Bischof Koch verteidigt Papst in offenem Brief
Aktualisiert am 06.02.2009 34 Kommentare
«In der gegenwärtigen Situation sehr schwierig das Positive zu sehen»: Bischof Kurt Koch. (Bild: Keystone)
Darin warf er die Frage auf, ob der Vatikan der Pius-Bruderschaft zu weit entgegen gekommen ist.
Die Situation, in welcher sich die katholische Kirche nach der Annäherung an die erzkonservative Bruderschaft stehe, bezeichnete Koch als schwierig. «Ist der Preis um die Einheit nicht zu gross?», fragte er in dem siebenseitigen, persönlich gehaltenen Brief. Er habe Verständnis für alle, die so denken würden.
Für ihn selber sei es «in der gegenwärtigen Situation sehr schwierig das Positive zu sehen». Weiter machte Koch, der auch Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz ist, nochmals deutlich klar, dass Antisemitismus und die Leugnung des Holocausts in der katholischen Kirche keinen Platz hätten.
Religionsfreiheit anerkennen
Auch stellte Koch klar, dass das Zweite Vatikanische Konzil nicht zur Disposition stehe. Wolle die Bruderschaft St. Pius X. die volle Anerkennung, müsse sie zu dessen Grundsätzen - etwa der Religionsfreiheit - stehen. Dabei liess Koch durchblicken, dass er zweifelt, ob die Bruderschaft zu einem solchen Schritt bereit ist.
Der Forderung nun auch den Befreiungstheologen in Lateinamerika entgegenzukommen, stellte sich Koch nicht entgegen. «Die Zeit für eine Verständigung könnte reif sein.» Nach der politischen Wende von 1989 dürften die Befreiungstheologen vieles neu sehen. Diesen sei die unkritische Übernahme des Marxismus vorgeworfen worden.
Den Papst verteidigt
Im Brief, der mit «liebe Schwestern und Brüder» beginnt, kritisierte Koch die Kommunikation innerhalb der katholischen Kirche. So sei er über die Aufhebung der Exkommunikation erst am Tag selbst informiert worden. Dies, obwohl die Schweiz direkt vom Entscheid betroffen sei. Die Zentrale der Pius-Bruderschaft ist in Ecône VS.
Papst Bendikt den XVI. verteidigte Koch im Brief mehrmals. Die Geschichte werde dem Papst «darin Recht geben, bis zum Äussersten gegangen zu sein, um die Spaltung, die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil eingetreten ist, zu heilen». Mit dem Zugehen auf die Bruderschaft habe er auch an deren 600'000 Gläubige gedacht. (sam/sda)
Erstellt: 06.02.2009, 16:20 Uhr
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34 Kommentare
Unterdückung Andersdenkender, Frauenverachtung, Fehlleitung Jugendlicher (Selbsterlebnis) u.s.w. wodurch unterscheidet sich der Vatikan noch von andern Schurkenstaaten ? Ebenso die Geschichte und Zeugen des OPUSDEI, ist und bleibt es heute noch eine von Generalissimo Franco geförderte und unterstützte Bande !!!! Antworten
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