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Bund will weniger Zebrastreifen

Aktualisiert am 25.12.2011 74 Kommentare

Mehrere tödliche Unfälle auf Zebrastreifen haben eine Debatte über die Sicherheit ausgelöst. Der Direktor des Bundesamts für Strassen rügt nun die Kantone, sie würden in einigen Fällen zu wenig unternehmen.

Fühlt sich auf dem Streifen sicher: Fussgängerin in Zürich.

Fühlt sich auf dem Streifen sicher: Fussgängerin in Zürich.
Bild: Keystone

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Angesichts der Häufung von schweren bis tödlichen Unfällen auf Fussgängerstreifen, ringt die Politik um Lösungen. Für den Direktor des Bundesamtes für Strassen, Rolf Dieterle, müssten zahlreiche Zebrastreifen aus Sicherheitsgründen eliminiert werden.

Ungenügend ausgestattete Fussgängerstreifen seien so umzugestalten, dass sie den aktuellen Richtlinien entsprächen. «Der Bund hat aber keine Kompetenzen», sagt er im Interview mit der «SonntagsZeitung» und «Le Matin».

Weil Kantone und Gemeinden für die Streifen verantwortlich sind, will der Bund mit einer Unfalldatenbank und einem Analysetool die Verantwortlichen unterstützen, «damit sie risikobasierte Überprüfungen starten können».

Richtige Platzierung notwendig

Zebrastreifen an einer «wenig geeigneten Stelle» liessen das Unfallrisiko stark steigen. Notwendig sei vor allem, «dass die Fussgängerstreifen so platziert werden, dass sie für den Automobilisten früh erkennbar sind».

Sie dürften nicht in oder nach einer Kurve liegen, sollten beleuchtet sein und ein Signal sollte auf den Streifen aufmerksam machen. Dieses könne, wie in Deutschland, «über Kopf montiert» werden.

Kritik an Kantone und Gemeinden

Generell gebe es in der Schweiz zu viele Fussgängerstreifen, ist Dieterle überzeugt. «Ich frage mich aber auch immer wieder, warum zahlreiche Fussgängerstreifen derart mangelhaft ausgestattet sind», rügt er die Verantwortlichen in Gemeinden und Kantonen indirekt.

Verschiedene Kantone haben das Problem allerdings erkannt. Der Kanton Zürich reagiert, indem er die Beleuchtung verbessern will. Im Kanton Tessin wurden mehrere gefährliche Zebrastreifen aufgehoben. Der Nationalrat hingegen will nicht reagieren.

Er weigerte sich, im Verkehrssicherheits-Paket Via Sicura einen Passus zur Sanierung von Zebrastreifen mit Sicherheitsmängeln einzufügen. Konkret sollten der Bund, die Kantone und die Gemeinden verpflichtet werden, besonders bei den Fussgängerstreifen auf die Einhaltung der sicherheitsspezifischen Baunormen zu achten.

Sieben Tote seit November

Die Zebrastreifendebatte wurde von einer Serie tragischer Unfälle ausgelöst. Seit November sind gemäss einer Zählung der Nachrichtenagentur sda sieben Personen, darunter zwei Kinder, auf Fussgängerstreifen getötet worden. Hinzu kommen derzeit fast täglich schwere Unfälle auf den gekennzeichneten Übergängen. Im Jahr 2010 kamen auf Fussgängerstreifen 20 Menschen zu Tode; 270 wurden verletzt. (miw/sda)

Erstellt: 25.12.2011, 10:34 Uhr

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74 Kommentare

Ralf Wenger

25.12.2011, 11:34 Uhr
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Als Fussgänger stelle ich oft fest, dass andere Fussgänger völlig kopflos auf die Strasse laufen. So nach dem Motto: ich bin im Recht, also haben alle anderen aufzupassen. Solange die Fussgänger das fast uneingeschränkte Vortrittsrecht haben, wird es immer wieder solche Unfälle geben. Die alte Regelung mit dem Handzeichen war bedeutend besser. Zeichen geben schafft Klarheit. Antworten


Hanspeter Kruesi

25.12.2011, 11:09 Uhr
Melden 94 Empfehlung

Eines der Probleme ist sicher die Regelung dass Fussgänger immer Vortritt haben. Da laufen viele einfach viele ohne zu schauen einfach auf den Fussgängerstreifen . Deswegen sollte man diese Regel wieder abschaffen, das schafft immer wieder kritische Situationen. Antworten



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