Schweiz

Blocher vergleicht Ja-Sager mit Nazis

Von Pascal Tischhauser, Rinaldo Tibolla, Marc Brupbacher. Aktualisiert am 09.02.2009 301 Kommentare

Christoph Blocher wirkt nach der Abstimmungsniederlage zur Personenfreizügigkeit verbittert: Er wirft den Gewinnern vor, das Volk zu manipulieren wie im Dritten Reich.

Schon wieder ein Nazivergleich: Christoph Blocher auf teleblocher.ch.

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Die SVP hat Mühe, das Abstimmungsresultat zu akzeptieren. «Dieser Entscheid stärkt der EU enorm den Rücken. Die wird sich jetzt sagen: von der Schweiz kannst du alles haben. Der Druck wird massiv steigen», sagt Alt-Bundesrat Christoph Blocher auf Teleblocher.ch. Dies meldete die Zeitung «NEWS».

Und er wirft den Befürwortern gar Manipulation des Volkes vor – und vergleicht die Stimmung vor dem Urnengang mit dem Dritten Reich: «Nehmen Sie diktatorische Strömungen wie das Dritte Reich. Natürlich, wenn alle hinstehen und dem Hitler zujubeln, dann gehören sie immer zu den Gewinnern», so Blocher wörtlich. Und er hielt auch auf Nachfrage des Stichwortgebers Matthias Ackeret an seinem Vergleich fest. So sagte Ackeret, das sei doch nicht vergleichbar. Worauf Blocher antwortete: «Doch, das ist insofern vergleichbar, weil viele denken, sie müssten zur Mehrheit gehören – und ja nicht zur Minderheit.»

«Er hatte keine Chance»

Auch gegen die Abweichler in der eigenen Partei wettert Blocher: «90 Prozent der Basis stand hinter mir. Ich bin gegen Peter Spuhler angetreten - er hatte keine Chance. Es ist halt chic, wenn man bei der Mehrheit sein kann, man muss nichts überlegen.»

Blocher wirft einigen SVP-lern sogar Verrat vor: «Interessanterweise haben einige im Rat Nein gestimmt, die nachher die Ja-Parole gefasst haben.»

«Die Schweizer werden bluten»

Blocher scheint entschlossen, die Abstimmungsniederlage in einen Trumpf für den permanenten SVP-Wahlkampf umzumünzen. «2011 sind Wahlen, wer vertritt denn dann die 40 Prozent?», fragte er rhetorisch im Teleblocher-Interview.

Er skizzierte die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit in düsteren Farben: In den letzten vier Monaten habe sich die Arbeitslosigkeit unter den Portugiesen mehr als verdoppelt und sei auch unter den Deutschen stark gestiegen. Diese gingen nicht nach Hause, sondern bezögen Arbeitslosengelder in der Schweiz.

«Die Verantwortung tragen jetzt die anderen», sagte Blocher. Das Ja trage dazu bei, dass sich die Frage der Migration und Arbeitslosigkeit in den nächsten Jahren massiv verschärfen werde. «Die Schweizerinnen und Schweizer werden bluten», so Blocher.

Auch Pirmin Schwander angriffig

Angriffig war am Sonntag auch SVP-Nationalrat Pirmin Schwander (SZ). Er bestätigte die Aussage seiner Parteikollegin Jasmin Hutter (SG), die SVP plane die Lancierung einer Initiative zur Einschränkung der Personenfreizügigkeit. «Economiesuisse hat zu beweisen, dass der Volksentscheid nicht zu Lasten der Sozialwerke geht», so Schwander. Wenn die Befürworter nicht in Kürze eine Lösung der Probleme bei Arbeitslosenkasse und IV präsentierten, werde die Initiative gestartet. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.02.2009, 17:08 Uhr

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301 Kommentare

Ben Müller

10.02.2009, 10:50 Uhr
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erstaunen tun mich die Kommentare hier drin die CB noch recht geben. Habt ihr wirklich das Gefühl, dass alle die am Sonntag JA gestimmt haben einfach nur wie Lemminge dem BR nachgelaufen sind? Die Leute haben sich mit der Materie befasst und die Vorlage mit Überzeugung angenommen. Ohne die Äusserungen Calmy Rey (und Darbellay und, und) wäre die Zustimmung zur Vorlage noch viel höher ausgefallen. Antworten


bruno Bähler

09.02.2009, 14:00 Uhr
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Was Blocher da rauslässt, ist nicht nur eine Beleidigung des Schweizer Volkes generell sondern eine noch grössere Beleidigung für die Aktivdienst-Generation im Speziellen. Wer so etwas von sich gibt, ist entweder nicht mehr zurechnungsfähig oder einfach nur strohdumm. Und da Blocher zwar unappetitlich aber nicht dumm ist... Antworten




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