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Bischöfe überlegen und überlegen und...

Aktualisiert am 31.03.2010 22 Kommentare

Schweizer Bischöfe gestehen zwar im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen Fehler ein. Doch Entscheide über Massnahmen wie der schwarzen Liste werden einmal mehr auf später verschoben.

Die Schweizer Bischöfe wollen erst an ihrer ordentlichen Sitzung vom Juni über eine mögliche schwarze Liste für pädophile Priester entschieden. Dann überlegen sie auch, ob Bischöfe und Ordensobere verpflichtet werden sollen, Verfehlungen durch Priester anzuzeigen.

Die Schweizer Bischofskonferenz lud heute wegen der bekannt gewordenen sexuellen Übergriffe durch Priester eigens zu einer Medienkonferenz in Bern. Präsident Norbert Brunner, Bischof von Sitten, verlas eine Stellungnahme mit acht Punkten.

Darin geben die Bischöfe zu, dass sie das Ausmass der Situation unterschätzt haben. Sie entschuldigen sich und rufen sowohl die Opfer als auch die Täter auf, sich zu outen.

Die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz seien «beschämt und tief bestürzt». Alle, die Übergriffe erlitten hätten, sollten sich bei Opferberatungsstellen oder diözesanen Ansprechstellen melden und gegebenenfalls Anzeige erstatten.

Es sei wichtig, dass vorbehaltlose Transparenz in die Vergangenheit gebracht werde. Alle Personen in kirchlicher Funktion, die Übergriffe begangen hätten, sollten sich ihrer Schuld stellen und sich beim zuständigen Verantwortlichen melden.

Liste Fehlbarer ...

Ob die Schweizer Bistümer eine schwarze Liste mit fehlbaren Priestern erstellen, blieb am Mittwoch offen. Brunner erklärte, über diese Frage werde an der ordentlichen Sitzung vom Juni als Haupttraktandum entschieden. Eine Sondersitzung lehnten die SBK- Mitglieder in einem Konsultativverfahren ab.

Brunner, der sich unmittelbar nach dem Vorschlag gegen die Idee gestellt hatte, verhehlte seine Skepsis nicht. Eine Liste könne immer nur so gut sein wie die Informationen, die sie enthalte.

Wichtig für ihn sei die umfassende Information unter allen Beteiligten. Die Kirche müsse garantieren können, nur integre Mitarbeiter zu beschäftigen.

... und Anzeigepflicht in Prüfung

Inwieweit die Bischöfe ihre Richtlinien für den Umgang mit sexuellen Übergriffen in der Seelsorge aus dem Jahr 2009 überarbeiten, ist ebenfalls offen. Die Bischofskonferenz gehe die Frage des Umgangs mit Anzeigen an die weltlichen Behörden vertieft an. Die Lösung werde möglicherweise «in Richtung Anzeigepflicht gehen», sagte Brunner.

In den geltenden Direktiven steht, dass die erste Ansprechperson der kirchlichen Vorgesetzten immer das Opfer sein muss. Dieses soll in erster Linie selber Anzeige erstatten. Der Fehlbare wird zu einer Selbstanzeige ermuntert. Als dritten Schritt - bei einem schweren Delikt oder Wiederholungsgefahr - sehen die Richtlinien eine Anzeige durch den Bischof oder Ordensoberen vor.

Weihe Verheirateter in Rom kein Thema

Für Bischof Brunner steht nicht der Zölibat als mögliche Ursache für Übergriffe im Zentrum. Die vom Einsiedler Abt Martin Werlen vorgeschlagene Priesterweihe verheirateter Männer findet Brunners Unterstützung. Sie stehe aber weder im Zusammenhang mit der Missbrauchsdiskussion noch mit dem Zölibat an und für sich.

Sie wäre eine Möglichkeit für bewährte, gläubige Männer, ihrer innersten Berufung zu folgen. Momentan sei das aber in der römisch- katholischen Universalkirche kein Thema.

Generalvikar: «Deregulierte Sexualität»

Der Basler Generalvikar Roland-Bernhard Trauffer erklärte in einem Interview mit der «Berner Zeitung» vom Mittwoch, die ganze Gesellschaft kranke an einer «deregulierten Sexualität». Der Mensch sei als Sexualobjekt massentauglich.

Übergriffe und Pädophilie gebe es «tausendfach, zumeist im Familienumfeld». Dass sich ausgerechnet katholische Priester an jungen Menschen vergreifen, erklärt Trauffer mit der Pathologie der Täter - wie bei allen anderen Fällen in einem anderen Umfeld. (bru/sda)

Erstellt: 31.03.2010, 14:45 Uhr

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22 Kommentare

Thomas A. Hoffmann

31.03.2010, 13:00 Uhr
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Die Scham wird erst durch die Entdeckung erweckt! Wo bleibt der Unterschied zum Lumpenverbrecher, dem sein Anwalt rät, vor Gericht Reue zu zeigen? Was ist aus den christlichen Tugenden "Glaube. Liebe, Hoffnung und Barmherzigkeit" geworden? Leere Worthüllen, die im Machtgefüge Roms nie einen Platz hatten. Antworten


Olga Baumgartner

31.03.2010, 13:10 Uhr
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Die Opfer sollen sich bei der Polizei melden und nicht bei den diözesen Opferstellen. - Das ist eine Geschichte für die freie Polizei und nicht für kircheninterne Stellen! - Es würde nochmals alles vertuscht werden. Nicht einfach mit Geld abgelten, die Täter müssen überführt werden, und die gerechte Strafe, wie für alle anderen Täter, absitzen! Antworten



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