Schweiz

Bringt Tigermücke das Tropenfieber Chikungunya in die Schweiz?

Der Kanton Tessin wird vom Bund beauftragt, die Ausbreitung des potenziellen Virusträgers zu stoppen. Der Einwanderer kann gefährliche Krankheiten verbreiten.

Aggressiv: Eine Tigermücke sticht zu.

Aggressiv: Eine Tigermücke sticht zu.

Chikungunya-Fieber

Das Chikungunya-Fieber ist eine durch das CHIK-Virus ausgelöste, mit Fieber und Gelenkbeschwerden einhergehende tropische Infektionskrankheit. Sie wird über Stechmücken übertragen. Bei den meisten Betroffenen ist der Krankheitsverlauf gutartig und selbstlimitierend, bleibende Schäden und Todesfälle sind selten.

Das sehr anpassungsfähige Insekt könnte in grösseren Populationen bald auch nördlich der Alpen auftauchen, befürchtet Stefano Radczuweit, Präsident der Arbeitsgruppe gegen die Tigermücke. Denn im Herbst 2007 wurden bereits einige Exemplare im Kanton Aargau entdeckt. Mit einer einheitlichen nationalen Strategie soll daher die Ausbreitung überwacht werden. Der Bund hat dem Kanton Tessin das Mandat dazu übertragen.

Die aus Südostasien stammende Mücke wurde 1985 mit Pneuimporten auf dem Seeweg in Texas und später auch in Afrika eingeschleppt. 1990 wurde sie erstmals in Genua registriert und im Tessin tauchte sie 2003 auf. Sie ist schwarz-weiss-getigert, sticht tagsüber mehrfach und schmerzhaft und kann Allergien hervorrufen. Zudem gilt sie als potenzieller Virusträger, in tropischen Ländern kann sie schwere Infektionen übertragen.

Vor allem in Städten und Agglomerationen

Auch hierzulande könnte die Tigermücke Krankheiten übertragen. In Norditalien ist bereits eine erhöhte Ansteckung mit der Tropenkrankheit Chikungunya-Fieber festgestellt worden, welche durch das Insekt übertragen wird. «Das Risiko für ein vergleichbares Ereignis kann für die Schweiz nicht vollständig ausgeschlossen werden», schreibt das Bundesamt für Gesundheit. Derzeit gebe es jedoch noch keinen Hinweis darauf, dass die Tigermücken im Tessin mit dem Virus infiziert seien. In Afrika und Südamerika verbreiten sie auch das Dengue-Fieber.

Die Tigermücke ist vor allem in Städten und Agglomerationen verbreitet, nicht aber in natürlichen Feuchtgebieten oder auf dem Land. Sie fliegt höchstens 100 Meter weit, legt aber als «blinder Passagier» von Fahrzeugen oder Schiffen Tausende Kilometer zurück. Sie lebt nur 30 bis 35 Tage und kann in dieser Zeit bis zu 450 Eier legen. Das tut sie mit Vorliebe in stehendem Wasser, etwa Pflanzenuntersätzen oder Wassertonnen in Gärten.

Kosten von 170'000 Franken

In Italien ist sie bereits auf dem ganzen Stiefel stark vertreten. Mit einer zwei Millionen Euro teuren Notstandsmassnahme musste 2007 in Ravenna eine virale Krankheit bekämpft werden. Die vom Tessin durchgeführte Überwachung und Vorbeugung hat sich bisher als effizient erwiesen und kostete rund 170'000 Franken. (se/ap/)

Erstellt: 20.04.2009, 15:50 Uhr

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5 Kommentare

petra looser

07.08.2010, 16:39 Uhr
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ich wurde in mai 2009 in thailand von einer tigermücke gestochen und an denque fieber erkrankt.vor 4 tagen habe ich eine tigermücke in umag kroatien gefunden.meine kollegin wurde von ihr gestochen. Antworten


Nicole Phillips

07.05.2009, 17:18 Uhr
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Ich habe heute in meiner Wohnung eine dieser Tiegermücken gekillt, sie sind nun also auch schon bei uns im Säuliamt angekommen,,,,,nicht so toll! Antworten


Marco Nef

20.04.2009, 20:24 Uhr
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Also bei uns in den Büros in Oerlikon haben wir bereits eine Statistik eröffnet, wer am meisten Tigermücken tötet... Seit dem letzten Herbst gab es zwei Invasionen, die erste im Oktober, die zweite im Februar. Die Viecher sind echt agressiv! Antworten


Ronnie König

20.04.2009, 16:26 Uhr
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Ich halte dieses Szenario für nicht sehr wahrscheinlich. Uns fehlen vorerst die Kranken. Langfristig kann ich mir das aber vorstellen. So gesehen wäre auch die Malaria und andere Krankheiten möglich. Absolut wissen wirs dann, wenn es zur Realität geworden ist. Nur keine Panik! Ein Sonnenstich ist wahrscheinlicher. Antworten


Walter Kunz

20.04.2009, 16:26 Uhr
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Mit solch unangenehmen Überraschungen, resultierend aus dem grenzenlosen freien Wahrenverkehr in Verbindung mit der Globalisierung und der Klimaerwärmung, ist als Kehrseite des Talers vermutlich immer mehr zu rechnen. Antworten



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