Erst am vergangenen Montag hatte der Krankenkassenverband Santésuisse mitgeteilt, dass die Prämien von 18 Krankenkassen bereits im Sommer noch weiter ansteigen könnten. (raa/sda)

Erstellt: 07.10.2009, 11:18 Uhr

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20 KOMMENTARE

Meyer Diana

07.10.2009, 18:23 Uhr

So ein Unsinn. Je grösser das Spital, desto höher die Kosten und desto schlechter die Betreuung, von spezialisierten Eingriffen mal abgesehen, siehe USA. Zudem wartet man bereits heute oft wochen- bis monatelang auf ein Spitalbett, von einer Überkapazität kann wohl im Ernst keine Rede sein. Im Gegenteil, aufgrund der Bevölkerungsentwicklung werden wir schon bald massive Unterkapazitäten haben.


Bruno Froehlich

07.10.2009, 18:22 Uhr

Zeltner sieht es richtig. Schweizer sind unglaublich verwoehnt. Rede als Auslandschweizer in GR und weiss wie lang der Weg ins naechste Spital ist, kenne die Risiken, die Erschwernisse fuer die Verwandten. Doch auch hier werden die Menschen gesund und alt. Fuer den Luxus, jede Klinik die modernsten Geraete, fehlt hier das Geld und man hat sich zur Untersuchung zu bewegen, auch mal per Flug !


Thomi Horath

07.10.2009, 14:01 Uhr

Die Zerstörung einer intakten Infrastruktur erinnert mich eher an Krieg als an Gesundheit. Man könnte doch auch die Spitzenlöhne ein bisschen reduzieren, oder Generika erlauben, oder die Grundversicherung auf das nötige reduzieren. Ausserdem müssen gewisse Dienste von der Allgemeinheit unterstützt werden. Es gibt andere, die es eigentlich nicht brauchten, ich denke da z.B. an eine UBS....


Richard Steiner

07.10.2009, 13:10 Uhr

Ich würde Herrn Zeltner gerne sehen, wenn er solche Äusserungen vor den Bürgern des Goms (VS) macht. Wieviele Personen sind auf dem Weg ins Briger Spital schon gestorben, nur weil dieser schon zu weit entfernt von Obergoms ist ? Unser Walliser Staatsrat Thomas Burgener, Vorsteher des Departements für Gesundheit, könnte Herrn Zeltner sicherlich einige interessante Fälle schilder..


John Luternauer

07.10.2009, 13:08 Uhr

Herr Zeltner sieht das richtig! Eine Spitareform muss her. Unabhängig von kantonalen und regionalen Begehrlichkeiten. Nur so sind die Kosten in den Griff zu bekommen.


domenico modugno

07.10.2009, 13:02 Uhr

@Natalie Bucher: Solange die Gesundheitsdirektoren alle Spitäler mit Einführung der neuen Spitalfinanzierung als Listenspitäler setzen, wird es auch wieder einige Zeit brauchen, bis die gewünschte Flurbereinigung die angepeilte Kosten-/Ertrags-Effizienz erreicht. Einschneidenen Entscheidungen sind gefragt, alles andere kostet nur.


hofer robert

07.10.2009, 11:28 Uhr

Die grössten Heuchler im Bereich überbordende Gesundheitskosten sind die Gesundheitsdirektoren der Kantone. Sie hätten es tatsächlich in der Hand, massiv Kosten zu senken. Aber sie denken nicht einmal daran, einen Teil "ihrer" Spitäler zu schliessen. Die Konferenz der Gesundheitsdirektoren ist ein nutzolses Gremium. Deren Sitzungen könnten ersatzlos gestrichen werden.


Natalie Bucher

07.10.2009, 11:19 Uhr

Mit der neuen Spitalfinanzierung und der Einführung von SwissDRG (leistungsabhängige Abgeltung mittels Fallpauschalen) wird es ohnehin zu einer Flurbereinigung im akut-stationären Spitalbereich kommen. Wenn die Spitäler mit einer pauschalen Entschädigung haushalten müssen, werden sie ihre Strukturen überdenken. Wer das nicht schafft und sich nicht zu spezialisieren vermag, wird nicht überleben.


Beni Jamar

07.10.2009, 11:04 Uhr

Ein weiterer Beweis, dass die direkte Demokratie mit dem Kantönligeist viel Leerlauf, bzw. Geldverschwendung produziert, vor allem weil die meisten Bürger unfähig sind, in Zusammenhängen zu denken u. sich von Egoismus u. unsolidarischem Verhalten leiten lassen. Das Gesundheits- u. Sozialwesen sollte mit Steuern finanziert werden, dafür sämtl. Beiträge abschaffen: Minimale Administrativ-Kosten!!!!


toni müller

07.10.2009, 10:20 Uhr

Es ist anzunehmen das Hr. Zeltner, kurz vor seiner Pension, endlich genug Füdli hat & sich niemandem mehr verpflichtet fühlt um die effektivste Kostensenkungsmassnahme beim Namen zu nennen! In der Schweiz hat jedes Täli sein Spitäli. Das ist ein Hauptgrund der riesigen Gesundheitskosten! Weg damit! Oder: Wenn Krankenkasse freiwillig wäre, würde ich verzichten dann wäre das Geldfass bald leer.


Felix Müller

07.10.2009, 10:16 Uhr

Die kleinen Regionalspitäler, zum Teil nur gerade 15 Minuten voneinander entfernt verursachen massive Kosten. Kapazitäten müssen zusammengelegt und ggf. reduziert werden, nur so lassen sich die Gesundheitskosten (und KK-Prämien!) in den Griff kriegen.


Ruth Meissner

07.10.2009, 10:06 Uhr

Schon wieder ein Chefbeamter, der mit wirren Flausen viel Unglück inszenieren will: Was das heisst, und wieviel Personal solche Umbauten betreffen, ist dem Kalkulator wohl egal. Wenn solche Ideen dann auch noch Zustimmung erhalten, dann gnad' uns Gott - hört auf mit diesen Umstrukturierungen, Ihr nehmt uns das letzte noch verliebene gute Arbeits- und Lebensgefühl...


Paul Rohner

07.10.2009, 09:30 Uhr

Wenn es zuviele Spitäler hat frage ich mich, wieso man oft wochenlang auf ein Spitalbett warten muss. Neuoperierte werden schon bald direkt vom Operationstisch nach Hause geschickt. Das würde auch heissen, dass wir nicht zu wenig Aerzte haben, also keine importieren müssten. Was es nach meiner Meinung weniger Bräuchte wären die sündhaft teuren Untersuchungsgeräte in jedem Kleinspital.


Roland Rawyler

07.10.2009, 09:22 Uhr

Ich wünsche Herrn Humm, dass er niemals mit dem Krankenwagen in ein Spital eingeliefert werden muss, wenn nämlich nach seiner Idee 200 Spitäler in der Schweiz geschlossen würden, wären die Anfahrtswege mit der Ambulanz derart weit, dass die Krankenkassen-Prämien zumindest nicht gesenkt werden könnte ! Ein wahres Amusement, solche " Geschichten " zu lesen, aber bitte estwas weniger naiv, Herr Humm


Hugo Reichmuth

07.10.2009, 09:14 Uhr

Jawoll! Die Spitalinfrastruktur unseres Landes stammt aus dem 19.Jhdt., als die Leute mit 5 km/h unterwegs waren. Heute bewegen sich die Leute mit fahrbarem Untersatz 100 km/h schnell. Es braucht nicht alle 8 km ein Spital... Kantone, die sich dieser längst fälligen Forderung widersetzen, sollen die KK-Prämienverbilligungen aus dem eigenen Sack zahlen.


Ulrich Raumer

07.10.2009, 09:04 Uhr

Ist eigentlich bekannt, welche über Jahrzehnte geschaffene Werte (mit dem Geld der Steuerzahler) für die Allgemeinheit wichtige Flächendeckung vernichtet werden? Werden so nicht einfach die Personalkosten an Aebeitslosenversicherung, IV, Sozialhilfe übertragen? Wäre es nicht sinnvoller - wenn auch moralisch heikler - zu reglementieren was eigentlich zu Lasten aller operiert werden darf?


Rolf Junker

07.10.2009, 09:01 Uhr

Ich gehe mit Stefan Humm einig, aber 100 wären schon mal ein Anfang. Warum werden diese 18 Krankenkassen nicht namentlich erwähnt? Wenn es meine betrifft, werde ich mich weigern den Aufschlag zu bezahlen, dann soll sie in Konkurs gehen!!


andreas schweizer

07.10.2009, 08:56 Uhr

Tolle Sache Zeltner. Ein braver Beamter. Immerhin 18 Jahre lang seinen Sessel erfolgreich verteidigt.... Und warum genau will das Uni Spital Zurigo einen neuen Bettentrakt für Tausend Nasen bauen?!!? Und warum genau sollen 100 Regiospitäler schliessen?!!?


Marcelle O'Palle

07.10.2009, 08:27 Uhr

Durch die Schliessung von bekannter Überkapazität werden endlich erste Massnahmen in die Wege geleitet um steigenden Kosten im Gesundheitswesen zu reduzieren und dadurch endlich eine Prämienstabilität angestrebt. Alles andere wäre nur Symptombekämpfung oder schöner gesagt "Kosmetik".


Stefan Humm

07.10.2009, 07:53 Uhr

Endlich, endlich ein längst fälliger Vorschlag in die richtige Richtung. Zudem könnten gleich 200 geschlossen werden und nicht nur 100!



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