Schweiz

Beim Thema Sexualkunde tut sich ein Röstigraben auf

Aktualisiert am 06.07.2011 12 Kommentare

Die Hälfte der Schweizer kann sich laut einer Umfrage Sexualkunde im Kindergarten und in der Primarschule vorstellen: 19 Prozent sagen «Ja, sicher», 32 Prozent «eher Ja». Die regionalen Unterschiede sind gross.

Faszination Sexualität: Ein Primarschüler testet an einer Aufklärungsausstellung Kondome.

Faszination Sexualität: Ein Primarschüler testet an einer Aufklärungsausstellung Kondome.
Bild: Keystone

Junge Luzerner SVP gegen Sexualunterricht im Kindergarten

Die Junge SVP des Kantons Luzern (JSVP) hat am Mittwoch dem Regierungsrat eine Petition gegen den Sexualunterricht im Kindergarten übergeben. Sie wurde laut Medienmitteilung von 6370 Personen unterzeichnet.

Die Petition wendet sich gegen den im «Lehrplan 21» ab 2014 in den Deutschschweizer Kantonen vorgesehenen Sexualkundeunterricht im Kindergarten. Die JSVP ersucht den Regierungsrat, darauf zu verzichten. Was bis anhin Sache der Eltern war, solle nicht «mit fragwürdigen, nicht altersgerechten Merthoden» durch den Staat vermittelt werden. (sda)

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Befragt wurden 510 Menschen in der Deutschschweiz und in der Romandie, wie der jüngsten Ausgabe der «Coopzeitung» zu entnehmen ist. 40 Prozent der Befragten sind demnach gegen den Sexunterricht: 21 Prozent sind eher, 19 Prozent sicher dagegen. Nur 1 Prozent weiss keine Antwort.

Die Romands scheinen dem Thema gegenüber offener eingestellt zu sein: Hier sind 29 Prozent klar für Sexualkunde im «Chindsgi» und in der Primarschule; bei den Deutschschweizern sind nur 15 Prozent eindeutig dafür.

In der Westschweiz niemand eindeutig dagegen

Umgekehrt sagen 21 respektive 25 Prozent der Deutschschweizer «eher nicht» oder «Nein, sicher nicht». Bei den Westschweizern ist niemand eindeutig dagegen - eher dagegen sind 12 Prozent.

Gesamthaft gesehen sind junge Menschen eher skeptisch eingestellt. 27 Prozent der unter 30-Jährigen sind der Ansicht, Sexualkunde habe im Kindergarten und in der Primarschule nichts zu suchen. Bei den über 50-Jährigen sind nur 16 Prozent dieser Auffassung. Kaum Unterschiedene gibt es zwischen Männern und Frauen.

Petition eingereicht

Mitte Juni haben Politiker aus EVP, EDU und SVP sowie Lehrer eine Petition «gegen die Sexualisierung der Volksschule» gestartet. Ein Obligatorium für Sexualkunde an der Volksschule, wie dies im Lehrplan 21 vorgesehen sei, komme nicht in Frage. Aufklärung sei Sache der Eltern, lautet das Credo der Gruppe. (pbe/sda)

Erstellt: 06.07.2011, 16:12 Uhr

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12 Kommentare

Lukas Püntener

06.07.2011, 16:32 Uhr
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Kinder und Jugendliche werden heutzutage sehr früh mit Sexualität konfrontiert, ob dies die Eltern nun wollen oder nicht. Darum ist es wichtig, dass sie so früh wie möglich ein gewisses Grad an Aufklärung erhalten. Das heisst ja nicht, dass sie im Kindergarten Pornos schauen müssen, so wie es gewisse Kreise suggerieren. Antworten


Renato Baenziger

06.07.2011, 16:34 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Das ist wohl eine der absurdesten Ideen: Sexualkunde im Chindsgi? Die Kinder sind noch zu wenig weit in diesem Alter und mal ehrlich, die meisten denken doch in dieser Zeit noch nicht einmal über so etwas nach. Ich finde man soll Kind sein dürfen und nicht alles schon mit 6 Jahren wissen. In der Sekundarstufe finde ich Aufklärung sinvoll, denn vorher nützt das ehrlich gesagt nicht viel. Antworten



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