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Brunner ortet Gefahr – Merz singt «hohes Lied»

SVP-Parteichef Toni Brunner hat am Nationalfeiertag in ganzseitigen Inseraten in der Sonntagspresse seine Ansichten zur Lage des Landes verbreitet. Finanzminister Merz im Internet.

Inseratekampagne am 1. August: Toni Brunner.

Tradition in Shanghai

Im Schweizer Pavillon an der Weltausstellung in Shanghai ist der 1. August sehr traditionell begangen worden - mit Jodlern und Alphorn. Das EDA zog dabei eine positive Zwischenbilanz des Schweizer Expo-Auftritts. Über 1,1 Millionen Menschen besuchten den Pavillon.

«Wir ziehen eine sehr positive Bilanz der ersten Halbzeit», sagte EDA-Generalsekretär Roberto Balzaretti gemäss Communiqué vom Sonntag. Der Schweizer Pavillon gehöre seit Beginn vor drei Monaten zu den beliebtesten und meist beachteten Pavillons an der Weltausstellung.

Redner per Los bestimmt

2011 wird der 1.August-Redner im st. gallischen Uzwil per Los bestimmt. Die Uzwiler Bundesfeier-Teilnehmer sagten am Samstag mehrheitlich Ja zu einem 1. August-Redner per Losentscheid, wie dies der Trogener Konzeptkünstler H.R. Fricker in seiner Bundesfeier-Rede vorgeschlagen hatte.

Frickers Konzept ist einfach: Jeder Uzwiler, jede Uzwilerin, die die 1. Augustfeier 2011 besuchen, haben eine fixfertige Rede im Sack. Das Los entscheidet, wer seine Rede auch tatsächlich hält. Uzwil wird so zum Dorf der potenziellen 1. Augst-Redner.

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Brunner hat am Nationalfeiertag dazu aufgerufen, Sorge zur Schweiz zu tragen. Die Errungenschaften des Landes seien in Gefahr, warnte er. Der St. Galler Nationalrat verbreitete seine Gedanken in Inseraten in der Sonntagspresse und tritt am 1. August in Campo Blenio TI sowie in Samedan GR auf. Die Sorge um Familie, Hab und Gut, der Wille zur Freiheit, zu Unabhängigkeit und Eigenverantwortung hätten am Anfang der Eidgenossenschaft gestanden, so Brunner.

Diese Werte hätten die Schweiz stark gemacht und während Jahrhunderten geprägt. Doch Brunner sieht die Errungenschaften in Gefahr. Bundesrat und Parlament stellten durch ihr Handeln die Grundwerte und Stärken des Landes immer mehr in Frage.

Volksentscheid zur EU-Frage

Der SVP-Präsident glaubt, die «classe politique» und die «Eliten» wollten die Schweiz durch Hintertüren in die EU drängen. Die EU-Frage sei zum Wohle der Freiheit und Unabhängigkeit erneut, wenn möglich via Volksentscheid, zu klären, sagte Brunner.

Gefährdet seien Freiheit und Unabhängigkeit, auch durch eine ideologisch geprägte Aussenpolitik sowie durch die Überfremdung. Die Untätigkeit des Bundesrates und der Mitte-links-Parteien führe zu einem unkontrollierten Bevölkerungwachstum, viele Schweizerinnen und Schweizer fühlten sich nicht mehr sicher im eigenen Land.

Sorge zur direkten Demokratie

Weiter beklagte Brunner eine Geringschätzung der Familie und rief dazu auf, die Sozialwerke finanziell zu sichern. Bei all den Herausforderungen sei aber festzuhalten, dass die Wurzeln des Landes gesund seien.

Es gelte, sich auf die Grundwerte und Stärken der Schweiz zu besinnen. Bürgerinnen und Bürger hätte die Möglichkeit, an der Urne, bei Abstimmungen und Wahlen sowie durch Volksinitiativen, Veränderungen herbeizuführen. Das sei die Stärke der direkten Demokratie, der Sorge zu tragen sei.

Merz: Text im Internet

Bundesrat Hans-Rudolf Merz hingegen rief im Internet dazu auf, die Schweiz und ihre Errungenschaften zu feiern. «Wir dürfen stolz sein auf unsere Schweiz. Gut, gibt es den 1. August, um sie zu feiern», heisst es in Merz' Redetext.

Der Bundesfeiertag sei Gelegenheit, Höhenfeuer für Demokratie und Föderalismus und eine Fackel für die Freiheit anzuzünden, die die Schweizer und Schweizerinnen liebten. Der 1. August sei auch der Tag, um ein Feuerwerk auf den Schweizer Wohlstand aufsteigen zu lassen, sagte der Finanzminister.

«Hohes Lied anstimmen»

Der Bundesfeiertag sei weiter Gelegenheit, die Flagge der Schweizer Weltoffenheit zu hissen. Und schliesslich sei der 1. August der Tag, um «ein hohes Lied auf Selbstverantwortung und für Solidarität» anzustimmen.

Seine Botschaft laute, die Folgen des eigenen Handelns im Guten wie im Schlechten selber zu tragen, mit der Umwelt sorgsam umzugehen und solidarisch zu sein mit Menschen, die unverschuldet in Not gerieten. (sam/sda/)

Erstellt: 01.08.2010, 08:55 Uhr

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