«Bahnbillette müssen bis zu 15 Prozent teurer werden»
Aktualisiert am 06.10.2009 62 Kommentare
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Mit der Pünktlichkeit und Effizienz des Schweizer Bahnnetzes könnte es vorbei sein, wenn auf die bisher versäumten Investitionen in die Infrastruktur ganz verzichtet würde. Diese seien dringend notwendig, sind sich Beobachter einig. Um den Nachholbedarf bei der SBB-Infrastruktur zu decken, fordert das Unternehmen eine Milliarde Franken. Dies sei wenig im Vergleich zu ausländischen Verkehrsbetrieben, sagte Michel Béguelin, Alt-SP-Ständerat (VD) und alt Vizepräsident der Gewerkschaft des Verkehrspersonals, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
Frankreich beispielsweise musste 15 Milliarden Euro ausgeben, um die Versäumnisse der Bahninfrastruktur der letzten 10 Jahre nachzuholen. In Grossbritannien seien gar 70 Milliarden nötig, ergänzte Béguelin. In der Schweiz herrsche noch keine prekäre Situation, die Lage sei aber kritisch. Das Bahnnetz stosse an die Kapazitätsgrenze und die Anzahl Reisender steige weiterhin. Die Qualität lasse sich nur beibehalten, wenn die finanziellen Mittel aufgestockt würden, präzisierte Béguelin. Deshalb sei die Milliarde für den Bahnverkehr «ein Beweis» für die schlechte Verfassung der SBB-Infrastruktur.
SVP will Verzichtsplanung
Dass die Bahn für den Unterhalt ihrer Infrastruktur dringend Geld brauche, wird selbst von der SVP nicht bestritten. Die Forderung der SBB nach einer Milliarde Franken müsse aber genau geprüft werden, sagte der Aargauer SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner auf Anfrage. Er fordert eine Verzichtsplanung. Wenn man wisse, welche Infrastrukturarbeiten wirklich notwendig seien, müsse man sich fragen, wie diese finanziert werden können. «Ich gehe davon aus, dass die Bahnbillette um 10 bis 15 Prozent erhöht werden müssen», sagte Giezendanner.
«Der Bundesrat hat es seit Jahren verpasst – trotz der steten Forderungen der SVP - eine Aufgabenüberprüfung zu machen und eine Priorisierung der knappen Finanzmittel vorzunehmen», teilte auch das Generalsekretariat der SVP Schweiz auf Anfrage mit. «Nun stehen wir vor einem grossen Wunschkonzert, ohne ein wirkliches Konzept zu haben, wohin die Bundesmittel fliessen sollen.» Für die SVP komme es nicht infrage, dass einmal mehr nur bei der Landwirtschaft und Landesverteidigung gespart werde.
Budgetkürzung unrealistisch
Der Zustand der SBB-Infrastruktur habe sich in den letzten Jahren verschlechtert, sagt auch Walter von Andrian, Chefredaktor der Schweizer «Eisenbahn-Revue». «Die SBB haben im Rahmen von Sparmassnahmen den Unterhalt auf ein Minimum reduziert. Dies führt zu einer erhöhten Störanfälligkeit des Betriebes.»
Den dringenden Investitionsbedarf in die Bahninfrastruktur unterstrich ebenfalls die Konferenz der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs (KöV). «Einer gesteigerten Nachfrage gerecht zu werden und gleichzeitig die Budgets zu kürzen, das ist nicht realistisch», sagte François Marthaler, KöV-Präsident. Gingen Bundessubventionen zurück, würde das Geld gebraucht, «um Löcher zu stopfen», fügte Marthaler an. Dies wirke sich nachteilig auf künftige Projekte aus. Die KöV würde deshalb alles dafür tun, um eine Budget-Blutung zu stoppen, ergänzte der Grüne.
Gegen Sparpläne stellte sich auch Michel Béguelin. «Wir fahren gegen eine Wand mit solchen Vorschlägen.» Würden Bundesgelder reduziert, müssten nicht gepflegte Streckenabschnitte aus Sicherheitsgründen langsamer befahren werden, ergänzte Béguelin. Zuletzt wäre die gesamte Effizienz des Schienennetzes in Frage gestellt.
Der Bund will seine Ausgaben zwischen 2011-2013 jährlich um 1,5 Milliarden Franken kürzen. SBB-CEO Andreas Meyer forderte dagegen eine Milliarde Franken, um die Infrastruktur der SBB instand zu setzen. Zudem rechnet die SBB zwischen 2010 und 2016 mit Mehrkosten von jährlich über 100 Millionen Franken, um die Substanz der Infrastruktur zu erhalten. (vin/sda)
Erstellt: 06.10.2009, 11:51 Uhr
62 KOMMENTARE
Tiefe Preise führen nun mal zur Mobilitätsnachfrage und unsinniger Ansiedelung von Arbeitsplätzen (möglichst alle im Zentrum von Zürich) und Wohnungen (irgendwo draussen in der Agglo). Höhere Mobilitätspreise würde zu einem Umdenken bei den Unternehmen führen, wir würden für den Arbeitsweg unter dem Strich nicht nur weniger bezahlen sondern auch weniger Zeit brauchen.
Da das Parlament gewillt ist, Kürzungen vorzunehmen, bleibt dem Bürger nichts anderes übrig, als bei den nächsten NR-Wahlen nochmals über die Bücher zu gehen. Man kann nicht Jahrelang über marode Bahnunternehmen im Ausland nur lächeln und dabei den eigenen hochgelobten Standart vernachlässigen.Gewissen Gremien in der Bundesverwaltung ist der Taktstock über die SBB schon lange entglitten.
Preise erhöhen ja, aber nicht bei den Einzelbiletten (sind teuer genug), sondern bei den Abos. Halbtax und GA sind zu attraktiv. Es muss ein Umdenken stattfinden: Weniger Ausbau, dafür bessere Pflege des vorhandenen. Gleichzeitig bessere Nutzung der Mittel. ÖV nur dort, wo Nachfrage vorhanden und nicht in jedem Kuhdorf mit 10 Leuten. Die unzähligen unrentablen Nebenbahnen sind auf Bus umzustellen.
Meine Damen und Herren, ich denke sie versäumen hier einen sehr wichtigen Aspekt. Sie sollten sich fragen, warum gewisse Leute im Bewusstsein des CO2-Ausstosses immer noch autofahren. Dies liegt neben der von den festgesetzten Zuglinien eingeschränkten Mobilität auch an den hohen Preisen für ein schlechteres Angebot. Eine Preiserhöhung würde folglich zu weniger Passagieren führen, was Unsinn ist.
Milliarden werden in den Ausbau der Bahn gepumt für den alpenquerenden Verkehr.Diese Milliarden fehlen dann andernorts zB. beim Unterhalt der Infrastruktur. Grundsätzlich; warum eigentlich immer und allerorten Ausbau und Wachstum wie ein Fetisch ? Wie wäre es mit einem STOPP Ausbau ? und dafür Erhalt des bestehenden ? Als Vielfahrer bin ich mit dem heutigen Angebot zufrieden, wenn es funktioniert
@Jürg Schmid: Die Firma Giezendanner gehört in der Schweiz zu den Pionieren des kombinierten Verkehrs. Prüfen Sie doch bitte zuerst die Fakten, bevor der Anti-SVP-Reflex mit Ihnen durchgeht.
@Rolf Heinzmann: Bitte Hirn einschalten!-- Wenn ein Bahnbillet soviel Zuschlagsprozente enthalten würde, wie dem Treibstoff des Individualverkehrs zugemutet wurde bzw. wird, würde auch Hr. Heinzmann vermutlich Autofahren, statt Bahn. Es ist zu einfach bzw. unüberlegt
Klar passt Giezendanner die SBB als Konkurrentin nicht. Am liebsten würde er die Pendler wohl mit seinen Lastwagen transportieren. Für die Gutbetuchten (Boni-Empfänger) gäbe es dann schon noch Cars. Wir können natürlich alle auf PW umsteigen und damit es trotzdem aufgeht sperren wir die Autobahnen für die Lastwagen.
bahnfahren muss für alle erschwinglich bleiben: solange immer teurerer wohnraum in der stadt die büezer zum pendeln zwingt; solange umweltschutz und 2000watt-gesellschaft wichtig sein sollen; solange der privat-verkehr (=energie-technischer schwachsinn) immer noch nicht für alle externen kosten aufkommt; solange steuern gesenkt werden, was dann der sbb fehlt.
Ich bin sehr zufrieden mit unserem heutigen Bahnangebot und deshalb gerne bereit 10% mehr zu bezahlen. Das wäre dann beim GA in etwa 400 Franken im Jahr! Mobilität bedeutet oft auch Lebensqualität! Dieses Gezänke wer der "bessere" sei, ist kindisch. Ich finde wir, die Schweiz brauchen beides. Krankenwagen fahren nunmal auf der Strasse, und unsere Briefe, Lebensmittel zt. mit der Bahn.
@Stefan Bitzi und andere: soviel ich weiss trägt der Individualverkehr einen Grossteil der sog externen Kosten. Trotzdem, um das gehts aus meiner Sicht nicht. Sondern darum, dass wir uns Gedanken darüber machen sollten, ob es sinnvoll ist die Bahn in der heutigen Zeit zu verteuern (Klima). Und auch darüber, wieviel uns das allenfalls wert ist.
Studieren diese Kommentarschreiber eigentlich auch etwas? Die Jobs sind in der Stadt. Wohnen in der Stadt ist nicht bezahlbar. Also zieht man aufs Land und demzufolge ist Pendeln angesagt. Viele würden sicher lieber dort arbeiten, wo sie wohnen, aber da hat es meistens nur wenige Stellen.
@Stefan Bitzi: Bitte nicht vergessen, dass der Strassenverkehr rund 3/4 der Verkehrsleistung erbringt. Der ÖV erbringt nur 1/4 der Leistung und kostet die Allgemeinheit gemäss Tagi von letzter Woche 13.6 Mia. im Jahr! Vorschlag: Treibstoffpreis zur Deckung der externen Kosten des Strassenverkehrs erhöhen (wäre ca. CHF 1.10/Liter) und gleichzeitig kostendeckende ÖV-Tarife einführen. Einverstanden?
Gäbe es im Individualverkehr, und insbesondere im Schwerverkehr, auch nur eine Spur von Kostenwahrheit, so wäre der Bahngüterverkehr längst eine Goldgrube geworden. Wie gross darf denn der soziale Sprengstoff sein, wenn alle Bahnangestellten nur noch mit Lastwagenfahrer-Löhnen und damit als Grenzgänger konkurrenzfähig sein sollten? Milchrechnung, SVP: Überproduktion, also Milchpreis tief. Fragen?
@Paul Hergerli: Wo wurde bei der Landwirtschaft gespart? Obwohl es immer weniger Bauern gibt, hats noch gleichviele beim Bund die sich damit beschäftigen. Beim Militär kann man auch noch sparen Zurück zum Verkehr: Ich möchte das Geschrei der SVP hören, wenn bei Strassenverkehr gespart würde oder die Vignette um 15% teurer würde. Beso Herr Giezendanner, der bei jeder Erhöhung der LSVA laut jammert
Die Bahn soll sich doch selber Finanzieren ! Autofahrer Finanzieren die Strassen auch selber, und auch noch grosse teile der Bahn. Zum beispiel NEAT.
@ Jan Simmoni: Sind Sie sicher dass beim Individualverkehr die Kostenwahrheit gilt? Ich habe da meine Zweifel wenn ich zB schon nur an die durch Abgase verursachten Gesundheitskosten denke. Ansonsten gehe ich mit Ihnen einig.
es ist nur recht, wenn autofahrer die bahnfahrt quersubventionieren. würden sämtliche GA besitzer/innen auf ein auto umsteigen, weil das GA längers je mehr unerschwinglich wird, sähe die situation auf der strasse ganz anders aus. mehrverkehr schadet der infrastruktur und der umwelt gleichermassen.
Dass man für eine sichere und pünktliche Bahn fortlaufend investieren muss, finde ich schon in Ordnung. Was ich jedoch für absurd halte, ist meines Erachtens z.Bsp. die Art, wie sich SBB-CEO Andreas Meyer auf lockere Weise an diesem Staats-Unternehmen bereichert. So wurde ihm, ich betone, bevor er die Stelle als neuer SBB-Chef antrat, rund 250'000 Fr. in die Pensionskasse einbezahlt. Frechheit!!
Die Bahnpreise müssten weit mehr als 15% steigen, würde auch hier - was man beim Individualverkehr schon lange macht - die Kostenwarheit gelten. Die gesammte Infrastruktur, das Schienennetz, der Unterhalt, die Baukosten von Tunnels, das 24 Milliardenprojekt NEAT etc. - alles wird von der Allgemeinheit resp. dem Bund bezahlt. Kostenwarheit?
Bahnreisende als Sünder Verfolgt man aufmerksam, Berichte über den Eisenbahnverkehr in der Schweiz sei es über Fernsehen, Radio, Zeitungen und Fachzeitschriften stellt man erstaunt fest das überhaupt nie über die recht grosse Belastung der Bahninfrastruktur durch Transitgüterzüge gesprochen wird. Das all zu lange vor sich her geschobene Problem alleine dem Bahnreisenden auf zu bürden ist leider zu oberflächlich und nicht besonders fair.
Scheinbar ist es laut unserer SVP-Wunderpolitiker nur eine politische, also finanzielle Frage, wie grün Autos, Bahnen, Armee, Landwirtschaft oder Parteilogos denn gerade sein sollen...
Wann kommen wir endlich on der Schnapsidee weg, dass die Infrastruktur eines Landes rentieren soll? Schulen, medizinische Versorgung und eben auch öffentlicher Verkehr müssen nicht kostendeckend sein, sondern den Bedarf abdecken. Falls höhere Steuern nötig sein sollten um diese zu bezahlen, dann ist es halt so.
Wie wollen wir die Klimaziele erreichen? Sicher nicht mit höheren ÖV-Billetpreisen! In den letzten 30 Jahren waren die Investitionen in den Strassenverkehr massiv höher als bei der Bahninfrastruktur. Mit Bahn2000 und Neat wurde eine Wende eingeleitet. Wollen wir ökonomische und ökologische Ziele möglichst optimal miteinander verbinden, sollten wir auf diesem Weg weiter gehen.
Wenn ich mir vorstelle, was der Strassenverkehr in den letzten Jahren an Preiserhöhungen schlucken musste (Kostendeckung), dann wäre es wirklich an der Zeit, dass die Benutzer des öffentl. Verkehrsnetzes ihren Tribut zollen. 25 % Preisaufschlag als Erstes ist gefordert; dann aber die SBB-Leitung mit besserer Leistung,Technik und Zuverlässigkeit. Parlamentarier sollen auch zahlen.
Natürlich, bei den Randregionen sparen, das ist's! Ausser Zürich, Bern, Basel, Genf ist wohl alles Rand! Dann ist's nicht mehr weit zur Privatisierung der rentablen Strecken und der Rest der Schweiz hat das Nachsehen. Dass ausgerechnet ein U. Giezendanner für eine Erhöhung der SBB-Preise ist, ist auch klar. Welche Firma gehört dem schon wieder? ÖV unterstützen, heisst Umwelt schonen!
@Doris Triet: Die endgültige Zerstörung der sozialen Struktur und Landschaft ist nicht wegen Mobilität mit der Bahn, sondern wegen der enormen Zuwanderung in die kleine Schweiz. Diese Zuwanderung und unser unheimliches Bevölkerungswachstum in der Schweiz muss nicht nur gestoppt, sondern teilweise rückgängig gemacht werden. Wir können nicht alle Sozialfälle dieser Erde bei uns unterbringen.
Wenn mein Pendler-Bahnbillet 10 Prozent teurer wird, melde ich mich per sofort und definitiv auf die Strasse ab. Ich fresse nicht aus, was uns die Bahnchefs mit ihren 100'000 Franken Monatslohn eingebrockt haben. Ich spreche hier sowohl von Meyer wie Weibel (der zwar "nur" 70'000 im Monat "verdiente"). Die sollen für ihre kostspieligen Unterlassungssünden geradestehen.
Ihr redet viel von Unweltschutz im Bund (ausser Herr Giezendanner natürlich, der gerne 6 spurige Autobahn hätte). Aber erhöht die Preise und die Leute benützen wieder Ihr Auto, denn das rendiert schlussendlich besser. Die Preise sind mittlerweile viel zu hoch.!!! Kauft die SBB ganz auf und lasst uns zum halben Preis fahren, evtl. würden noch 20-30% der Bevölkerung zusätzlich Zug fahren.
Mobilität ist allgemein zu günstig. Neben der Verteuerung des ÖVs muss aber auch der motorisierte Verkehr endlich seine externen Kosten von mindestens 8 Mia. pro Jahr (Bericht Bundesamt für Raumentwicklung) internalisieren. Ansonsten kann ich mich P. Schneider anschliessen. Nur mache ich für diese Entwicklung eher (vornehmlich bürgerliche) Regionalpolitiker als den Verkehrsminister verantwortlich.
Sehr geehrte Frau Triet Sie sind sicher Hausfrau und es ihnen egal wie andere zur Arbeitkommen, die Kinder abholen und einkaufen. Als Witwer mit Kindern ist die Alternative zu Mobilität Sozialhilfe.
@Pierin Meier, der die Rechnung ohne den Wirt gemacht hat. Kostenwahrheit ja. Aber dann bei allen Verkehrsmitteln. Für den motorisieren Individualverkehr bedeutete dies: massive höhere Benzinpreise, teurere Vignetten und/oder ein Anstieg der Verkehrsabgaben (z.B. Motorfahrzeugsteuern). Der MIV deckt die Kosten genauso wenig wie der öV.
Ist doch klar erst Offroaderabzocke und Citymaut und dann hoch die Bahnpreise. Nur die Löhne klettern statt um 15% nur um 1,5% wenn überhaupt.
Im Zeitungsartikel steht, dass das Streckennetz ".... wegen Versäumnissen der letzten Jahre ..." nicht mehr vollständig unterhalten wurde. Und nun soll wieder mal der Steuerzahler dafür gerade stehen?! Wie bei der Swissair und der UBS und nebst 15% Krankenkassenprämien verkraften die, die auf die ÖV angewiesen sind selbstverständlich auch nochmals 15% höhere Tarife bei der SBB! Toll, danke!!
Für die Bahn-Infrastruktur ist mehr als genug Geld vorhanden. Die geplanten 1,5 Milliarden pro Jahr - bei etwas gutem Willen sogar bis zu 2,5 Milliarden ! - können locker dort eingespart werden, wo es machbar ist und wo es Sinn macht. Nämlich bei der Ost- und Entwicklungshilfe, bei den "Beiträgen" an EU, UNO, IWF, usw. und nicht zuletzt im Asylwesen.
Ja übrigens, ich würde auch nicht mehr Zugfahren, wenn das GA das doppelte kosten. Denn das köntne ich mir neben der KK und den Steuern nämlich nicht mehr leisten. Also dann arbeitslos und ab auf's Sozialamt, warum mache ich mir sorgen? Wie dumm ist die einfälltige Menschheit geworden in den letzten Jahren! Die Politik bekriegt sich und die Lobby leckt sich die Finger. Bezahlen tut der Mittelstand
Ist man bereits SVP-Anhänger, wenn man auch einmal darauf hinweist, dass ja nicht unerhebliche Mittel in die Bahn und deren Infrastruktur fliessen. Der Tages-Anzeiger hat doch kürzlich auf diesen Umstand hingewiesen. Man jammert also auf recht hohem Niveau. Und Hr. Wetter, beachten Sie auch, dass man an anderen Orten recht massiv gespart hat. Stichworte: Armee, Landwirtschaft, Post
Immer nur Geld fordern und dann - vielleicht - etwas dafür liefern, das scheint das Konzept der Bahn zu sein. Preiserhöhungen für stetig sinkende Qualität, nein danke. Das Auto wird so trotz auch dort steigender Kosten zunehmend (wieder?) attraktiver - dürfte wohl kaum die beabsichtigte Wirkung sein.
Sehr enttäuschend, dass manche Exponenten der politischen Landschaft die Verkehrspolitik noch immer als striktes Nullsummen-Spiel begreifen. Liebe SVPler, mehr Nutzer des öVs bringen weniger Verkehr auf der Strasse - und Euch somit ein ungestörtes Raser-Vergnügen. Also gebt den anachronistischen Widerstand gegen den öV endlich auf - in Eurem ureigenen Interesse, ganz egoistisch.
Reisen ist zu günstig. Pendeln attraktiv. Wohnen im grünen, Arbeiten in der Stadt, dagegen ist nichts einzuwenden. Aber die daraus entstehenden Kosten sollen vom Verursacher übernommen werden. In diesem Sinne ist eine Erhöhung der Ticketpreise richtig. Und hat vieleicht sogar den angenehmen Nebeneffekt, dass nicht mehr ganz so viele Pendler täglich die Züge verstopfen.
Vielleicht wäre es möglich alles Geld, das der Bund so ausgibt, an die Bauern und Armee zu zahlen? Natürlich ohne Verpflichtungen der Bauern, das sind ja freie Unternehmer, welche im ungeschützten Markt stehen! Dieser Schein-ÖV, diese Schein-Verwaltung, diese Schein-Gerichte, diese Schein-Sozialsysteme, diese Schein-Bildung... gehören allesamt verboten!
Ganz nach dem Verursacherprinzip wäre ich gerne bereit höhere Bahnpreise in Kauf zu nehmen, wenn dafür die allgemeinen Steuern sinken und auch eine C02 Abgabe auf Treibstoffen eingeführt wird. Jedes Transportmittel sollte von seinen Benützern vollständig finanziert werden, mit den ewigen Subventionen erreicht man nur das die Mobilität zu billig ist.
Die SBB bietet für mich nach wie vor keinen Anreiz auf diese umzusteigen. Das Auto scheint sich im vergleich mit der Bahn immer mehr zu lohnen. Schade eigentlich.
Im Artikel im Tagi "Niemand weiss, wie viel Subventionen fliessen" wird es vorgerechnet: Die Bahn kostet total pro Jahr ca. 8,2 Milliarden, die Einnahmen aus Billettverkäufen betragen rund 2,8 Milliarden Franken - gerade Mal etwa 1/3 der Kosten. Der Rest wird vom Steuerzahler subventioniert. Nicht nur das Auto- auch die Bahn verschleisst Ressourcen und Energie - Zeit die Billettpreise anzupassen!
Erstklasslounge im Zürich HB, mehr Erstklasswagen etc. Die SBB hat nicht nur am falschen Ort gespart, sondern auch am falschen Ort investiert. Berücksichtigt man noch die fehlgeschlagenen internen Projekte, dann ist es an der Zeit, dass das gesamte Management den Hut nimmt. Der CEO ging ja nicht für ein Plauderstündchen nach Berlin und den gleichen Schlammassel hat er hier weitergeführt....
Als Auslandschweizer verweilte ich kuerzlich ferienhalber mit Frau und Kind naehe Chur in der Schweiz. Einen Ausflug nach St. Moritz wollten wir mit dem Zug unternehmen. Als ich erfuhr, dass die Billettkosten auf gegen Fr. 200.- (ca. 50 km retour) zu stehen kaemen, haben wir es dann vorgezogen, fuer Fr. 18.- Benzinkosten, mit dem Wagen zu fahren. 15% Tariferhoehung, was solls? Umsteigen gefragt.
Interessant dass für Luxus Warte Lounges Geld da ist aber nicht für den Unterhalt des Streckennetzes, dass für die Totgeburt Cisalpino ein Jahrzehnt lang Geld aus dem Fenster geworfen wird und Wartungsmitarbeiter seit Jahren Überlastet sind. Dass seit Jahren die Preise erhöht werden und immer zuwenig Geld da ist, dass die treuste Kundengruppe, die Pendler, vergrault werden. Weiter so SBB Saftladen
Einfach: die Förderung von Mobilität durch Steuerabzüge beenden, und die externe Gesundheits- und Umweltschäden verursacht vom motorisierten Individualverkehr von den Verursachern bezahlen lassen. Höchstwarscheinlich wird dann die Subventionierung von umweltfreundlicher Mobilität gar nicht mehr benötigt, da die Preise steigen können ohne dass die Pendler wieder auf's Auto umsteigen.
@Pierin Meier: Bin selber Pendler, wohne aber nicht im Grünen. Schon einmal daran gedacht, dass es vielleicht äussere Rahmenbedingungen gibt wie z.B. Job, Wohnsituation, etc., die bestimmen ob man pendeln muss oder nicht. Die Zeiten sind vorbei wo man im selben Dorf arbeitet und schläft. In vielen Ländern übrigens Alltag.
auf der Aufwandseite ist bei den SBB noch sehr sehr viel zu machen. Was leistet der überbezahlte Verwaltungsrat ausser Sitzungsgelder zu einzustecken ? Wieso ist das Gehalt der Lokführer 3mal dessen der deutschen Kollegen, sind in der Schweiz dreimal mehr Wagen angehängt ? usw usw.
Man kann nur das Geld ausgeben, das man auch hat. Und der ÖV hat weniger Geld, als manche meinen. Er wird kräftig subventioniert über Steuern, insbesondere der Autofahrer. Eigentlich wäre es logisch, dass diejenigen die Kosten tragen, die sie verursachen. Ein Prinzip, dass für sämtliche Lebensbereiche gelten müsste inkl. Privatverkehr, Krankenkassen, Invalidenversicherung etc.
"Für die SVP komme es nicht infrage, dass einmal mehr nur bei der Landwirtschaft und Landesverteidigung gespart werde." Bei der Landwirtschfat wurde noch NIE gespart! Da von "einmal mehr" zu sprechen ist gelogen, da noch NIE bei der Landwirtschaft gespart wurde.
Vom Individualverkehr wird volle Kostendeckung verlangt aber in den ÖV werden jährlich Milliarden gepumpt. Und die S-Bahnen im Kanton ZH laufen trotzdem schon heute (in den Stosszeiten) komplett am Anschlag. Wann merkt rot-grün endlich einmal, dass es ohne Individualverkehr nicht geht? Auch das Auto hat seine Berechtigung - und zwar nicht nur, um den ÖV quer zu subventionieren!
Ja,ja, die SVP will wieder mal kürzen, ausser bei der eigenen Klientel! Die Rezession verschärfen und mit einer Preiserhöhung von bis 15% (wie bei den Krankenkassen) den Konsumenten die Kaufkraft entziehen. Das eingesparte Geld wird dann in Form von Steuererleichterungen an die oberen 10000 weitergegeben. Man sucht doch immer sinnvolle Projekte für Konjunkturprogramme, hier haben wir eines!
Es darf gefragt werden, ob die gigantischen Mittel, die dem ÖV zur Verfügung stehen effizient eingesetzt werden. Insbesondere könnte die Versorgung von Randgebieten kostenmässig effizienter gelöst werden - aber da müsste nicht nur unser Verkehrsminister ideologische Scheuklappen absetzen. Service Public kann nicht heissen, dass die grosse Masse unter der Finanzierung einiger weniger zu leiden hat!
Wenn die Nachfrage hoch und das Angebot knapp ist, müssen die Preise erhöht werden. Folge: Es gibt wieder Platz in den Zügen und die SBB hat mehr Geld. Gleichzeitig wird (zuwenig aber immerhin) etwas gegen die völlig übersteigerte Mobilität gemacht, welche zur (endgültigen) Zerstörung der sozialen Strukturen und unserer Natur führt.
Wenn wir nicht heute diese Investionen vollziehen, dann ist es die nächste Generation, die dann Investitionen in derr Grössenordnung von England tätigen muss. Viele Personen die vom Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel gewechselt haben, gehen wieder zurück auf die Strasse. Was auch passieren wird, falls die Bahn die diese Investitionen voll auf die Pendler und Abonnenten überwälzt.
Einfach die Preise anheben und die Kosten auf diejenigen abwälzen, welche auf ÖV angewiesen sind. Das ist am einfachsten! Wieso nicht zuerst mal beim Managerlohn das Beil ansetzen? Ist ja ohnehin überall im Moment das Thema.
Wozu wurde eigentlich die sogenannte "Kohäsionsmilliarde" bei unseren östlichen Nachbarn verwendet?
Ich habe auch schon profitiert, aber es ist ja schon fraglich, warum man Tageskarten sozusagen zum Spottpreis unter die Leute bringen soll. Auch die norma teuren Billete (Halbtax, GA's, ZVV etc) sind sehr günstig gemessen an der gebotenen Leistung, da sollten wir uns nichts vormachen. Es erinnert mich fast etwas ans Krankenwesen do möchten wir auch eine Luxusversorgung, aber kosten darf es nichts
Endlich kostendeckende Preise im öV! Heute bezahlt der öV nur ca. 70% seiner Kosten. Es ist kein Wunder, dass immer mehr Leute Zug fahren. Die Preise steigen beim öV viel langsamer als beim Privatverkehr. Mit kostendeckenden Preisen würde das Pendlerwachstum gebremst. Es kann doch nicht sein, dass Bund und Kantone den Pendlern das Wohnen im Grünen (und Zubetonieren der Landschaft) subventionieren.
In Grossbritannien kann man die Wirkung von Privatisierung zusammen mit Sparübungen sehen: Auf den Schienen fährt da nur noch Schrott, die Bahnhöfe verlottern. Auch auf den Nebenstrecken Deutschlands sieht man gelebtes Museum, genauso wie auch die Katastrophe bei der Berliner S-Bahn allgemein bekannt ist. Leuenberger hat völlig recht, wenn er hier gegen ein fatales Kollegialitätsprinzip agiert.
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