Bundesrat will aus dem Schweinegrippe-Drama lernen
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Der Bundesrat hat sich über die aktuelle Situation informieren lassen. Grundsätzlich sei er der Meinung, dass sich im Zusammenhang mit der A(H1N1)-Pandemie Fragen ergeben hätten, die einer Klärung bedürften, teilte das Departement des Innern (EDI) am Donnerstag mit.
Antworten erhoffen sich die Behörden von einer Evaluation, die das EDI in Auftrag gegeben hat. Durchgeführt wird die Untersuchung von einer externen Firma in Zusammenarbeit mit einem internationalen Expertenteam.
Evaluation der Impfstoff-Verteilung
Im Zentrum der Evaluation steht die Impfstrategie und deren Umsetzung. Ferner wird die Kompetenzverteilung und Kommunikation zwischen Bund und Kantonen unter die Lupe genommen. Diese hatten Anlass zu Kritik gegeben. Der Abschlussbericht wird für Mitte April 2010 erwartet.
Die Organisation der Krisenbewältigung wird auch intern evaluiert. Das Bundesamt für Gesundheit plant für Ende Januar zusammen mit den Kantonen und weiteren Akteuren ein Debriefing. Alle Ergebnisse sollen in die laufende Revision des Epidemiengesetzes einfliessen und der Planung künftiger Pandemien dienen.
Auch die WHO will lernen
Die Weltgesundheitsorganisation will sich bezüglich der Pandemie einer externen Untersuchung unterziehen. Die WHO wolle aus den Erfahrungen lernen, teilte die Uno-Organisation am Dienstag in Genf mit.
Derzeit klingt die Schweinegrippe vor allem in Mitteleuropa deutlich ab, so dass viele Länder und Regionen auf zuvor gehorteten Impfstoffen sitzen bleiben. Eine der Vorwürfe lautet, die WHO habe sich zum Helfer der Pharmaindustrie gemacht.
Eine Untersuchung durch externe Fachleute sei nötig. Die WHO sei auch bereit ihre Empfehlungen aufzunehmen und sie zu veröffentlichen. Sie gab aber nicht an, wann die Untersuchung stattfindet.
Massnahmen können aufgehoben werden
Die gegenwärtige Pandemie nähert sich in Mitteleuropa dem Ende. Eindämmungsmassnahmen, die noch in Kraft seien, könnten «nach Prüfung der lokalen Gegegebenheiten» beendet werden, schreibt das EDI.
In der ersten Kalenderwoche haben in der Schweiz hochgerechnet rund 7300 Personen wegen Schweinegrippe einen Arzt aufgesucht. Dies sind weniger als in der Vorwoche. Mit 92 Konsultationen pro 100'000 Einwohner liegt die Zahl jedoch immer noch über dem epidemischen Schwellenwert. Von einer Epidemie sprechen die Fachleute ab 50 Konsulationen pro 100'000 Einwohner.
Seit Beginn der Welle haben in der Schweiz hochgerechnet 260'000 Personen wegen Schweinegrippe einen Arzt aufgesucht. In 13'346 Fällen wurde die Schweinegrippe mittels eines Tests nachgewiesen. 528 Personen mussten in Spitalpflege gebracht werden, und 16 Personen starben an den Folgen der Krankheit. (oku/ddp)
Erstellt: 14.01.2010, 18:49 Uhr
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