Bund bleibt auf Millionen Impfdosen sitzen

Aktualisiert am 12.02.2010

Die Hersteller wollen die vom Bund zu viel bestellten Schweinegrippe-Impfdosen nicht zurücknehmen. Eine teure Angelegenheit.

Damit berappt der Bund die vollen 84 Millionen Franken für 13 Millionen Dosen. Über 10 Millionen Dosen davon wurden nicht gebraucht. «Wir haben vereinbart, dass GlaxoSmithKline der Weltgesundheitsorganisation im Namen der Schweiz Impfungen im Gegenwert von zirka 1,3 Millionen Dosen liefert», sagte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Diese werden hergestellt aus dem Gegenwert von 3 Millionen Einheiten Antigen, welche die Schweiz bei GlaxoSmithKline (GSK) bestellt hatte. Weil für eine Impfung das Antigen mit einem Zusatzstoff (Adjuvans) gemischt werden muss, lassen sich mit dem Betrag nur rund 1,3 Millionen fertige Impfungen herstellen.

Vergeblich gehofft

Weitere 5 Millionen Einheiten Antigen des GSK-Impfstoffs Pandemrix hat das Pharma-Unternehmen der Schweiz bereits geliefert. Die restlichen 5 Millionen Impfungen der Marke Celtura und Focetria von Novartis wurden 2009 ausgeliefert, wie ein Sprecher anfangs Januar mitgeteilt hatte. Diese Impfungen bestehen bereits aus Antigenen und Adjuvans.

Im Januar hatte GSK noch Hoffnung auf eine kulante Lösung mit der Schweiz gemacht: Es bestünden keine grundsätzlichen Differenzen mehr, sagte ein GSK-Sprecher damals. Der Bundesrat hatte im Dezember beschlossen, dass bis zu 4,5 Millionen Impfdosen ins Ausland abgegeben werden sollen. Die Spende an die WHO ist Teil einer Initiative des US-Präsidenten Barack Obama: Sie sieht vor, dass mindestens ein Zehntel des von 13 Geberländern gekauften Impfstoffs an Entwicklungsländer ausgeliefert wird.

Spenden

Neben der WHO erhält auch der Iran von der Schweiz 900'000 Impfdosen, davon 150'000 als Spende. Geliefert wird ein Grossteil der Celtura-Dosen jedoch erst, wenn deren Haltbarkeit verlängert werden kann. Laut Swissmedic-Sprecher Joachim Gross ist dies bisher noch nicht der Fall. Dazu seien entsprechende neue Studien nötig. (cpm/sda)

Erstellt: 12.02.2010, 10:35 Uhr

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