Bundesrat Ueli Maurer hat eine neue Heimat

Von Laura Fehlmann/Samira Zingaro. Aktualisiert am 09.09.2009 2 Kommentare

Die SVP Münsingen stand kurz vor der Auflösung. Nun bekommt sie ein prominentes Mitglied: Bundesrat Ueli Maurer.

Gut integriert:  Bundesrat Ueli Maurer mit den SVP-Gemeinderatskandidaten in Münsingen, Daniel Dubach, Monika Heinis und Patrik von Allmen (von links).

zvg

Das neueste Mitglied der SVP Münsingen heisst Ueli Maurer. Kurz nachdem der SVP-Bundesrat seine Eigentumswohnung im Münsinger Hölzliacker bezogen hat, meldete er sich bei der Ortspartei. Dies zur grossen Freude der im letzten Jahr arg gebeutelten Sektion: Fast die Hälfte der Mitglieder war zur neu gegründeten Bürgerlich-Demokratischen Partei (BDP) abgewandert. «Wir haben damals ernsthaft überlegt, ob wir unsere Sektion auflösen müssen», sagt Präsidentin Monika Heinis. Die Lage hat sich aber stabilisiert. Die Mitgliederzahl der Sektion Münsingen ist zwar von 121 auf heute 67 Mitglieder geschrumpft.

Man ist jetzt froh um das prominente Mitglied, das sich erst noch als Ratgeber für die anstehenden Gemeindewahlen am 1.November angeboten habe. Letzten Samstag hat Ueli Maurer mit den drei Kandidaten für den Münsinger Gemeinderat den Wochenmarkt besucht (vgl. Bild).

Mitglied zweier Sektionen

Politisch zu Hause fühle sich Maurer in der SVP Hinwil. Das habe er klargestellt, erklärt Monika Heinis. «Er hat aber auch gesagt, dass ich hier in Münsingen seine Chefin sei», sagt die Präsidentin lachend. Locker sei er, attestiert sie dem Bundesrat.

Besonders freue man sich, weil Ueli Maurer während des Märitbesuchs den Beitrittszettel verlangt habe, damit er sich «hochoffiziell» in der Sektion einschreiben könne. Einen höheren Jahresbeitrag muss der Gutverdienende nicht bezahlen, auch zusätzliche Abgaben werden nicht verlangt. «Alle zahlen 50 Franken pro Jahr, gleich, wie viel man verdient», betont Monika Heinis. Maurer war gestern persönlich telefonisch nicht zu erreichen.

«Keine Berührungsängste»

Dass Maurer die Volksnähe nicht scheut, weiss man nirgends besser als im zürcherischen Hinwil, dem Wohn- und Heimatort des Magistrats. «Er verhält sich auch in seinem Amt als Bundesrat nie distanziert», so Peter Preisig, Präsident der SVP Hinwil. Auch habe er der Generalversammlung der Partei beigewohnt. Bei wichtigen Terminen richte man sich nach dem Bundesrat. Dass sich Maurer nun auch in Münsingen einbringt, stört Preisig, der mit Maurer aufgewachsen ist, nicht. «Er hat eben keine Berührungsängste.» Auch in Münsingen nicht: Maurer wird an der Parteiversammlung vom 14. September dabei sein.

Prominente Persönlichkeiten als Mitglieder einer Ortspartei kennt man etwa auch in Muri. Die lokale FDP zählt Alt-Bundesrat und UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger zu ihrem Mitglied. «Wir fragten ihn aber erst nach seiner Amtszeit als Bundesrat an», so Parteipräsident Peter Kneubühler. Villiger selbst nehme nicht an den Versammlungen in Muri teil. «Dass er andere Schwerpunkte hat, können wir gut verstehen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.09.2009, 15:19 Uhr

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2 Kommentare

marc cecchet

09.09.2009, 15:02 Uhr
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50 Franken Mitgliederbetrag für alle SVP Teilnehmer, wie geht den so was? Liest sich eher nach sozialistischen verhalten den SVP. Antworten


Hans-Christian Müller

09.09.2009, 19:33 Uhr
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Dass Ueli Maurer ein volksnaher Magistrat (Genitiv: des Magistraten) ist, hat er längst bewiesen. Das ist gelebte Solidarität. Da fragt sich einfach, warum ständig so gegen die SVP und ihre Mitglieder gelästert wird. Bodenständigkeit und Volksnähe sind ja durchaus positive Attribute. Antworten



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