Blocher bringt sich als Professor ins Gespräch
Aktualisiert am 11.05.2009 66 Kommentare
«Ich überlege mir, mich für den Lehrstuhl für Wirtschaftsethik in St. Gallen zu bewerben», sagt SVP-Vizepräsident Christoph Blocher in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag». Er ordne derzeit seine Schriften und wolle sein Dossier einreichen, um zu zeigen, was er lehren würde: «Wie man ethisch führt zum Beispiel. Oder was die ethische Bedeutung der Gewinnerzielung ist und des Shareholder-Value.»
Der frühere Bundesrat will sich als Professor bewerben, weil er sich über den Ethiklehrstuhl ärgert: «Dank der Tatsache, dass ein Lehrer dieser Schule, ein Herr Thielemann, in Deutschland gegen die Schweiz ausgesagt hat, wissen wir jetzt, was für Zeugs in einer solchen Fakultät gelehrt wird.» Und weiter sagt er: «Ich finde diesen Lehrstuhl zwar unnötig, aber er besteht nun einmal.»
Blocher sagt im Interview zudem, er wolle 2011 nicht Wahlkampfmanager seiner Partei werden: «Das ist keine Option». Er sei wieder als Unternehmer tätig und halte verschiedene kleine stille Beteiligungen. Darüberhinaus «gibt es seit drei Monaten Diskussionen darum, ob ich eine grössere Firma retten soll.» Er wolle jedoch nicht nur Kapital geben: «Meine Stärke ist die Führung.»
Krisenursache: Mangel an Bescheidenheit
Blocher verteidigt im Interview den Shareholder-Value und die Marktwirtschaft: Er sieht darin «das einzige System, das funktioniert». Die Ursachen der Wirtschaftskrise sieht er im Mangel an Bescheidenheit. «Alle haben die Hochkonjunktur genossen», sagt Blocher. Menschen würden eben dazu neigen, in guten Zeiten über die Verhältnisse zu leben. Das System der Marktwirtschaft würde nur noch besser funktionieren, «wenn in der Hochkonjunktur alle bescheiden bleiben würden.»
In der Rezession müsse man Bescheidenheit nun nicht mehr anmahnen, sie komme von selbst. Und Moralisieren bringe nichts. Moral sei zwar wichtig, aber eine Wissenschaft sei dies nicht. (vin)
Erstellt: 11.05.2009, 09:17 Uhr
WRITE A COMMENT
66 Kommentare
Diese Stelle ist nur mit Überzeugungskraft zu halten und da ist ein jeder Komentar überflüssig. CB wird von den Studierenden auf sein können getestet und ich bezweifle das CB mit seinem Polterstiel unsere Nachwuchspolitiker begeistern kann. Das würde höchstens eine Lachnummer geben. Aber die Stelle hat er ja noch nicht und bewerben darf er sich ja! Antworten
@Pet4er Zurbruegg, Sie verfallen immer wieder in Ihren Kommentaren in den gleichen Fehler. Wie koennen Sie die Qualitaeten der Kommentarschreiber messen und mit denen von C.B. vergleichen ? Immer wieder Ihre Unterstellungen und Beleidigungen gegenueber Menschen die sich bei Haut und Haar nicht kennen. Antworten
@A. Holmes: CB. machte die EMS-Chemie profitabel, ist wohl richtig. Dass ihm dabei Lohndumping nachgesagt wird, ist die andere Seite der Medaille. und ob CB als führendes Mitglied der Gruppe Schweiz-Südafrika in den 1980er Jahren, die gegen ein Embargo des damaligen Apartheid-Regimes kämpfte, für einen Ethik-Lehrstuhl qualifiziert ist, bezweifle ich sehr. Antworten
so so, blocher "überlegt sich, für den wirtschaftslehrstuhl die bewerbung einzureichen". und schon ist wieder feuer im dach oder besser, im oberstübchen der blocherfeinde. ein guter schachzug von blocher im gespräch zu bleiben und seinen gegner aufzuzeigen, das man mit ihm rechnen muss. persönlich glaube ich kaum, das es ihm mit st. gallen ernst ist. ein meister im provozieren ist er allemal! Antworten
Kann man denn Ethik überhaupt lehren / lernen ? Ist es nicht viel eher sooo, dass man Ethik von zuhause aus mitbekommen hat - oder eben nicht. Mir scheint die ganze Frage nach der Ethik in der Wirtschaft wie die Frage nach der "Definition eines Gentleman". Wenn man die Frage stellt, ist man ganz bestimmt keiner ! Antworten
Ich glaube, dass Blocher den Beruf eines Professoren massiv unterschätzt und diesen Job gar nicht ausführen kann. Bevor man Professor wird, muss man nach einem Doktor-Titel einige Hürden überspringen, was u.a. Forschung und Publikation beinhaltet. Herr Blocher darf gerne als Assistant-Professor beginnen oder vielleicht gar als Clinical/Adjunct Professor sein Glück an der HSG versuchen! Antworten
Blocher provoziert mit einem - wohl nicht ganz so ernst gemeinten Spruch - und die Meute der Neider fällt wieder darauf herein und verfällt in die üblichen "Blocher ist peinlich"-Masche, die einen herablassend, die andern giftig. DAS ist peinlich, meine lieben Moralapostel! Antworten
Herr Thielemann darf durchaus sagen, was er denkt, egal, wo er wohnt, herkommt oder arbeitet. Man verlangt hoffentlich von einem Dozenten nicht, dass er seine Wissenschaft ignoriert, sobald "seine" Landespolitik im Gespräch ist. "Patridiotismus"? Herr Blocher sollte vielleicht das Interview im Magazin lesen, bevor er sich brüstet, alles besser zu wissen. "Mangel an Bescheidenheit" trifft sehr gut. Antworten
Wie kann Blocher anderen vorwerfen, dass es ihnen an Bescheidenheit fehlt? Wo andere "nur" pekuniär abkassiert haben, kassiert er gleich den Anspruch auf Macht und Führung mit ab. In seiner "Bescheidenheit" bläst er sich einmal mehr zum Propheten auf, den gar niemand gerufen hat. Nicht mal mehr Satire, nur noch peinlich! Antworten
Bevor er von Ethik redet müsste er zuerst wissen was das ist. Bisher hat er sich nicht gerade ethisch hervor getan wenn ich an die Machenschaften zusammen mit seinem "Freund" Martin Ebner denke. Jedoch; es spielt eigentlich keine Rolle, die HSG ist bereits heute falsch gepolt und wird es bleiben. Antworten
@Mühlemann: Herr Blocher verfügt über einen Doktortitel, Dr. iur. Im Weiteren bedeutet Professor nicht, dass jemand eine Habilitation schreiben muss; es gibt Professuren ohne Habilitation (Privatdozent etc.). Warum auch nicht. Wovon haben all jene Angst, die dies verurteilen? Die Schweiz ist doch ein freies Land und jeder soll seine Meinung sagen können; oder wollen sie die Zesur einführen? Antworten
Blocher nimmt schoen den Mund voll und weiss nicht so genau, was Ethik ist. Ethik ist die Wissenschaft vom sittlichen Handeln des Menschen und hat einen existentiellen Charakter. Ethik ist aber auch Sittenlehre. Unter Sitte versteht man aber auch den hoeflichen Umgang mit dem Mitmenschen. Antworten
"Wie man ethisch führt": Die Ausführungen von Herrn Blocher über dieses Thema wären tatsächlich interessant. Vor allem würde interessieren, wieso er seinerzeit seine Chemiker in Ems unter dem vertraglichen Minimum bezahlte und warum er Druck ausübte, als sie in der Freizeit Protestnoten über die Lohnpolitik verteilten. Ethische Führung??? Antworten
Ein Lehrstuhl für Wirtschaftsethik ist schlicht überflüssig und dessen Alimentierung durch uns Steuerzahler ein Skandal. Wo war denn die Stimme des Ethikers als uns die schlimmsten Auswüchse in den Chefetagen in die Katastrophe geführt haben? Einsamer Warner in der Wüste war.......... Christoph Blocher. Leider wollten die Schweizer nicht hinhören. Antworten
Würde der HSG gut tun. Wieder einmal ein glaubwürdiger Praktiker mit breitem Erfahrungshintergrund und nicht nur einer, der an verschiedenen (deutschen) Unis "herumgerutscht" ist, wie die Mehrzahl der heutigen Professoren. - Vielleicht wäre aber Wirtschaftsethik nicht das richtige Fach für ChB. Antworten
Hediger, Aegeri, Speed und Konsorten - was sollen Ihre Unflätigkeiten ? Ethik hiess früher Anstand - da wusste noch jedermann was darunter zu verstehen ist. Dieses Gefühl scheint jetzt vielen der sich zu Wort meldenden abhanden gekommen zu sein. ...altender Brandstifter mit demagogischen Thesen. Ist das Ihr Ethikverständnis, wenn es um die politsche Konkurrenz geht ? Da ist mir Blocher lieber ! Antworten
Wegen seiner intensiven Auseinandersetzung mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit, seines sozial vorbildlichen Handelns als Unternehmer, seines mutigen und langjährigen Kampfes gegen das Apartheid-Regime und überhaupt der einzigartig respektvollen Behandlung seiner Mitmenschen ist Christoph Blocher der einzige, der wirklich geeignet ist, um Professor für Wirtschaftsethik an der HSG zu werden! Antworten
Dass er dem Posten gewachsen wäre, wissen seine Feinde nur zu gut! Deshalb hacken sie wieder auf ihm rum und schreiben ihre unanständigen Leserbriefe. Erstaunlich, mit wie wenig Einsatz Blocher die halbe Schweiz gegen sich in Trab zu bringen vermag. Gehasst und bekämpft wird nur, wem man zutraut, etwas zu bewegen. Für die Studis wäre der 68-Jährige bestimmt kein langweiliger Professor! Antworten
1. B wurde nicht ABgewählt, er bloss nicht wiedergewählt, ein RIESENunterschied; 2. alle, die sich auf B's ach so tollen "Leistungsausweis" beziehen, sollen doch mal genau sagen, was er denn so Grossartiges geleistet hat, wird schwierig, gell! ; 3. tragisch ist, wenn Leute zu lange die Finger im Spiel haben. Tragischer ist es, wenn man es selber zuletzt merkt. Blocher, bitte gehen Sie. Antworten
Von Ebners Visionenverkäufer zum Wirtschaftsethiker, mit Umwegen über eine ehemalige Bauernpartei, bis hin zum Justizdepartement... Welch eine Karriere! Die "armen" HSG-Studenten tun mir jetzt schon leid! Wenn er, wie Herr Kanlévi Kuhn erwähnt, Fehlentwicklungen voraussehen kann, dann sollte er die Finger von einem Ethik-Lehrstuhl lassen. Er wäre "das schwärzeste Schaf" in Sachen Ethik... Antworten
Das einzig schade an einem solchen Lehrstuhl-Engagement Blochers wäre, dass er dann wohl definitiv für die Politik verloren wäre. Was dieser Mann anpackt, macht er richtig. Da gibt's keine halben Sachen. Aber die SP, die Grünen und die CVP wollten niemanden, der anpackt. Die wollten jemand, der kuscht. So ist auch die heutige Leistung des BR: Bedenklich, einer Schweiz unwürdig. Antworten
Blocher ist bei weitem der fähigste, verdienstsvollste und herausragenste Politiker im Lande. Er könnte diese Amt wesentlich besser ausführen. Leute, wie der Deutsche Thielemann, die sehr gerne den (sehr guten) Lohn aus der Schweiz annehmen und zum Dank dafür gegen unser Land agieren, gehören niemals an solche Posten, sondern nach Hause geschickt. Antworten
Ein alternder Brandstifter, der mit seinen nationalkonservativen, demag. Thesen mit Ethik noch nie etwas am Hut hatte und international der umso rücksichtsloseren Gewinnmaximierung und dem Shareholfer-Value verpflicheten Casino-Kapitalismus stets huldigte, wäre wohl so ziemlich das Letzte, das einen Lehrstuhl für Wirtschaftsethik missbrauchen sollte - zumal die HSG ihr Image dringend aufpolieren . Antworten
Ein alternder Brandstifter, der mit seinen nationalkonservativen, demag. Thesen mit Ethik noch nie etwas am Hut hatte und international der umso rücksichtsloseren Gewinnmaximierung und dem Shareholfer-Value verpflicheten Casino-Kapitalismus stets huldigte, wäre wohl so ziemlich das Letzte, das einen Lehrstuhl für Wirtschaftsethik missbrauchen sollte - zumal die HSG ihr Image dringend aufpolieren . Antworten
Rechtskenntnisse waren ja noch nie eine besondere Stärke unseres abgewählten Justizministers: An der HSG werden gemäss Statut keine Rentner eingestellt. Ende der Diskussion. - Wie wär's mit dem Vatikan? Da haben ältere Semester bessere Job-Chancen, und der protestantische Pfarrerssohn kommt sicher - wie mit allem - auch mit dem katholischen "Zeugs" bestens zurecht. Antworten
In DE hätte man einen solchen "Prof" bereits aus dem Land geprügelt. Was wir in der CH brauchen ist sicher nicht noch mehr Ethik und dafür weniger christliche Religion! Allein die 10 Gebote würden reichen. Aber dies genügt unseren Sektierer nicht, sie wollen allen "ihren" Willen aufzwingen und uns zu ihren Sklaven machen, so wie der Sektierer Thielemann. Ausweisung incl. Rektor! Antworten
Bei der HSG würde ich mich nicht um eine Stelle als Professor bewerben, weil das schlecht für den Lebenslauf ist. Denn seit sich Thielemann im deutschen Bundestag geäussert hat, ist allgemein bekannt, dass die HSG bei der Anstellung ihrer Lehrer nicht unbedingt auf die akedemischen Qualitäten schaut. Der gute T. war nämlich nicht fähig, sich differenziert auszudrücken. Peinlich für die HSG!! Antworten
Ha, das wird lustig! Blocher als Vertreter von Moral und Bewusstsein, ich schiess mich gleich ab. Er, dem ein Elephant im Porzellanladen noch alle Ehre macht. Ich glaubs nicht, der Mann kanns einfach nicht einsehen dass seine Zeit vorbei ist. Ein ganz kleines bisschen tut er mir Leid, ehrlich. Antworten
Herr Blocher hören Sie bitte mit solchem Unsinn endlich auf. Das einzige Ziel, welches Sie nämlich verfolgen, ist dasjenige, dass Sie immer wieder in den Medien sein wollen. Sie regen die ganze Schweiz damit auf. Also bitte lassen Sie uns in Ruhe und geniessen Sie Ihren wohlverdienten Ruhestand. Antworten
Der selbsternannte Führer und Erlöser der Schweiz möchte also Ethik lehren. Er möchte jemanden ersetzten der unbequeme Wahrheiten ausspricht und an dessen Stelle soll eine heuchlerische Scheinmoral ums Bankgeheimnis treten? Schweiz, du hast es nicht besser verdient! Antworten
ja dann kann er aus dem nähkästchen erzählen wie er seinem früheren arbeitgebern die ems ethisch geklaut hat. zuerst die zahlen drücken & den leuten erzählte, sie müssten verkaufen.flux kauft er die ems chemie selber . ohja das ist ethisch.na dann prost; so einer der schwarze schafe goutiert immer am braunen rande polititsiert hat meint wohl er müsse sich jetzt reinwaschen & dass mit steuergeldern Antworten
Macht er doch gut - CHB hat Lebenserfahrung, Politerfahrung, Ethik- und Moralerfahrung, Unternehmererfahrung, ja - er ist der richtige Mann der die Jugend zur Realität, d.h., zurück auf den Boden bringt, denn die Jugend ist unsere Zukunft. Doch mit der heutigen Jugend als Zukunftsmodell kann KEIN Preis gewonnen werden. Die antiautoritäre Erziehung hat NUR geschadet. aw Antworten
Mit welcher Quali.? Was Moral und Ethik anbelangt hat CB sich mehrfach selber disqualifiziert. Schon sein verhaltenen in der Türkei spricht Bände oder die Art und Weise wie er zur Ems gekommen ist. Er verliert den Bezug zur Realität. Verständlich wenn die Proleten ständig seine Genialität beklatschen. Verwundert bin ich nur das seine Bücklinge Ihn nicht vor der Selbstdemontage schützen. Antworten
Der bisherige Amtsträger lässt sich mit 61 Jahren pensionieren und dann kommt der 68-jährige Mann vom Zürichsee und interessiert sich für diesen Job. Alle Lehrkräfte werden geschult, doch der Alt-Bundesrat ist der Meinung, so was kann ich auch! Führen und lernen ist ein grosser Unterschied, doch für ihn ist dies kein Problem. Er kann alles, und die SVP Jünger jubeln ihm wieder zu! Antworten
Ausgerechnet Herr Blocher als Unternehmensretter. Man erinnere sich: Seine Stillhalter-, Gasvision gingen Konkurs, die Alusuisse gibt es praktisch nicht mehr, die EMS-Chemie musste von rund 2400 Mitarbeiter auf rund 1200 abbauen. Seine Airbac-Zünderfabrik verlegte er nach Europa (Tschechoslowakei). Bezüglich Ethik: Seine Drohungen, Erpressungen und politische Pirouetten sind bekannt. Antworten
Da ist er wieder: der alte Mann, der sich selbst demontiert (wenn es denn jemals etwas zu demontieren gab). Was will Blocher noch erreichen? Seine Zeit ist vorbei, er hat dem Bild der Schweiz im Ausland massiv geschadet. Seine peinlichen Hetzkampagnen gegen Ausländer sind nicht vergessen. Aber jetzt sollte er gute Wissenschaftler wie Herrn Thielemann doch bitte in Ruhe lassen. Antworten
Schweiz
Umfrage
Gesetzt den Fall, Geld spielt für Sie eine untergeordnete Rolle. Würden Sie in Andermatt eine Ferienwohnung kaufen?



Robert E. Angst
"Wer keine Moral hat beschäftigt sich mit Ethik..." Antworten