Schweiz

Brasilien gibt der Schweiz einen Korb

Aktualisiert am 18.10.2011 30 Kommentare

Zum Abschluss seiner Südamerikareise hat Johann Schneider-Ammann die Erneuerung des Freihandelsabkommens mit Chile vereinbart. In Brasilien trug der Besuch des Wirtschaftsministers hingegen weniger Früchte.

Will sich nicht mit dem Bundesrat verhandeln: Brasiliens Aussenminister Antonio Patriota (l) redet mit Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann.

Will sich nicht mit dem Bundesrat verhandeln: Brasiliens Aussenminister Antonio Patriota (l) redet mit Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann.
Bild: Reuters

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Der Vertrag mit Chile ist seit Ende 2004 in Kraft und gilt für den Dienstleistungs- und Industriesektor. Eine Erklärung zur Verlängerung haben Schneider-Ammann, sein chilenischer Amtskollege Pablo Longueira sowie Chiles Aussenminister Alfredo Moreno am Montag (Ortszeit) bei ihrem Treffen in Santiago de Chile abgegeben.

Die chilenische Regierung zeigte überdies Interesse an Schweizer Know-how betreffend Tunnelbau. Dieses will Chile nutzen, um eigene Projekte in den Anden zu verwirklichen. Ausserdem sollen die Seehäfen sowie die allgemeine Infrastruktur weiter ausgebaut werden, was Schweizer Firmen Investitionsmöglichkeiten eröffnet. Auch über Landwirtschaft wurde gesprochen.

Das Freihandelsabkommen mit Chile hat die Schweiz innerhalb der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA ausgehandelt und abgeschlossen. Nebst der Schweiz gehören Liechtenstein, Norwegen und Island zur EFTA.

Nicht bereit zu Verhandlungen

Nicht wesentlich weitergekommen ist Schneider-Ammann dagegen im Bestreben, auch mit Brasilien ein Freihandelsabkommen abzuschliessen. Er besuchte das Land im ersten Teil seiner Reise und schlug seinem brasilianischen Amtskollegen Fernando Pimentel am vergangenen Donnerstag Sondierungsgespräche zu einem solchen Abkommen vor.

Schneider-Ammann erhielt aber eine Absage. Brasiliens Begründung: Das Bündnis Mercosur, dem neben Brasilien auch Argentinien, Uruguay und Paraguay angehören, müsse zuerst eine gemeinsame Basis nach dem Vorbild der EFTA finden. Eine Vereinbarung zwischen EFTA und Mercosur im Hinblick auf ein Freihandelsabkommen existiert seit 2000. Zu Verhandlungen kam es bisher jedoch nicht.

«Türen geöffnet»

Dennoch wertete Schneider-Ammann seine Reise als Erfolg: «Wir haben die Zielsetzungen erreicht, die Türen sind offen, über Freihandel haben wir gesprochen», resumierte Schneider-Ammann in der Sendung «HeuteMorgen» von Schweizer Radio DRS. Insgesamt seien die bilateralen Beziehungen gestärkt worden.

Als konkretes Resultat hat Schneider-Ammann einen Vertrag über den Praktikantenaustausch mit Brasilien in der Tasche. Junge Berufsleute aus beiden Ländern erhalten dank dem Abkommen vereinfacht eine befristete Arbeitsbewilligung für das jeweils andere Land.

Unterwegs war der FDP-Bundesrat mit einer rund 20-köpfigen Wirtschaftsdelegation. Vor allem Brasilien gilt als aufstrebender Markt. Die Schweizer Wirtschaft soll ihre Präsenz dort stärken, kämpft jedoch oft gegen hohe Importsteuern und die Bürokratie. Schneider-Ammann führte Gespräche mit Regierungsvertretern und besuchte Filialen und Fabriken mehrerer Schweizer Unternehmen. (wid/sda)

Erstellt: 18.10.2011, 14:17 Uhr

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30 Kommentare

freddy huber

18.10.2011, 14:52 Uhr
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Solange die CH den Agrarsektor abschottet, wird Brasilien nie ernsthaft verhandeln, die Reise war ziemlich unnötig, hat man vorher schon gewusst, aber immerhin dürfen Praktikanten ausgetauscht werden, na Bravo, was für ein Erfolg. Antworten


Hansjörg Soller

18.10.2011, 17:16 Uhr
Melden 27 Empfehlung

Solange Brasilien so hohe Einfuhrsteuern hat, macht der Handel mit Brasilien keinen Sinn. Zuerst müssen diese Zölle weg. BR Amman hätte sich die Reise sparen können. Antworten




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