Bruno Zuppiger verstarb zu Hause

Der ehemalige Zürcher Nationalrat und Bundesratskandidat ist in der Nacht auf heute verstorben. Weggefährten zeigen sich konsterniert, die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet.

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Aus dem näheren Umfeld Bruno Zuppigers erfuhr der «Zürcher Oberländer» vom Tod des ehemaligen SVP-Nationalrats. Die Gemeinde Hinwil wusste laut der Zeitung zunächst noch nichts davon. Die Kantonspolizei Zürich bestätigt auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet den Tod: «Bruno Zupigger ist in der Nacht auf heute bei sich zu Hause in Hinwil verstorben.»

Als Todesursache wird plötzlicher Herztod angegeben. Die Kapo hat nun eine Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, wie es zum Todesfall kam. Diese Vorgehensweise ist üblich, wenn ein Tod überraschend eintritt. Also wenn der Verstorbene weder besonders alt war noch zuvor an einer schweren Krankheit gelitten hat. Bruno Zuppiger wäre am 24. Februar 64 Jahre alt geworden.

Konsternierter Weggefährte

In der Engelberg Industrial Group, in der Zuppiger als Geschäftsführer agierte, kam sein Tod «völlig überraschend», wie ein Angestellter sagt. Auch Zuppigers langjähriger Weggefährte aus Hinwil, SVP-Kantonsrat Peter Preisig, zeigte sich konsterniert über den Hinschied. Er habe mit Bruno vor ein paar Wochen noch gesprochen und den Eindruck erhalten, dass er zufrieden wirke und über die Vorkommnisse vor den Bundesratswahlen «Gras gewachsen» sei.

Zuppiger sei ein Familienmensch gewesen und gut im Dorf verankert gewesen. Als Kirchenrat habe er seine politische Karriere in der CVP begonnen, «bis er dann zu uns wechselte». Was Preisig an Zuppiger besonders schätzte: «Er hatte immer Nägel mit Köpfen gemacht - wenn er etwas organisierte, dann klappte es auch.»

Neue Berufung in Engelberg

Hans Fehr, der als früherer Parteisekretär und SVP-Nationalrat Zuppiger seit über 30 Jahren kennt, äusserte sich in den Skiferien tief betroffen. «Ich werde Bruno als zielstrebigen, leistungsfähigen, verlässlichen und vor allem auch sehr humorvollen Kollegen in Erinnerung behalten.» Als Oberst und Kommandant eines Luftschutzregiments habe Zuppiger einen guten Ruf gehabt.

Auch Fehr hatte zu Zuppiger nach der gescheiterten Bundesratswahl nur noch losen Kontakt, sagt aber: «Ich hatte den Eindruck, dass er mit seinem Engagement in Engelberg als Wirtschaftsberater eine neue Berufung gefunden hatte - die alte Last im Rucksack hat er aber wohl noch immer mitgetragen.»

Toni Bortoluzzi, langjähriger Nationalratskollege, bezeichnet Bruno Zuppiger als «sehr gemögigen Kollegen». Seit seinem Rücktritt sei der Kontakt zur damaligen Nationalratsfraktion jedoch fast komplett abgebrochen. «Bruno hat mir vor drei Tagen aber freundlich zu meinem Geburtstag gratuliert.» SVP-Parteipräsident Toni Brunner zeigt sich vom überraschenden Tod «sehr betroffen». «Die SVP behält Bruno Zuppiger als herzlichen und umgänglichen Kollegen in guter Erinnerung.»

Bedingte Gefängnisstrafe

Er wurde im Jahr 2011 als Bundesratskandidat nominiert. Der Hoffnungsträger stolperte allerdings über eine Erbschaftsaffäre. Er hatte das Erbe einer verstorbenen Mitarbeiterin veruntreut, wofür er zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten verurteilt wurde.

Die Affäre, die kurz vor der Bundesratswahl in der «Weltwoche» publik gemacht worden war, kostete Zuppiger auch seinen Posten als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbands, sein Nationalratsamt und schliesslich die Unterstützung seiner Partei. Mehrere Unternehmen schlossen ihn zudem aus ihren Verwaltungsräten aus.

Der ehemalige Oberst der Schweizer Armee sass 12 Jahre im Bundesparlament und war unter anderem Mitglied der Finanzkommission, der Sicherheitspolitischen Kommission und der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur. Er war verheiratet und hatte fünf Kinder. (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 19.02.2016, 12:59 Uhr)

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