Schweiz
Calmy-Rey wirft Maurer Indiskretion vor
Das war die Welt noch in Ordnung: Micheline Calmy-Rey begrüsst nach der Wahl am 10. Dezember 2008 ihren neuen Bundesratskollegen Ueli Maurer. (Bild: Keystone)
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«In der Sitzung des Bundesrats kam es am vergangenen Mittwoch zum grossen Krach. Zum ersten Mal in der neuen Zusammensetzung.» Dies schreibt die Zeitung «Sonntag» in ihrer jüngsten Ausgabe. Das Gremium habe den amtsjüngsten Bundesrat ins Visier genommen: Ueli Maurer (SVP). Der «Sonntag» beruft sich auf mehrere Quellen. Grund für die Verärgerungen im Bundesrat waren offenbar zwei Vorkommnisse: «Dass erstens der Brief an OECD-Generalsekretär Angel GurrÃa publik wurde, in dem Calmy-Rey die Arbeit der Organisation lobt – ein Brief, der den Adressaten gar nie erreichte. Und zweitens ein Interview von Ueli Maurer im 'SonntagsBlick' vom 15. März, in dem er das Kollegialitätsprinzip ritzt.»
Interne Untersuchung angelaufen
Laut «Sonntag» sagte Calmy-Rey persönlich, sie wisse, dass das Verteidigungsministerium für die Indiskretion verantwortlich sei. «Im Fall der Brief-Indiskretion reagiert die Regierung mit einer internen Untersuchung», heisst es im Zeitungsbericht. Bundeskanzlerin Corina Casanova sei beauftragt worden, den Sachverhalt intern abzuklären. Zum Vorwurf der Indiskretion wollte das Verteidigungsdepartement keine Stellung nehmen.
Im Fall des Zeitungsinterviews hat Maurer angeblich sofort reagiert. Bereits einen Tag nach Erscheinen sprach er gegenüber dem «SonntagsBlick» einen Boykott bis Ende Jahr aus, weil das Interview nicht autorisiert gewesen sein soll. (vin)
Erstellt: 29.03.2009, 07:05 Uhr
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