Blochers Kandidatur ist «absurd»
Aktualisiert am 17.05.2009 34 Kommentare
Würde sofort «zwangsemeritiert»: Christoph Blocher. (Bild: Keystone)
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Die Ankündigung Christoph Blochers, für den frei werdenden Lehrstuhl für Wirtschaftsethik an der Universität St. Gallen (HSG) zu kandidieren, ist nach Ansicht des abtretenden Professors Peter Ulrich «absurd» und kann «nicht ernstgenommen werden».
Der SVP-Strategiechef versuche, «die Wirtschaftsethik lächerlich zu machen», sagt Ulrich in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». «Blocher will damit signalisieren, Wirtschaftsethiker gäben bloss ihre politische Meinung zum Besten. Eine, die ihm offenkundig nicht passt.»
«Zwangsemeritiert»
Dabei hat Blocher mit seinen 68 Jahren ohnehin keine Chance, Ulrichs Nachfolger zu werden: «Es gibt eine Altersguillotine: Mit 65 Jahren wird man zwangsemeritiert», sagt der 61-jährige Ulrich, seit 1987 Inhaber des Lehrstuhls.
Die Polemik hatte sich an Aussagen des Vizedirektors des Instituts für Wirtschaftsethik, Ulrich Thielemann, vor einem Ausschuss des deutschen Bundestags entzündet. Thielemann hatte der Schweiz fehlendes Unrechtsbewusstsein im Zusammenhang mit dem Bankgeheimnis vorgeworfen. (sam$/sda)
Erstellt: 17.05.2009, 09:50 Uhr
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34 Kommentare
Ich glaube nicht,dass viele,die sich in diesem Forum für Blocher stark machen, je einen Schritt über die Schwelle einer Universität gemacht haben.Das verrät schon der Wortlaut der Kommentare.Doch:keine Sorge,die Witzkandidatur unser Chefpopulisten,dessen Qualifikationen nie und nimmer für einen Lehrstuhl reichen,wird sicher nicht zum Tragen kommen.Da ist ihm nicht nur das Alter (70Lenze!) im Wege. Antworten
Lieber Leo, natürlich würde es Sie glücklich machen, wenn Sie das Fällen von Bäume in ihrem Eigentum erst von einem Ethikprofessor, dann von den Ökoterroristen( Ledergerber Zitat) den Nachbarn, der Gemeinde, Kanton und Bund und schliesslich noch vom Fasnachtskomitee und der Armeeführung bewilligen lassen müssen. Ethik im Blog wäre aber auch zu schweigen, wenn man nicht Bescheid weiss, und nur Vermutungen umher ploderet- gell Antworten
@sandro.giambonini:was man bei andern sieht, hat in erster Linie mit einem selbst zu tun. In Tat und Wahrheit ist die Gesellschaft verlogen und die Uni ein Abbild davon. Dass die Ethikprofessur nur zur Gewissensberuhigung war wird offenbar durch die Tatsache, dass die Uniabgänger nicht einen Deut davon in die Praxis mitnahmen. Blocher opfert sich, um dies aufzuzeigen. Einmal mehr: Dank an Blocher. Antworten
Ich finde es eigenartig, dass sich Leute wie S. Giambonini laut über den Stil Blochers empören, aber im gleichen Atemzug SVP Wähler als "saublöd" bezeichnen. Mittlerweile gibt es Tausende Akademiker (Ärzte, Anwälte, Architekten, Lehrer, Ökon. etc.) die SVP wählen. Ich weiss nicht, was Sie im Alltag so "leisten", aber finden Sie diese Leistungsträger wirklich alle "saublöd", Herr Giambonini? Antworten
Peter Ulrich hätte mit seiner Aussage die wahrheit nicht besser treffen können. Seine aussage ist so wahr und wirft fragen auf welche die "Bünzlibänklischwizer" nicht beantworten wollen, weshalb seine Person angegriffen wird. Fortschrittliche Aussagen, welche nicht-legitimierte Traditionen in Frage stellen wurden schon immer zensiert, weil die offene Diskussion für die Tradition verheerend wäre! Antworten
Das waere wirklich absurd. Blocher weiss gar nicht was Ethik ist. Allen die meinen Blocher waere auch besser als Bundesrat ,muessen zu Kenntnis nehmen, dass er ein guter Bundesrat gewesen waere, haette er das Volk und nicht die Partei vertreten. Antworten
Schade, dass man so lächerlich untergehen muss. Wenn er so weiter macht, wird er keine Chance mehr auf einen Nationalratssitz haben. Auch als nicht SVP'ler fand ich seine Statements und seine Diskussionskultur immer sehr amüsant und informationsreich (Man muss ja die andere Seite auch kennen). Ausserdem hat er ausser beim EWR uns nie geschadet. Aber Ethik, da fehlt doch die Sozialkompetenz absolut Antworten
Herr Blocher könnte das jedenfalls besser als Herr Thielemann. Generalaussagen wie "das Volk der XY halt kein Unrechtsbewusstsein" (strafbar nach Art. 261bis des StGB) stammen von Thielemann, nicht von Herrn Blocher, auch wenn letzterer keine allzeit nette Sprache führt. Antworten
Was machen, wenn das Interesse an seiner Person schwindet? Genau, man sucht sich eine in der Offentlichkeit angefeindete Person und bewirbt sich für dessen Job. Was kümmert einem da irgendwelche Altersgrenzen? Für einen populitischen Streich ist nicht Ernsthaftigkeit gefragt sondern die Tatsache, DASS MAN IN DEN MEDIEN ERSCHEINT. Wer dies nicht begrift ist entweder saudumm oder SVP-Wähler. Antworten
@Alexandra Weber: Ist das Ihr Ernst? Blocher und Ethik? Was hat er denn der Schweiz als BR gebracht? Wissen Sie, wie er bei EMS an die Macht kam? Wie er das Recht für sich beugt? ich habe ihn mal bei einer 1.Augustfeier reden gehört. Da hat er sich gebrüstet, wie er illegal Bäume fällen liess, die seine Sicht behinderten, nachdem er kurzerhand das Land gekauft hatte. Eben ein Macher. Aber Skrupel? Antworten
Soviel zur Headline: Blocher IST absurd! Dieser selbsternannte Ethik-Freak hat damals mit Ebner zusammen den Grundstein für den Shareholder-Value-Exzess gelegt und wacker Brickets nachgelegt. Selten einen verlogenen und schlechtere Verlierer erlebt. Antworten
Auf jeden Fall würden die Studenten bei aBR Blocher mehr lernen, als bei den herkömmlichen Wirtschaftsethikern aus dem Elfenbeinturm. Diese Disziplin wurde sowieso nur als universitäres Feigenblatt zur Auslastung linkslastiger Ökonomen geschaffen. Ethisch zu handeln lernt man im Elternhaus und nicht an der Uni. Antworten
Nach den umstrittenen Äusserungen von Wirtschaftsethiker Thielemann im deutschen Bundestag sollte eigentlich jedem klar sein, das Wirtschaftsethik nicht so einfach von der Politik zu trennen ist. Christoph Blocher wäre für den Lehrstuhl sehr gut geeignet. Er würde der Wirtschaftsethik zu mehr Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung verhelfen. Es ist Zeit, dass man mit der verlogenen Heuchlerei aufhört. Antworten
Weshalb muss sich Herr Blocher (68)eigentlich immer wieder ins Gespräch bringen. Kann er nicht von der Macht lassen oder kommt er sich wirklich unentbehrlich vor. Das ihm andere Meinungen nicht passen ist ja nun auch keine Neuigkeit, seine " Jünger" waren ja auch stets nur "Kopfnicker". Sein Geld für die Partei = Meinungsbildung für seine Mitläufer.Mit 65 Jahren zwangsemeritiert, ein schönes Wort. Antworten
Auch mit absurden Ideen kann man sich ins Gespräch bringen, mindestens in Erinnerung rufen. Positiv oder negativ? Egal. Hauptsache man ist doch nicht weg vom Fenster. Solange er damit Bewunderer in der SVP findet spielt er auf diesem Klavier. Und die Medien verbreiten brav die Melodie... Antworten
Nach wie vor gibt es keinen Besseren als CHB für diesen Sessel. Es ist entwürdigend und sehr befremdend wie die Journalisten hier im Titel wieder *frefeln*! So darf man mit ehrwürdigen Menschen die viel geleistet haben nicht umgehen. Diese Art zu schreiben ist primitiv und unter der Gürtellinie. Antworten
Bei aller Achtung vor Blocher's Leistung als BR, finde ich seine Bewerbung auf einen Lehrstuhl mit 68 total daneben und realitätsfremd. Nicht, dass ich ihm keine kompetenten Vorlesungen zutraute. Aber man kann nicht zu allen Zeiten alles machen wollen. Für eine Frau ist das Kindergebären nach 45 i.d.R. auch zu ende. Die HSG könnte ihm ja stattdessen auch einen Lehrauftrag erteilen. Antworten
In der Schweiz breitet sich mit der Klimaerwärmung eine Krankheit aus, die auch zu psychische Veränderungen führt. Sie wird durch Zecken übertragen und hört auf den schönen Namen "Lyme-Borreliose". Mir scheint ein Untersuch wäre hier angebracht, zumal sich Alt-BR Blocher immer häufiger im politischen Unterholz aufhält. Antworten
Peter Ulrich war als Hochschullehrer ein sehr fader Mensch. Aus Erfahrung weiss ich, dass Blocher Studenten begeistern kann. Jedenfalls hätte der Unterricht Feuer und Biss. Und auch der Dialog hätte einen hohen Stellenwert. Das allein ist schon die halbe Miete. Antworten
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Markus Meier
Dass ein Ethikprofessor, der sich mit 61 frühpensonieren lässt und mit seiner stattlichen Pension ein Leben führen kann, von dem ein Büezer nicht einmal zu träumen wagt, die Kandidatur eines hochqualifizierten Kandidaten als absurd abtut, ist unethisch. Herr Ulrich könnte von Herrn Blocher in jeder Beziehung nur lernen. Es ist keine Heldentat, gegen Blocher zu moppen. Möge die Gerechtigkeit siegen Antworten