Schweiz

«Beleidigend»: Calmy-Rey hat genug von Steinbrück

Aktualisiert am 16.03.2009 211 Kommentare

Deutschlands Botschafter Axel Berg muss im Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten erscheinen. Micheline Calmy-Rey findet deutliche Worte zu Äusserungen von Finanzminister Peer Steinbrück.

(Quelle: Schweizer Fernsehen, Tagesschau)

Wird zitiert: Botschafter Axel Berg.

Wird zitiert: Botschafter Axel Berg.

Artikel zum Thema

Der deutsche Botschafter Axel Berg muss in Kürze im EDA vorstellig werden. Grund sind Äusserungen des deutschen Finanzministers Peer Steinbrück, der das Vorgehen der Schweiz in Sachen Bankgeheimnis kritisiert.

An einer Medienkonferenz anlässlich des Vorbereitungsgipfels der G-20-Staaten vom letzten Wochenende hatte Steinbrück die Schweiz mit Indianern und die OECD und die Deutschen mit der Kavallerie verglichen.

Andere Reaktion erhofft

«Es hat nie eine schwarze Liste gegeben, es ist nur ein Instrument gewesen, um die Indianer in Angst und Schrecken zu versetzen», hatte Peter Balzli, Korrespondent des Schweizer Fernsehens (SF), Steinbrück in der «Tagesschau» zitiert.

Diese Äusserungen seien «inakzeptabel, aggressiv und beleidigend», sagte die Vorsteherin des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) Micheline Calmy-Rey am Montag in der Fragestunde des Nationalrates. «Wir hätten uns eine andere Reaktion von Deutschland auf die Lockerung des Bankgeheimnisses erhofft.»

Botschafter Berg werde so schnell wie möglich ins Aussenministerium eingeladen. «Wir werden ihm dann mitteilen, wie wir über die Sache denken», sagte Calmy-Rey.

Zweites Mal in halbem Jahr

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb eines halben Jahres, dass Berg sich beim EDA für Äusserungen des deutschen Finanzministers rechtfertigen muss.

Ende Oktober hatte ihn Calmy-Rey bereits eingeladen, nachdem Steinbrück gefordert hatte, dass die Schweiz auf die schwarze Liste der Steuerparadiese der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kommen solle und dass künftig nicht nur «das Zuckerbrot, sondern auch die Peitsche» eingesetzt werden müsse. Namentlich das Wort «Peitsche» hatte den Bundesrat empört. (raa/sda)

Erstellt: 16.03.2009, 23:22 Uhr

211

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

211 Kommentare

Walter Ackeret

16.03.2009, 23:17 Uhr
Melden

Müntefering kann ja mächtig stolz sein auf die bewährte Kavallerie, wahrscheinlich hat sein Gedächnis etwas gelitten. Steinbrück will doch mit seine Arroganz lediglich Wähler gewinnen, und sein höhnisches Lächeln zu der schwarzen Liste qualifiziert ihn selbst. Andererseits setzt er sich für seine Steuereinnahmen ein. Unsere Politiker pflegen nur die eigenen Steuerschlupflöcher. Antworten


Barengo Marco

16.03.2009, 17:56 Uhr
Melden

Sind eigentlich die Schweizer Politiker blauäugig? Sie mussten doch damit rechnen, auch ungehört, auf die ominöse Liste gesetzt zu werden. Antworten



Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.